2129907

Morgenmagazin vom Montag, 5. Oktober 2015

05.10.2015 | 06:54 Uhr |

5. Oktober 2015 +++ Menschenrechtspreis für Tim Cook +++ Bug mit App-Darstellung auf iPhone 6S +++ Microsoft räumt Bugs in Office 2016 ein +++ Telekom plant angeblich Netzwerk-Werbeblocker +++ Myfox: Home Security "Rezepte“ auf IFTTT +++ Adblock: Neuer Besitzer setzt auf "Akzeptable Werbung" +++ Gefälschte Paypal-App geht auf Kundenfang

Was heute wichtig wird: 5. Oktober 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der 5. Oktober markiert im Kalender eines jeden Apple-Kunden einen wichtigen Tag: Der Tag, an dem Steve Jobs im Jahr 2011 seinem langjährigen Krebsleiden erlag. Befürchtungen, Apple würde seinen Gründer und charismatischen CEO nicht lange überleben, haben sich nicht bewahrheitet. Vier Jahre sind jedoch ein immer noch überschaubarer Zeitraum, man mag sich vorstellen, dass Steve Jobs selbst noch die ersten Pläne für die Apple Watch kannte und wusste, dass mit der am 4. Oktober 2011 vorgestellten Sprachassistentin Siri eine neue Möglichkeit zur Interaktion auch mit dem TV-Gerät seine Geburtsstunde erlebte. Das Apple nach Steve Jobs wird man erst viel später genauer beurteilen können, nach seinem von John Sculley erzwungenen zwischenzeitlichen Abschied von Apple ging es mit seiner Gründung erst einmal weiter bergauf. Erst sehr viel später schlitterte Apple in eine Krise, die erst nach der Rückkehr von Steve Jobs beigelegt werden konnte.

Es steht allerdings gewiss nicht in den Sternen, wohin sich Apple entwickeln wird, Prognosen von Astrologen sind von purer Raterei nicht zu unterscheiden, wissen aufgeklärte Medienkonsumenten mittlerweile. So werfen wir lieber einen wissbegierigen Blick auf die World Space Week, die an diesem Sonntag begonnen hat und noch bis zum kommenden Samstag die wissenschaftliche Betrachtung des Weltraums feiert. Noch betreibt die Menschheit im den sie umgebenden "unendlichen Weiten" quasi Küstenschifffahrt, aber er der erste künstliche Satellit namens Sputnik umkreiste ja auch erst am 4. Oktober 1957 die Erde. Der erste größere Schritt in den nahen Weltraum wird ein gewaltiger Kraftakt werden. Die NASA zeigte sich vergangene Woche zwar hocherfreut über die Entdeckung von Wasser auf dem Mars, den Nachbarplaneten für unsere fernen Nachfahren bewohnbar zu machen, dauert aber auch nach optimistischen Schätzungen ein Jahrtausend. Gar 170.000 Jahre dürfte es dauern, Marsvegetation aus womöglich vorhandenem Kohlenstoffdioxid genügend Sauerstoff produziert hat, damit Homo sapiens marsiensis es auch ohne Atemgerät im Freien aushalten wird.

Nicht nur die Reise zum noch roten Planeten wird langwierig, die Vorbereitungen zu seiner dauerhaften Besiedlung ist mit dem Wort "Generationenprojekt" noch maßlos untertrieben. Halten wir lieber unsere Erde in Ordnung und sorgen dafür, dass wir uns nicht selbst den Garaus machen. Irgendwann wird das ohnehin ein Meteorit oder Komet erledigen. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Bug in iOS 9: Etliche Käufer des iPhone 6S beklagen sich, dass Apps auf ihrem neuen Smartphone nicht in der richtigen Darstellung arbeiten, sondern wie gezoomed wirken. Das Problem tritt anscheinend genau dann auf, wenn man auf dem iPhone 6S ein Backup eines iPhone 5, 5s oder 5c eingespielt hat. Richtet man das iPhone komplett neu ein, tritt der Fehler nicht auf.

Bug in Office 2016: Microsoft räumt ein, dass die neue Office-Suite Probleme mit OS X 10.11 El Capitan hat. Manche Anwender von Office 2016 würden öfter Abstürze von Word, Powerpoint und Excel erleben. Noch habe man das Problem nicht beheben können, arbeite aber mit Apple zusammen an einer Lösung.

Was wird aus iWork: Unsere Macworld-Kollege Dan Moren macht sich Sorgen um Pages, Numbers und Keynote. Die ehedem in der  iWork-Suite zusammengefassten Produktivitäts-Apps von Apple haben seit iOS 9 kein nennenswertes Update erhalten und können so etwa noch nicht von Split View und anderen neuen Features profitieren. Plant etwa Apple, die drei Programme nicht mehr weiter zu entwickeln?

Spotify wächst weiter: Apple Music hat Spotify anscheinend nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Im Juni hatte das schwedische Unternehmen noch vermeldet, 75 Millionen Benutzer zu haben, davon 20 Millionen zahlende. Bis Ende des Jahres sollte der Nutzerstamm auf 100 Millionen angewachsen sein, berichtet die International Business Times. Auch andere Streamingdienste wachsen, während Apple nach drei Monaten anscheinend ein guter Start gelungen ist: Bis zu 15 Millionen Nutzer sollen den neuen Dienst ausprobiert haben.

Menschenrechtspreis: Tim Cook hat am Sonntag in Washington D.C. den National Visibility Award der Organisation Human Rights Campaign verliehen bekommen. Auf dem festlichen Dinner sprach Cook über die Anstrengungen  gegen Diskriminierung. Zu den Laudatoren Cooks gehörte auch US-Vizepräsident Joe Biden.

Telekom plant angeblich Netzwerk-Werbeblocker

Laut Wall Street Journal verhandelt die Deutsche Telekom derzeit mit dem israelischen Unternehmen Shine Technologies über einen Werbeblocker für das eigene Mobilfunknetz. Der jamaikanische Mobilfunkbetreiber Digicel integriert in Kürze einen solchen Adblocker, der Werbeanzeigen aus Webseiten und Apps herausfiltert. Der Netzbetreiber begründet diesen Schritt mit der Traffic-Menge, die Kunden durch unerwünschte Werbung verlieren würden.

Gegenüber Golem teilte die Telekom jedoch mit, dass man nicht in Verhandlungen mit Shine stünde. Die Entwicklungen und Trends der Branche behalte man jedoch im Auge. Dennoch sei derzeit kein Werbeblocker im Telekom-Netz geplant.

Shine argumentiert ebenfalls, dass 10 bis 50 Prozent des von Mobilfunknutzern verbrauchten Datenvolumens für Werbeanzeigen aufgewendet werden. Alternativ stehen auf Handy und Tablets  schon jetzt Programme und Browser zum Blockieren von Werbeanzeigen zur Verfügung.

Myfox: Home Security "Rezepte“ auf IFTTT

Myfox, europäischer Anbieter für die Sicherung intelligenter Häuser, hat einen neuen Sicherheitskanal auf IFTTT eingerichtet.

Der neue Service von Myfox soll es Verbrauchern ermöglichen, Verbindungen zwischen ihren Lieblingsprodukten und –apps herzustellen. Der Myfox-Sicherheitskanal verbindet demnach die "proaktive" Alarmanlage Myfox Home Alarm und die Myfox Security Camera mit tausenden von sogenannten "Rezepten" auf IFTTT (Abkürzung von "If This Then That"). Diese sollen kontrollierbare Geräte im Haus, beispielsweise Beleuchtung, Musiksysteme und Thermostate aktivieren , wenn der Alarm entweder aktiviert ist, deaktiviert ist, sich im Nachtmodus befindet oder ausgelöst wird. Zudem, wenn die Kamera angeschaltet wird – eine Integration, die eine nahtlose Connected-Home-Erfahrung gewährleistet, wie der Anbieter verspricht. Solche Beispiel-Sicherheitsrezepte von Myfox auf IFTTT   können beispielsweise sein:

Die Myfox-Kamera schließt die Fensterläden, wenn der Nutzer nach Hause kommt (iOS/Android GPS).

Der Myfox-Alarm wird deaktiviert, wenn der Nutzer nach Hause kommt (iOS/Android GPS).

Die "proaktive" Alarmanlage Myfox Home Alarm (UVP: 299 Euro) umfasst dem Hersteller zufolge den Alarm, einen IntelliTAG-Einbruchssensor, einen Key Fob und einen WLAN-Link, der das gesamte System miteinander verbinden soll. Der IntelliTAG-Sensor verhindert demnach Einbrüche bereits im Vorfeld und will dem Anwender dadurch ein sicheres Gefühl vermitteln. Die Myfox Security Camera (UVP: 199 Euro) ist laut Anbieter die die einzige Kamera ist, die mit einer fernsteuerbaren Blende ausgestattet ist, die bei Bedarf per App heruntergefahren werden kann. Einen Überblick zu dem System finden Sie bei uns hier .

Adblock: Neuer Besitzer setzt auf "Akzeptable Werbung"

Wer im eigenen Browser die Erweiterung Adblock (nicht Plus) aktiviert hat, erhält seit Donnerstag eine interessante Benachrichtigung von den Entwicklern.  Demnach unterstützt Adblock das "Acceptable Ads"-Programm. Das Programm stammt ursprünglich aus Deutschland und wurde durch den Werbeblocker Adblock Plus ins Leben gerufen. Der Entwickler von Adblock und der ehemalige Inhaber der gleichnamigen Firma Michael Gundlach informiert im Kleingedruckten , dass die Firma verkauft wurde. Die Kollegen von " The next Web " haben bei der Pressestelle von Adblock nachgefragt, konnten jedoch nichts über den Käufers in Erfahrung bringen. Bekannt ist nur, dass der Gründer Gundlach die Firma verlässt. Das Management unter der Leitung von Gabriel Cubbage berichtet ab jetzt an die neuen Besitzer. Wir haben bei der Eyeo GmbH - der Betreiberfirma von Adblock Plus  – nachgefragt, ob es sich bei ihr um den Käufer handelt, denn das Portfolio der beiden würde perfekt zueinander passen. Der Pressesprecher bei Eyeo GmbH Ben Williams hat dies jedoch verneint.

Hier der Wortlaut der Meldung von Michael Gundlach: "PS: Warum gerade jetzt? Ich habe immer schon ähnliche Ziele verfolge, wie der Werbeblocker Adblock Plus, der das Acceptable Ads-Programm initiiert hat. Ich mochte allerdings die Tatsache nicht, dass Adblock Plus das Programm kontrolliert, denn die Initiative wird teilweise von Werbern aus dem Programm finanziert. Jetzt aber ändert sich das, denn Adblock Plus wird die Schirmherrschaft über Acceptable Ads einer unparteiischen Gruppe von Experten übergeben. Durch diese Änderung freue ich mich sagen zu können, dass auch Adblock am Programm teilnimmt. Ich verkaufe mein Geschäft und der neue Inhaber führt Acceptable Ads fort. Mein langjähriger Geschäftsführer wird der Firma weiterhin vorstehen. Ich denke, dass ist eine tolle Sache für alle Nutzer.

Gefälschte Paypal-App geht auf Kundenfang

In Spam-E-Mails fordern Kriminelle deutsche Android-Nutzer derzeit dazu auf, eine neue Paypal-App auf ihrem Smartphone oder Tablet zu installieren. Im Gegenzug sollen die Anwender eine Gutschrift in Höhe von 25 Euro erhalten. Laut Trendmicro handelt es sich bei der besagten App um eine Malware, die weitreichende Systemrechte fordert. Gleichzeitig kann die Schadsoftware die Zugangsdaten der echten Paypal-App auslesen.

Als Urheber der gefälschten Paypal-Mail hat Trendmicro Hacker in Vietnam, Russland oder Indien ausgemacht. Gleichzeitig seien über 200 Malware-Apps im Umlauf, die auch andere Geldhäuser wie die Commerzbank abdecken.

Die gefälschte App steht jedoch nicht im offiziellen Google-Play-Store zum Download bereit. Entsprechend müssten Nutzer vorher die Installation von Software aus unbekannten Quellen erlauben. Ein versehentliches Anklicken eines Links in der Mail führt also nicht zwangsläufig zu einer Infektion.

2129907