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Morgenmagazin vom Montag, 4. November 2019

04.11.2019 | 07:49 Uhr |

Apple TV+ gestartet: Morning Show enttäuscht, Dickinson überrascht +++ Apple-Aktie auf neuem Rekordhoch +++ Consumer Reports: Galaxy Buds besser als Airpods +++ Twitter verbietet demnächst politische Werbung +++ Switch Lite sorgt für 50 Prozent höhere Verkaufszahlen +++ Leichtgewicht: DJI stellt Mavic Mini Drohne vor

4. November: Ein Jahr noch - oder vier mehr

Wir wünschen allseits Guten Morgen! In exakt einem Jahr könnten viele meinen, aus einem vier Jahre währenden Alptraum aufzuwachen. Wie konnte es ein misogyner und rassistischer Aufschneider, Lügner und Betrüger schaffen, sich mit Hilfe einer fremden Großmacht in das Weiße Haus einzunisten und nicht vor Ablauf der ersten Amtszeit daraus vertrieben zu werden? Nun aber, nach der verlorenen Wiederwahl würde POTUS 46 die Wunden kitten, die sein unseliger Vorgänger geschlagen hat, die Nation wieder vereinen und ihr Verhältnis zum Rest der Welt reparieren. Vielleicht träumt das so mancher ja am Morgen des 4. November 2020 und erwacht dann in einem weiter bestehenden Alptraum. Denn es es ist nicht gesagt, dass es den liberalen Wählern an den Küsten gelingen wird, ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin in das Amt zu schicken - es kann gut sein, dass der Amtsinhaber in einem Jahr bei den gesamten Stimmen einen sogar noch größeren Rückstand haben wird, aber dennoch das Wahlmännergremium gewinnt. Nicht trotz, sondern wegen der fortgesetzten Lügen, der verschärften Fremden- und Frauenfeindlichkeit.

Und selbst wenn: POTUS 46 steht ab 2021 oder sogar erst 2025 vor einem Scherbenhaufen und einem tief gespaltenen Land. Zudem vermehren sich die Zeichen, dass eine tiefe Rezession anstehen könnte. Ob diese nun den derzeitigen Amtsträger das Amt kosten könnte, will man ja nicht einmal so recht hoffen, denn die Folgen eines Abschwungs wären nicht nur in den USA zu spüren.

It's the economy, stupid, soll Bill Clinton im Wahlkampf 1992 erklärt haben, in dem es ihm gelang, die Wiederwahl seines Vorgängers zu verhindern. Jener George Bush der Ältere war seinerseits zwölf Jahre zuvor zum Vizepräsidenten gewählt worden, weil Jimmy Carter mit ökonomischen Problemen zu kämpfen hatte. Und einem Problem, das heute vor 40 Jahren seinen Lauf zu nehmen begann: Am 4. November besetzten rund 400 iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran und nahmen deren 50 Mitarbeiter 444 Tage lang als Geisel. Freigelassen wurden sie ausgerechnet zur Inauguration von Carters Nachfolger Ronald Reagan. Es ist manchmal nicht nur die Wirtschaft, welche der Welten Lauf bestimmt. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Binge-Watching : Nach dem ersten Wochenende mit Apple TV+ haben wir zwar schon viereckige Augen, auch, weil wir ja noch ein paar andere Dinge auf Netflix, Amazon Prime und sogar im linearen TV sehen mussten (Sport, Tatort und so … ). Aber vier Augen sehen mehr als zwei und sechs mehr als vier. Leif Johnson hat etwa das Wochenende mit der fiktionalen Geschichte "For All Mankind" beschäftigt, die in der alternativen Realität spielt, in der die Sowjets den ersten Mann auf den Mond gebracht haben - und auch die erste Frau. Johnson gefällt die Produktion, trotz kleinerer Fehler. "For All Mankind" stehe beispielhaft für die hohe Ambition, die Apple mit Apple TV+ verfolge. Weniger begeistert zeigt sich unser Macworld-Kollege aber von dem Drama um TV-Nachrichten "The Morning Show" mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon. Da bestehe aber noch Hoffnung, dass die sieben weiteren geplanten Staffeln Besserung zeigen würden. Man sei es ja auch von so manchem Apple-Produkt gewohnt, dass mit der zweiten Generation vieles, wenn nicht gar alles besser würde. Ähnliche Probleme sieht Johnson mit der Fantasy-Saga "See" mit Jason Momoa, im Vorfeld als Apples "Game of Thrones" gepriesen. Johnson zieht aber eher den weniger schmeichelhaften Vergleich zu Kevin Costners "Waterworld" - beide Shows seien von ihrem Setting her ein wenig albern. Aber "See" nimmt wie auch andere Shows ab der dritten Folge so richtig Fahrt auf und sei durchaus das Einschalten wert.Für die beste Serie bisher hält Leif Johnson aber das Biopic „ Dickinson “ über die Schriftstellerin Emily Dickinson. Das Kostümdrama kommt eben nicht so bräsig-britisch wie Downton Abbey daher, sondern erzähle mit modernen Stilmitteln und bekannten Staes (Wiz Khalifa als personifizierter Tod!) Das Leben der Künstlerin. Wie die besten Apple-Produkte spreche Dickinson eine große Bandbreite von Fans an, jung wie alt. Die 30-minütigen Episoden geben mehr Anregungen als jeweils eine Stunde von „The Morning Show“.


Rekordhöhen: Nicht nur Leif Johnson sieht sich von „The Morning Show“ enttäuscht, auch andere Kritiker halten die it großen Erwartungen gestartete Serie für unterperformant. Gleichwohl zeigt Apple ja, dass es mit kontinuierlich wachsenden Serivces aus der Mühle der vierteljährlichen Bilanzen und den hohen Erwartungen an stets neue iPhone-Absatzrekorde allmählich austreten könnte. Nach Bekanntgabe der Bilanz für das Q4 und den positiven Aussichten für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres erklomm die Apple-Aktie an der Nasdaq neue Rekordhöhen, am Montag Morgen (MEZ) lag der außerbörslich Kurs noch höher, bei rund 256 US-Dollar und damit fast drei Prozent oder über sieben Dollar über dem Schlusskurs vom Freitag. Business Insider weist aber auf drei Sorgen hin die Apple plagen: Währungsschwankungen in wichtigen Absatzmärkten wie China, der Zollstreit mit dem Land, in dem Apple die meisten seiner Produkte herstellen lässt und Rabatte für neue Services wie Apple TV+, die auf die Marge drücken könnten.

Konkurrenz: Google hat am Freitag angekündigt, den Hersteller von Fitnessuhren und Smartwatches Fitbit für einen Preis von 2,1 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Damit packt der Konzern eine weitere Marke unter den Schirm des Mutterkonzerns Alphabet, nach Nest, Waze oder Youtube. Aus der gemeinsamen Pressemitteilung der Unternehmen geht aber nicht hervor, was mit der Marke und den Produkten von Fitbit geschehen werde, nicht auszuschließen, dass Google sie in seine Smart-Home-Welt von Next einbindet, eine Weile werden Google-Produkte neben denen von Fitbit noch parallel auf dem Markt sein. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass Fitbit-Uhren und -Bänder in die Produktwelt von WearOS und Pixel eingebunden werden, als Käufer tritt die Tochter Google und nicht die Mutter Alphabet auf, eine Weiterführung der Marke Fitbit scheint daher auf Dauer unwahrscheinlich. Wie auch immer Google seine Technologie mit der von Fitbit verschmelzen und Indiskrepanzen beseitigen will – die Fitbit Versa 2 unterstützt etwa Amazons Alexa - das Ziel des Mergers scheint klar, der Angriff auf Apples führende Position im Smartwatch-Bereich.

Hände weg: Nachdem Apple eine funktionale Version von iOS 13.2 für den HomePod liefern konnte, kommt auch die schon länger angekündigte Funktion Handoff auf den Lautsprecher. Hält man das Musik (oder Podcast, Youtube, Netflix) spielende iPhone wenige Zentimeter an den HomePod heran, übernimmt der Lautsprecher das Audio - selbst Telefonate. Das funktioniert auch umgekehrt - und das iPhone übernimmt für den Weg in die Arbeit die Musik, die der HomePod noch zum Frühstück im Wohnzimmer gedudelt hat. Wie unser Kollege Leif Johnson hinweist, muss in den Einstellungen „Airplay & Handoff“ auch aktiviert sein, falls das nicht bereits ab Werk nach den letzten Updates der Fall war. Und zum Fall des Falles gibt es natürlich immer noch den langen Weg der schon vor iOS 13.2 bestand: Über das Kontrollcenter von iOS kann man den Audiostrwam von einer Ausgabe zur anderen wechseln lassen.

Consumer : Goldman Sachs war bisher als Investmentbank bekannt, die Firmen Krediten gibt. Mit der Apple Card, die Goldman Sachs zusammen mit Apple aufgelegt hat und über die Infrastruktur von Mastercard anbietet, richtet sich die Bank an Endverbraucher, was für das Geldhaus eine eher neue Strategie ist, wie Bloomberg ausführt. Laut einer Eingabe an die Börsenaufsicht hat Goldman Sachs eine Kreditlinie von zehn Milliarden US-Dollar bereit gestellt, derzeit stehen 736 Millionen US-Dollar als Darlehenssaldo aus.

Weitere Nachrichten:


 

Consumer Reports: Galaxy Buds besser als Airpods

Die Wertung der Tester von "Consumer Reports" kann sogar Apple zu einer Stellungnahme bewegen, was an sich äußerst selten passiert. So erinnert man sich an den Zwischenfall im Winter 2017 : Das just veröffentlichte Macbook Pro hatte in den Tests deutlich niedrigere Akku-Laufzeiten aufgewiesen als von Apple versprochen. Dies hatte für eine Aufregung in der Apple-Szene gesorgt, Phil Schiller hat eine Kooperation mit den Testern versprochen.

Nun hat das Magazin die drahtlosen Kopfhörer von Samsung und Apple verglichen . Vor allem an der Soundqualität machen sie den Unterschied aus: Demnach klingen die Airpods nicht besser als die normalen Earpods, die mit jedem iPhone geliefert sind. Besonders bemerkbar macht sich das an Bässen und an höheren Tönen. Wer gleichzeitig Galaxy Buds von Samsung ausprobieren kann, merkt den deutlichen Unterschied, selbst mit nicht geschulten Ohren. Andererseits bezeugen die Tester den Airpods bessere Sprachqualität bei den Telefongesprächen. Auch die unterschiedliche Form heben die Tester hervor: Während die Airpods lose im Ohrgang sitzen und bei manchen Nutzern einfach ausfallen können, erlauben sie etwas längere Tragezeiten, ohne bei dem Inhaber gleich Beschwerden hervorzurufen. Mit ihrer Knopfform sitzen die Galaxy Buds dafür fester im Ohr und schützen besser von den Umgebungsgeräuschen.

 

Bei den Akkulaufzeiten gab es keinen klaren Gewinner: Während die Galaxy Buds eine Stunde mehr, also sechs Stunden die Musik oder Podcasts abspielen konnten, lieferte die Akkuhülle der Airpods rund vier volle Ladezyklen für die drahtlosen Kopfhörer, die Hülle von Samsung dagegen nur eine zusätzliche Aufladung.

Samsung hat die Nase vorn bei der Kreuz-Kompatibilität – die Galaxy Buds funktionieren besser mit einem iPhone als Airpods mit einem Android-Smartphone. Dazu ist bei den Buds die Bedienung etwas umfangreicher, die Airpods reagieren wie bekannt auf ein Doppeltippen, dazu gibt es vier Optionen, die man pro Ohr bzw. Kopfhörer einstellen kann.

Ein wichtiger Punkt bei der Bewertung war wohl der Preis. Die Airpods der zweiten Generation (ohne drahtlose Ladehülle) kosten knapp 140 Euro bei den Dritthändlern , Galaxy Buds – rund 120 Euro .

Twitter verbietet demnächst politische Werbung

Die politischen Wahlkämpfe werden immer mehr auch in sozialen Netzen ausgetragen und spielen eine immer größer werdende Rolle dabei. Twitter will da nicht mehr so recht mitspielen und verbietet demnächst jegliche politische Werbung auf der Plattform – weltweit.

Die Konkurrenz bei Facebook lässt beispielsweise jegliche politische Werbung zu. Diese wird auch nicht sonderlich geprüft. Facebook unternimmt auch nichts, falls Politiker in ihren Werbungen irreführende Informationen verbreiten. Der Twitter-Unternehmenschef Jack Dorsey gab nun bekannt, das politische Werbung komplett von Twitter verbannt werden wird und kritisierte die Konkurrenz. Denn Twitter würde sich unglaubwürdig machen, falls man einerseits sage, man würde alles unternehmen, um irreführende Informationen zu bekämpfen, diese jedoch gegen Bezahlung weiterhin zuließe. Dorsey schrieb dazu: „Es ist nicht glaubwürdig zu sagen: "Wir arbeiten hart daran, die Leute davon abzuhalten, unsere Systeme auszutricksen, um irreführende Informationen zu verbreiten. Aber wenn uns jemand dafür bezahlt, die Leute zu zwingen, diese politischen Anzeigen zu sehen.“

Bereits am 15. November 2019 will Twitter die neuen Regeln im Detail vorstellen und schon am 22. November durchsetzen. Dorsey erklärte diesen Schritt auch: „Wir glauben, dass Reichweite für politische Botschaften verdient werden muss statt erkauft zu werden“, schrieb Dorsey auf Twitter.

Der US-Präsident kommuniziert recht häufig politische Inhalte über den Kurznachrichtendienst Twitter. Das Wahlkampfteam um den aktuellen US-Präsidenten Trump sieht daher die Twitter-Entscheidung als einen weiteren Versuch, Stimmen des konservativen Lagers zu unterdrücken.

 

Switch Lite sorgt für 50 Prozent höhere Verkaufszahlen

Nintendo hat seine Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht. In diesem Zeitraum konnte sich die Hybrid-Konsole Switch über 4,8 Millionen Mal verkaufen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von Juli bis September ergibt dies ein Wachstum von über 50 Prozent. Bis zum 30. September konnten weltweit über 41,67 Millionen Einheiten ausgeliefert werden. Als Ergebnis dürfte die Switch Nintendos SNES-Konsole wohl bald überholen. Die Switch wäre dann Nintendo zweiterfolgreichste Heimkonsole nach der Wii, die auf sagenhafte 101,63 Millionen Einheiten kommt.

Verantwortlich für das starke Wachstum der Switch-Verkäufe dürfte auch die seit wenigen Wochen angebotene Switch Lite sein. Die abgespeckte Hardware kostet 100 Euro weniger als das Standard-Modell. Nintendo konnte nach eigenen Angaben bereits 1,85 Millionen Switch Lite verkaufen. Die reguläre Switch, von der es ebenfalls eine verbesserte Version mit längerer Akkulaufzeit und effizienterem Prozessor gibt, verkaufte sich im letzten Quartal 2,85 Millionen Mal. Auch zu den Verkaufszahlen der Spiele machte Nintendo Angaben: Fire Emblem: Three Houses kam etwa auf 2,29 Millionen Einheiten, The Legend of Zelda: Link’s Awakening verkaufte sich hingegen 3,13 Millionen Mal. Für das Weihnachtsgeschäft stehen zudem sicher die potenziellen Kassenschlager Pokémon Sword und Shield auf der Wunschliste vieler Switch-Spieler.

 

Leichtgewicht: DJI stellt Mavic Mini Drohne vor

Der chinesischer Hersteller DJI hat in dieser Woche mit der Mavic Mini seine neueste Drohne vorgestellt. Die faltbare Mini-Drohne ist mit nur 249 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Sie bringt gerade einmal so viel auf die Waage, wie ein herkömmliches Smartphone. Damit schafft es die Mavic Mini in die niedrigste Drohnen-Gewichtsklasse, was in einigen Ländern weniger gesetzliche Regularien bedeutet.

Zusammen mit der Mavic Mini veröffentlicht DJI auch die neue DJI Fly App. Die Software soll vor allem Anfänger an die Hand nehmen und ihnen die Erstellung von professionellen Videoaufnahmen aus der Luft ermöglichen. Dafür bietet die App unterschiedliche Tutorials. Ebenfalls enthalten sind zahlreiche Videofilter und vorprogrammierte Flugmanöver wie etwa Kreisen, Helix oder Rocket. Die Mavic Mini verfügt über Sichtsensoren und ist in der Lage, in der Luft zu schweben.

Die Kamera in der Mavic Mini nimmt Fotos mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln und Videos mit 2,7K auf. Der Gimbal ist auf drei Achsen stabilisiert und soll für verwacklungsfreie Aufnahmen sorgen. Die Fernsteuerung überträgt HD-Videos im Flug mit einer Reichweite von bis zu zwei Kilometern. Der in der Mavic Mini verbaute Akku hält laut dem Hersteller rund 30 Minuten durch, bis die Drohne erneut ans Ladegerät muss.

Die DJI Mavic Mini ist ab sofort zum Preis von 399 Euro im DJI Online Shop erhältlich . Für 499 Euro erhalten Käufer das Mavic Mini Fly More Combo Paket. Enthalten sind drei zusätzliche Akkus, Ersatzpropeller, Ersatzschrauben, 360-Grad-Propellerschützer und eine Zweiweg-Ladestation.

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