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Morgenmagazin vom Montag, 8. Februar 2021

08.02.2021 | 07:04 Uhr | Peter Müller

Hyundai-Kia: Keine Verhandlungen mit Apple mehr +++ China reguliert lokale IT-Größen – Chance für Apple +++ Telgraph: Apple zwingt Drittanbietern im Store strenge Bedingungen auf +++ FritzBox: Dieses Tool schützt vor Spam-Anrufen +++ Chrome 88: Google stopft 0-Day-Lücke im Browser +++ Warcraft: Blizzard entwickelt mehrere Mobile-Games +++ DAZN: Magenta-TV-Kunden bekommen Fußball günstiger

8. Februar: An der Börse

Macwelt wünscht Guten Morgen! Die Sache GameStop vs. Hedgefonds ist noch nicht ausgestanden. Die Lage ist reichlich komplex, es handelt sich hier nicht um einen Aufstand der Guten gegen das personifizierte Böse im Aktienhandel, im Gegenteil haben auch Großinvestoren kräftig daran verdient, dass zwei große Hedgefonds ihre Wette gegen das Wertpapier des Unternehmens verloren haben. Und wer zu spät eingestiegen ist, beim vermeintlichen Kampf der Gerechten gegen das Großkapital, sieht eben jetzt wieder seine Felle den Bach heruntertreiben, wenn die GameStop-Aktie wieder auf das Niveau zurückfällt, das dem Business des Unternehmens eher entspricht. Das dürfte nicht bei Null liegen, aber vielleicht wieder bei den vier US-Dollar, die das Papier vor dem Hype wert war.

In Sachen Geldanlage sind wir ja eher konservativ, zu viel Risiko darf nicht sein, auf einzelne Aktien zu setzen, hat etwas von Glücksspiel. Obwohl: Wenn wir mittels einer Zeitmaschine zurück in das Jahr 1998 könnten oder gleich in Richtung 1981 uns aufmachen könnten, würden wir so viele Apple-Aktien kaufen, wie wir nur kriegen können …

Natürlich kann uns in den nächsten 23 oder gar 40 Jahren der Kursverlauf von AAPL hold sein, wenn wir jetzt einsteigen, aber man ist eben immer erst hinterher schlauer. Immerhin ist Apple viel zu groß um je zum Wettobjekt eines Hedgefonds oder einer Interessengruppe von Kleinanlegern zu werden.

In New York haben die Börsen noch zu, wobei ja längst nicht mehr zu Öffnungszeiten gehandelt wird. Das ist unter anderem der Börse zu verdanken, die heute vor 50 Jahren an den Start ging, die NASDAQ. Die Großbuchstaben deuten es an, beim Namen des Handelsplatzes handelt es sich um ein Akronym, das für N ational   A ssociation of   S ecurities   D ealers   A utomated   Q uotations steht. Die Nasdaq (Akronyme, die man flüssig sprechen kann, soll man nicht in Großbuchstaben schreiben, wenn es sich um mehr als drei handelt) war die erste rein elektronische Börse der Welt und ist auch heute noch die erste ihrer Art. Pioniere ziehen gerne Pioniere an, aber auch wegen der im Vergleich zur NYSE (New York Stock Exchange, gerne auch "Neisi" gesprochen) weit geringeren Kosten war und ist die Nasdaq vor allem bei Technologieunternehmen beliebt, zum Beispiel eben bei Apple. Ach, wir ordern doch gleich mal ein paar Stück AAPL à 136,68 US-Dollar, bevor die Börsen aufmachen …

Lesetipps für den Montag

Dementi: Im März hätte die Nachricht offiziell werden sollen, hieß es seit dem Jahreswechsel. Dann würde Apple zusammen mit Hyundai-Kia bekannt geben, an einem autonomen Elektrofahrzeug zu arbeiten, das schon im Jahr 2024 auf den Straßen rollen könnte. Was auch immer an den Gerüchten um ein Apple Car dran war und ist, mit Hyundai-Kia wird Apple es nicht bauen, der Traum von der März-Überraschung ist durch ein offizielles Dementi aus Korea geplatzt. Laut Bloomberg hat der Konzern bekannt gegeben, nicht mehr mit Apple über ein autonomes Fahrzeug zu sprechen. Konkret meldete Hyundai-Kia an die Börsenaufsicht, in frühen Stadien der Verhandlungen mit mehreren Partnern zu sein. Dabei kamen die ersten Nachrichten über Gespräche mit Apple direkt aus der Firmenzentrale, erst später relativierte Hyudai-Kia und erklärt, mit mehreren Unternehmen über Technologien für autonome Fahrzeuge zu sprechen. Apple sei über die Indiskretion verärgert gewesen, was ein Grund für das Ende der Verhandlungen sein könnte, selbst wenn es sich nur um einen vorläufigen Stopp handeln sollte.

Regulierung: Seit geraumer Zeit fordert Apple-CEO Tim Cook eine stärkere Regulierung großer Technikfirmen und nimmt dabei sein eigenes Unternehmen nicht aus. Nun könnte aber gerade Apple von einer solchen Regulierung profitieren - in China. Dort ist ein im letzten November vorgestelltes Gesetz in Kraft getreten, welches lokale Tech-Größen wie Alibaba und seine Märkte Taobao und Tmall betrifft sowie die Bezahldienste Alipay und WeChat Apay von Tencent oder auch JD.com. Die neuen Richtlinien würden "monopolistisches Verhalten in der Plattform-Ökonomie stoppen und den fairen Wettbewerb im Markt schützen", erklärt die zuständige Behörde State Administration for Market Regulation (SAMR). Es habe auch zunehmend Berichte über monopolfeindliches Verhalten von Online-Firmen erhalten, die aber nur schwer aufzudecken seien. In der Theorie sollten die neuen Regeln den Wettbewerb stärken und könnten Diensten wie Apple Pay eine bessere Stellung gegen die lokalen Riesen gewähren.

Friss oder stirb: Laut eines Berichts der britischen Zeitung The Telegraph vm Wochenende behandelt Apple Dritthersteller von Zbehör und Peripherie, dass Apple in seinem Stores und online verkauft, weit strenger als bisher. So bezahle Apple die Ware grundsätzlich erst nach dem Verkauf und gebe so Kosten für das Inventar an die Partner weiter. Für die Überweisung lasse sich Apple nun auch bis zu 60 Tage nach dem Verkauf Zeit und nicht mehr 45 wie bisher. Die Bedingungen seien nun auch nicht mehr verhandelbar und gelten für alle gleichermaßen, heißt es weiter.  "Sie tun ihren Verkäufern keinen Gefallen; ihre Verkäufer stehen vor finanziellen Herausforderungen, die sie nicht haben. Ich glaube nicht, dass irgendjemand sie ablehnen wird; es gibt sehr wenig Konkurrenz für die Markenpräsenz, die man mit Apple bekommt," verrät einer der namentlich nicht genannten Hersteller der Zeitung. Ein Apple-Sprecher entgegnet, wenig sagend: "Wir schätzen die enge Beziehung sehr, die wir mit den erstklassigen Unternehmen haben, die ihre Produkte über Apple.com und in unseren Stores verkaufen. Apple bewertet regelmäßig das Sortiment der Produkte von Drittanbietern, die wir verkaufen, und die Struktur unserer Modelle, um den Anbietern die Möglichkeit zu geben, ihr Geschäft zuverlässig und zuversichtlich auszubauen."

Nicht nur im Abo: Vor etwas mehr als einem Jahr ist die Corel Draw Graphics Suite auf den Mac zurückgekehrt, als Alternative für Grafiker und Designer, die weder die komplette Creative Cloud mit ihren Web-  und Videotools brauchen, noch für Photoshop oder Illustrator alleine ein Abo zahlen wollen. Corel Draw ist weiterhin auch per Einmallizenz zu haben, doch in diesem Jahr gibt es für die Core Draw Graphics Suite 2020 keinen Rabatt für ein Update von der letzten Version, alle Nutzer zahlen 500 US-Dollar. Oder steigen auf die Abo-Fassung 35 Dollar pro Monat oder 250 Dollar im Jahr um. Dafür bekommt man dann auch die Web-Version für Kollaboration. Im Test unserer Kollegen der Macworld fallen auch die verbesserten AI-Werkzeuge auf, die Corel Draw Graphics Suite präsentiert sich als empfehlenswerte Lösung für Bildbearbeitung, Pixel- und Vektorgrafik.

Weitere Nachrichten:

FritzBox: Dieses Tool schützt vor Spam-Anrufen

Wer seine Telefonate über die FritzBox abwickelt, bleibt dennoch nicht vor unerwünschten Anrufen oder Werbegesprächen verschont. Die kostenpflichtige Software „Anrufschutz“ von Tellows soll diese Unannehmlichkeiten verhindern. Das Programm wird in Form einer Gutscheinkarte für knapp 20 Euro bei Amazon oder ausgewählten Elektronikfachhändlern angeboten. Darauf befindet sich ein Rubbelfeld, welches einen Lizenzcode freigibt. Dieser kann direkt in der FritzBox eingegeben werden und berechtigt zwei Jahre lang zur Nutzung der Software. Durch die Registrierung beim Hersteller kann dieser Zeitraum um ein weiteres Jahr ohne Mehrkosten verlängert werden.

Der Tellows Anrufschutz basiert auf Bewertungen der Nutzer für einzelne Telefonnummern. Monatlich kommen laut Hersteller so bis zu 40.000 Bewertungen zustande, die über die Seriosität des Anrufers Auskunft geben. Mit einem Score von 1 (seriös) bis 9 (unseriös) werden diese Anrufer in das Online-Telefonbuch der FritzBox übernommen und eingestuft. Nach dem Einrichten lassen sich wahlweise alle Telefonnummern mit einem Score von 7 bis 9 blockieren. Alternativ kann der Score direkt beim Anruf eingeblendet werden. Der Abgleich mit den neuen Scores der Community erfolgt einmal täglich. Die Einrichtung in der FritzBox ist relativ simpel. Dazu muss lediglich das Telefonbuch eines Online-Anbieters integriert werden. Eine genaue Anleitung stellt der Hersteller hier zur Verfügung.

 

Chrome 88: Google stopft 0-Day-Lücke im Browser

Bereits seit etwa zehn Tagen wird darüber spekuliert, dass in Chrome eine Sicherheitslücke steckt, die Angreifer schon ausnutzen. Dabei soll es sich um nordkoreanische Hacker handeln, die in Staatsdiensten stehen und sich als Sicherheitsforscher ausgeben. Mit dem Chrome-Update vom 2. Februar hatte Google zwar mehrere Schwachstellen beseitigt, darunter auch eine als kritisch eingestufte, die 0-Day-Lücke war jedoch noch nicht dabei.

In der neuen Chrome-Version 88.0.4324.150 für Windows, macOS und Linux vom 4. Februar ist diese Sicherheitslücke geschlossen, die Google als hohes Risiko einstuft. Im Chrome Release Blog merkt Srinivas Sista an, dass die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2021-21148 bereits ausgenutzt wird. Entdeckt und am 24. Januar gemeldet hat sie der Software-Entwickler Mattias Buelens. Es handelt sich um einen Pufferüberlauf in der Javascript-Engine V8. Die Höhe der Prämie für Buelens hat Google noch nicht festgelegt oder veröffentlicht.


Googles Threat Analysis Group (TAG) berichtet , die mutmaßlich nordkoreanischen Angreifer zielten auf Sicherheitsforscher, gäben sich selbst als solche aus. Sie bieten beispielsweise die Mitarbeit an einem Visual Studio-Projekt an. In diesem steckt allerdings eine manipulierte DLL, die Visual Studio automatisch ausführt. Darin enthaltener Schadcode nimmt Kontakt zu seinem Mutterschiff, einem C&C-Server auf und öffnet den Angreifern eine Hintertür ins System. Die Malware kann auch über Downloads in Blogs verteilt werden.

Chrome-Updates sind über die im Browser integrierte Aktualisierungsfunktion erhältlich. Sie werden meist automatisch heruntergeladen und installiert. Wenn Sie nicht darauf warten möchten, können Sie das Update auch manuell unter Hilfe » Über Google Chrome anstoßen.

Die Hersteller anderer Chromium-basierter Browser werden wohl in den nächsten Tagen nachziehen. Bislang ist nur Brave zumindest auf dem Stand der Chromium-Version 88.0.4324.146 vom 2. Februar. Edge, Vivaldi und Opera hängen noch eine weitere stabile Version zurück.

Chrome für Android ist in Version 88.0.4324.152 verfügbar. Chrome 89 für Desktop soll am 2. März erscheinen.


Warcraft: Blizzard entwickelt mehrere Mobile-Games

Gerüchte um ein "Warcraft"-Mobile-Games machen bereits seit mehreren Jahren die Runde. In dieser Woche gab es nun eine Bestätigung von Blizzard-CEO Bobby Kotick. Während der aktuellen Investorenkonferenz erklärte Kotick , dass das Unternehmen "regelmäßige Premium-Inhalte" aus dem "Warcraft"-Franchise veröffentlichen wolle. Als Teil dieser Strategie entwickelt Blizzard gleich mehrere Mobile-Games mit Free-to-Play-Ansatz. "In unserem Warcraft-Franchise wollen wir regelmäßig Premium-Inhalte liefern, um die World-of-Warcraft-Community auszubauen und zu erhalten. Dafür haben wir mehrere Warcraft-Erfahrungen mit Free-to-Play-Modell und für mobile Plattformen in der fortgeschrittenen Entwicklung," so Kotick.

Gerüchte um ein Mobile-Game aus dem "Warcraft"-Universum gibt es bereits seit 2017. Damals veröffentlichte Blizzard ein Entwickler-Gesuch für ein neues Mobile-Game aus dem "Warcraft"-Franchise. 2018 gab es weitere Mutmaßungen, bei dem Spiel handle es sich um ein Augmented-Reality-Game im Stile von "Pokemon Go". Angesichts der Tatsache, dass Kotick von "mehreren" Projekten spricht, könnte es sich dabei um eines der Mobile-Games handeln. Nähere Details zu den Spielen wollte der Blizzard-CEO jedoch leider nicht verraten.

DAZN: Magenta-TV-Kunden bekommen Fußball günstiger

Die Deutsche Telekom und der Sportstreamingkanal DAZN bauen ihre Zusammenarbeit aus. Ab Mitte Februar 2021 können Magenta-TV-Kunden DAZN direkt über die Magenta-TV-Settop-Box buchen und die Sportangebote ansehen. Bezahlt wird dann über die Telekom-Rechnung.

Für Magenta-TV-Nutzer, die DAZN dazu buchen, ergibt sich ein kleiner monatlicher Preisvorteil: Anstatt der für DAZN sonst pro Monat fälligen 11,99 Euro zahlen Magenta-TV-Nutzer nur 11 Euro. Magenta-TV-Nutzer, die sich für das Jahres-Abonnement von DAZN entscheiden, kommen ebenfalls in den Genuss eines Preisvorteils: Statt der sonst üblichen knapp 10 Euro pro Monat ( das Jahresabo kostet 119,99 Euro pro Jahr, wenn man es direkt bei DAZN abschließt ), zahlen Magenta-TV-Kunden anteilig nur neun Euro pro Monat für das Jahresabo.

DAZN überträgt derzeit Spiele der UEFA Champions League, der Fußball-Bundesliga und von vielen weiteren Sportarten. Ab August 2021 erweitert DAZN sein Angebot und überträgt dann 121 von 138 Champions-League-Spielen sowie 106 Spiele der Fußball-Bundesliga (die Freitags- und Sonntagsspiele). Details dazu lesen Sie hier: So sehen Sie alle Spiele.

DAZN für 11,99 Euro pro Monat inklusive Gratismonat buchen

Neben Fußball bietet der Streaming-Dienst DAZN auch US Sport (NFL, NBA, MLB und NHL), Rugby, Boxen und Tennis.

Mit dem neuen Angebot ab Februar können MagentaTV Kunden bei DAZN folgende Spiele anschauen:

Bundesliga:

FIFA-Klub WM:

  • 08. Februar 2021: 19.00 Uhr: Halbfinale FIFA Klub-WM: Al-Duhail SC/Al Ahly Sports Club – FC Bayern München

  • 11. Februar 2021: 19.00 Uhr: Spiel um Platz 3/Finale FIFA Klub-WM

UEFA Champions League:

  • 16. Februar 2021: 21.00 Uhr: RB Leipzig – FC Liverpool

  • 17. Februar 2021: 21.00 Uhr: FC Sevilla – Borussia Dortmund

  • 23. Februar 2021: 21.00 Uhr: Atletico Madrid – FC Chelsea

  • 24. Februar 2021: 21.00 Uhr: Borussia Mönchengladbach – Manchester City

  • 09. März 2021: 21.00 Uhr: Juventus Turin – FC Porto

  • 10. März 2021: 21.00 Uhr: Paris Saint-Germain – FC Barcelona

  • 16. März 2021: 21.00 Uhr: Real Madrid – Atlanta Bergamo

  • 17. März 2021: 21.00 Uhr: FC Chelsea – Atletico Madrid

UEFA Europa League:

  • 18. Februar 2021: 18.55 Uhr: BSC Young Boys – Bayer 04 Leverkusen

  • 18. Februar 2021: 21.00 Uhr: Molde FK – TSG 1899 Hoffenheim

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