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Morgenmagazin vom Montag, 8. März 2021

08.03.2021 | 07:04 Uhr | Peter Müller

Apple nimmt iMac Pro aus dem Angebot +++ Klarstellung: Spotitfy keine Default-App unter iOS 14.5 +++ Kuo: AR/VR-Kontaklinsen von Apple in den 30ern +++ Kult-Serie: Raumpatrouille Orion bekommt Remake +++ Legendäres Windows-XP-Wallpaper: Hier entstand "Bliss" +++ Netflix entfernt diese Filme & Serien im März 2021

8. März: Frauen und Technik

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind, steht ja im Grundgesetz. Ende der Diskussion, es braucht also keinen Weltfrauentag. Schon gleich gar nicht hier, meine Herren und die wenigen Damen. Binnen-Is oder -sternchen braucht es auch nicht, Frauen sind ja immer mit gemeint, liebe Leser. Kann man nur wiederholen: Die Gleichberechtigung und das Grundgesetz. An dem haben sogar zwei oder drei Damen mit geschrieben, neben den vielen auf Herrenchiemsee versammelten Vätern unserer Verfassung. HERRENChiemsee! Überhaupt: Frauen und Technik! Es genügt ja, wenn man einen technischen Gegenstand rosa anmalt und zehn oder zwanzig Prozent mehr dafür verlangt, die Mädels kaufen den dann schon. Haben ja keine Ahnung.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Leser:innen, Leser_innen, liebe Lesenden: Wir wissen, dass Sie Ironie und gar Sarkasmus erkennen, wenn sie diesen Stilformen begegnen. Deshalb haben Sie ja nach dem Absatz, der sonst fünf Euro in die Chauvi-Kasse kosten würden, auch weiter gelesen. Denn Sie wissen, dass auch wir wissen: Die Sache mit der im Grundgesetz geforderten Gleichberechtigung wird eben nicht immer so gelebt, wie es der Fall sein sollte. Und die Absurdität, dass angesichts der gut dokumentierten gender pay gap Frauen für Geräte deshalb mehr bezahlen müssen, nur weil sie eine Marketingabteilung rosa lackieren ließ, ist Ihnen sicher auch schon öfter aufgefallen. Von den 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel brauchen wir in dem Zusammenhang gar nicht reden.

Am heutigen Internationalen Frauentag, der seinen Ursprung in der sozialistischen Bewegung des späten 19. Jahrhunderts hatte, aber sehr wohl über Frauen und Technik.

Denn die Geschichte der Computertechnik beginnt mit einer Frau: Der britischen Mathematikerin Ada Lovelace. Sie ist gewissermaßen die erste Programmiererin der Historie (und hierin sind auch alle Programmierer mit eingeschlossen), ihr im Jahr 1842 entworfener Algorithmus (das Wort kommt übrigens aus dem Arabischen …)  zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen, hätte die letztendlich nie gebaute Analytical Machine von Charles Babbage ausführen sollen - der erste Entwurf eines Computers.

Als diese gut hundert Jahre später tatsächlich in Betrieb kamen, waren es Frauen, die die ganze Hallen einnehmenden Maschinen fütterten und weiter entwickelten. Den Bürohengsten waren diese Arbeiten entweder zu anstrengend oder zu langweilig, wer weiß das schon. Aber noch in den Achtzigerjahren hatte man den männlichen Gymnasiasten noch erzählt, bestimmte Fähigkeiten müssten sie nicht erwerben, denn später bekämen sie ohnehin eine Sekretärin. Nein, keinen Sekretär, außer sie wollten sich ein Möbelstück dieses Namens anschaffen. Dass Programmieren womöglich zu einer Schlüsselqualifikation werden könnte, dämmerte in der Zeit aber langsam. Die ersten Programmierer waren  Frauen.

Frauen formten aber auch das Berufsbild des Computers. Genau, Beruf, nicht Werkzeug. Obwohl gerade die dunkelhäutigen "Computer" der NASA gerne nicht als Menschen weiblichen Geschlechts gesehen wurden, sondern als Werkzeug. Der Film "Hidden Figures" erzählte im  Jahr 2016 davon, wie Frauen um die Mathematikerinnen Katherine Goble, Dorothy Vaughan und Mary Jackson der US-Raumfahrtbehörde als im Hintergrund agierende menschliche Rechenmaschinen die Zahlen ermittelten, welche die Flugbahnen von Raketen zu beschreiben hatten.

Frauen in der Informations- und Kommunikationstechnik sind also keineswegs Exoten. Sondern die Basis der Branche. Gut, die Hälfte der Basis, nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Frauen und Technik – das passt gut zusammen.

Lesetipps für den Montag

Vorbote: Als Zwischenlösung war der iMac Pro Ende 2017 gedacht, bis es wieder einen modularen Mac Pro geben würde, der dann zwei Jahre später fertig war. Schon seit dem iMac vom Sommer 2020 schien der iMac Pro angezählt, als eine Zwischenstufe, die man kaum noch gebrauchen könnte - und nun passiert das Unvermeidliche, Apple nimmt den iMac Pro aus dem Handel. Wie der Hersteller selbst bekannt gibt, werde man den iMac Pro nur noch verkaufen, solange die Vorräte reichen. Auch einige Konfigurationen des iMac 21,5 Zoll sind nicht mehr verfügbar, die Zeichen verdichten sich also, dass neue Apple-Silicon-iMacs nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen werden. Ein neuer iMac Pro dürfte aber nicht mehr dabei sein, die Geschwindigkeit der M1-Chips wird kaum noch Wünsche offen lassen.

Absage: Erste Anwenderberichte ließen vermuten, Apple wolle ab iOS 14.5 die Anwender die Standard-App für Musikwiedergabe auswählen, so wie man außer Mail und Safari auch andere E-Mail-Programme oder Browser einsetzen kann. Gegenüber TechCrunch weist Apple dies zurück, Siri frage in einigen Fällen nur nach, um herauszufinden, welche Apps die Anwender für welche Art der Wiedergabe bevorzugen. So mag mancher für Musik zwar Spotiy bevorzugen, für Podcasts dann doch wieder die eigene App Apples und für Hörbücher eine Dritte.

Ausgezeichnet: Nachdem Jason Sudeikis  den Golden Globe als bester Darsteller in einer Comedy-Serie bekommen für seine Darstellung des Ted Lasso erhalten hat, bekommt die gleichnamige Serie von Apple TV+ nun drei Critics Choice Awards. Erneut wird Jason Sudeikis als bester Darsteller ausgezeichnet, zudem gewinnt Hannah Waddingham den Preis für die beste weibliche Hauptrolle. Gegen sieben Konkurrenten setzt sich "Ted Lasso" zudem als beste Serie bei den Kritikerpreisen durch.

Zukunftsmusik: Apple entwickelt AR- und VR-Lösungen, nach allgemeinem Dafürhalten wird ein Headset im kommenden Jahr erscheinen. Dies bekräftigt der Analyst Ming-Chi Kuo in einer Notiz an Anwender, blickt darin aber auch noch ein Stück weiter in Zukunft. Denn schon 2025 werde Apple die Technologie so weit vorantreiben, um sie in eine Brille einbauen zu können. Irgendwann zwischen  2030 und 2040 wird es Apples VR/AR auch für Kontaktlinsen geben, Details dazu konnte Kuo noch nicht nennen.

Ausgesperrt: Von einem kuriosen Fehler der iCloud berichtet die Apple-Kundin Rachel True. Seit nunmehr sechs Monaten könne sie sich nicht in den Service einloggen, der Versuche endet stets mit der Fehlermeldung, dass der Wert "True" sich nicht mit dem Nachnamen verknüpfen lasse. Anscheinend sieht iCloud den String "True" als Bool'schen Wert an und akzeptiert ihn nicht als Nachnamen. Eine Lösung sei nach langen und häufigen Gesprächen mit dem Apple-Support aber in Sicht.

Weitere Nachrichten:

Kult-Serie: Raumpatrouille Orion bekommt Remake

Wie das Unterhaltungsmagazin Variety berichtet , arbeiten Uncharted Territory und Bavaria Fiction an einem Remake der Kult-Serie "Raumpatrouille: Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion", auch bekannt als "Raumpatrouille Orion". Die sieben Episoden umfassende BRD-Produktion wurde 1966 in der ARD ausgestrahlt und zählt inzwischen zu den Kult-Klassikern. Die Serie erzählt die Geschichte von Commander Cliff Allister McLane und seiner Crew, die mit ihrem Raumschiff Orion für die Erde gegen die feindliche Alien-Rasse der Frogs kämpfen.

Die Geschichte des Serien-Remakes stammt von den Uncharted-Territory-Autoren Volker und Gesa Engel. Sie führt die Story der Schwarz-Weiß-Serie fort und erweitert sie um eine neue Charakter-Generation. Ein Wiedersehen gibt es unter anderem mit dem groovy Tanz-Club Starlight Casino. Die Serie soll jedoch auch aktuelle Themen wie die Erderwärmung, knappe Ressourcen und Umweltverschmutzung ansprechen.

In der neuen "Orion"-Serie heuert eine neue Crew für das in die Jahre gekommene Raumschiff an, darunter der Enkel von Commander McLane. Während ihrer Ausbildung werden sie in einen rücksichtslosen Krieg um die knappen Ressourcen von entfernten Planeten verwickelt. Wann genau die Serie starten soll, ist bislang noch nicht bekannt.

Legendäres Windows-XP-Wallpaper: Hier entstand "Bliss"

Vor 25 Jahren entstand ein Foto, welches Geschichte schreiben sollte: Das Bild "Bliss" (übersetzt "Wonne" oder "Glückseligkeit"), welches als Standard-Bildschirmhintergrund dann in dem am 25. Oktober 2001 erschienenen Windows XP und in dessen "Luna"-Oberfläche verwendet wurde. In der deutschen Windows-XP-Version trägt der Hintergrund den Namen "Grüne Idylle". Der Hintergrund wurde von Milliarden Windows-XP-Nutzern gesehen. Unsere US-Schwesterpublikation PC-WORLD hatte diesem Foto bereits im Jahr 2014 einen längeren Beitrag gewidmet, der nun noch mal zum 25. Jubiläum aktualisiert worden ist.

Das Foto "Bliss" wurde vom National-Geographic-Fotografen Charles "Chuck" O´Rear im Januar 1996 geknipst und gilt als sein erfolgreichstes Foto überhaupt. Laut Angaben des Fotografen war er gerade mit dem Auto auf dem Weg zu einer Frau, die er später heiraten sollte. Er fuhr auf einer Straße durch Napa (Kalifornien) in Richtung Marin County. An einer Stelle des Highway 12 hielt O´Rear an, um sich die Landschaft genauer anzuschauen und machte dabei mehrere Fotos.

Auf eines dieser Fotos gelangte dann die Aufnahme eines smaragdgrünen Hügels, mit einem Bergrücken dahinter und ein paar bauschigen Wolken. Exakt das Motiv, welches dann später als Windows-XP-Hintergrund "Bliss" berühmt werden sollte. Und hier findet sich die Stelle auf Google Maps, an der die "Bliss"-Aufnahme entstand.

Der Rest war dann Zufall und auch Glück: O´Rear war einer der ersten Fotografen, der den Foto-Dienst Corbis nutzte, um seine Fotos zu digitalisieren und zu verkaufen. Im Jahr 2000 plante Microsoft die Veröffentlichung von Windows XP und war auf der Suche nach einem geeigneten Standard-Wallpaper. Dabei wurde die Foto-Datenbank von Corbis nach geeigneten Motiven durchforstet, weil der Dienst damals dem Microsoft-Gründer Bill Gates gehörte.

Dieses Foto von O´Rear weckte das Interesse von Microsoft. Der sagte später dann: "Wie viele Bilder sie sich angesehen haben, weiß ich nicht." Bei Microsoft fiel aber schließlich die Entscheidung für das Foto von O´Rear. Er sei damals mit der Originalaufnahme in ein Flugzeug gestiegen, zu Microsoft geflogen und habe einen "saftigen" Scheck erhalten. Wie viel Geld er erhalten hat, darf O´Rear nicht verraten. Nur so viel: Es habe sich damals um einen akzeptablen Betrag gehalten und dieser Betrag sei auch noch aus heutiger Sicht akzeptabel.

Netflix entfernt diese Filme & Serien im März 2021

Auf Netflix kommen regelmäßig neue Filme und Serien hinzu, darunter neben eigenen Produktionen auch sogenannte Lizenztitel. Ebenso regelmäßig entfernt Netflix aber auch solche lizenzierten Inhalte. Auf welche Neuzugänge sich die Netflix-Nutzer in den nächsten Tagen und Wochen freuen dürfen, erfahren sie auf der Netflix-Seite unter "Neu und beliebt" in den Kategorien "In den nächsten Tagen verfügbar", "In den nächsten Wochen verfügbar" und "Das Warten lohnt sich". Dort verrät Netflix auch, ab welchem Tag die jeweiligen Inhalte genau angeschaut werden können.

Etwas schwieriger ist es da herauszufinden, welche Filme und Serien den beliebten Streaming-Dienst verlassen. Abhilfe schafft hier die App WhatsOnFlix ( hier für Android und hier für iOS erhältlich). Hier eine Übersicht der wichtigsten Serien und Filme, die in den nächsten Tagen den Video-Streaming-Dienst Netflix verlassen. Sie erhalten damit die Chance, diese Inhalte noch schnell anzuschauen...

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