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Morgenmagazin vom Montag, 9. Dezember 2019

09.12.2019 | 07:09 Uhr |

Strahlende Smartphones: Klage gegen Apple und Samsung +++ Mac Pro ab morgen vorbestellen +++ Apple Card: iPhone zinslos auf Raten kaufen +++ Vodafone halbiert SIM-Karten-Rahmen ab April 2020 +++ Uber: Tausende sexuelle Übergriffe beim Fahrdienstleister +++ Gerücht: Samsung Galaxy S11 mit 108-MP-Kamera +++

9. Dezember: … with every christmas-card I write

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Jedes Jahr, etwas so um die Zeit des 9. Dezember herum, die allseits bange Frage: "Gibt es weiße Weihnachten?": Und wenn dann die Kollegen vom Boulevard davon faseln: "Definitiv! Nur nicht hier und in diesem Jahr!" oder "Aber sicher überall im Sendegebiet und doch in diesem Jahr!", dann geht Kachelmann auf Twitter steil. Und womit? Mit Recht!

Ich bin zwar kein Meteorologe, sondern nur schreibender Tieftemperatur-Physiker mit einem Diplom aus dem letzten Jahrtausend, aber so viel weiß ich von der Wetterkunde auch: Wer heute behauptet, über das Wetter in unserer Region in 15 bis 17 Tagen exakt  Bescheid zu wissen, der hat einen. Und zwar einen gewaltigen an der Waffel.

Jetzt kommt natürlich noch ein weiterer Punkt und hier mögen mich die Experten berichtigen, es gibt im Voralpenland ja die Bauernregel, dass es nur zwei Warmzeiten im Jahr gebe: Eine im Sommer und eine vor Weihnachten. Okay, das mit dem Sommer stimmt nicht immer, aber immer öfter, und auch ich erinnere mich an eine weiße Voralpenweihnacht, habe da aber auch Erinnerungen aus vielen, vielen Jahren. Irgend eine wird schon dabei gewesen sein. Der letzte hiesige Heilig' Abend mit Schnee ist vermutlich über zehn Jahre her und vor etwa fünf Jahren hat es in der Nacht auf den zweiten Feiertag noch ein paar Flocken runter gehauen.

Aber hinter der  Bauernregel - einer höchst inoffiziellen, an der Universität in Weihenstephan gehört – steckt natürlich viel Wahrheit.  Der Golfstrom versorgt schließlich den westlichsten Zipfel des eurasischen Kontinents oft noch bis nach der Wintersonnenwende mit ein wenig Restwärme, schneereich und kalt sind hier seit jeher eher Januar und Februar. Und weiße Ostern gar nicht mal so selten, vor allem dann, wenn die Feiertage in den März fallen. 2020 könnten wir mit Ostersonntag am 13. April wieder die Chance auf einen schönen Osterspaziergang im Klee statt im Schnee haben.

Warum träumen wir aber von Weißer Weihnacht? Daran sind vor allem die Amerikaner schuld, aber nicht der olle Bing Crosby mit seinem Schmachtfetzen, sondern eher Ostküstenmigranten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die in Mode gekommenen Weihnachtskarten an die in Europa gebliebenen Verwandten und Bekannten schickten. Darauf waren natürlich tief verschneite Landschaften zu sehen, logisch, der Golfstrom fließt ja weit an New York, Massachusetts und Maine vorbei, und die Gebirge verlaufen eher in Nord-Süd-Richtung, was den Einfall polarer Luft deutlich erleichtert.

Wenn wir uns aber recht entsinnen, stand die Krippe nicht in einer verschneiten Alpenkulisse und neben Ochs und Esel waren keine Gämsen oder Rehböcke zugegen. Auch wenn es in Bethlehem um die Wintersonnenwende herum ziemlich kalt sein kann, Schnee fällt da noch seltener. Weihnachten ist also eher grün als weiß, schon immer so gewesen. Vielleicht sollten wir also mal den Spieß umdrehen und den Nachkommen unserer entfernten Vorfahren entsprechende Weihnachtskarten über den Atlantik senden.

Und zwar heute noch. Denn der 9. Dezember gilt in den USA als Christmas Card Day. Etwas mehr als zwei Wochen vor dem Fest war es in den Zeiten der Postreiter ja auch allerhöchste Zeit gewesen, die Post zu verschicken, sollte sie noch rechtzeitig ankommen. Heute wäre sie auf elektronischem Wege binnen eines Wimpernschlags zugestellt, bleibt uns also mehr Zeit für die Gestaltung. Irgendwo in unserer Fotomediathek muss doch noch ein Bild von Edeltännleins grünem Wipfel sich verbergen. Zur Not tut's auch eine Fichte. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Klage: Bereits im August hatte die Chicago Tribune unter Verweis auf unabhängige Tests berichtet, Apples iPhones würden die gesetzlich festgelegten Höchstwerte für Funkstrahlung überschreiten. Apple hat dies vehement zurückgewiesen und eigene Tests sowie die Zertifizierung durch die Behörde FCC angeführt - in jedem Land, in dem man das iPhone verkaufe, halte man die Richtlinien ein. Die Rechtsanwaltskanzlei Fegan Scott aus Chocago hat nun weitere Tests beauftragt und in Folge dieser Klage gegen Apple und den Konkurrenten Samsung eingereicht. Konkret betroffen sind iPhone 7 Plus, iPhone 8, iPhone XR, Galaxy S8, S9 und S10, welche die Grenzwerte teilweise deutlich überschreiten würden. So würden etwa iPhone 8 und Galaxy S8 in einem Abstand von zwei Millimetern die Grenzwerte mehr als doppelt übertreffen, im Abstand von null Millimetern sei die Strahlung des iPhone 8 sogar fünfmal so hoch wie erlaubt. Fegan Scott führt an, die Tests seien unter Realbedingungen entstanden und nicht unter den von den Herstellern aufgesetzten Anordnungen.

Termin : Nun steht endlich fest, ab wann man den neuen Mac Pro bestellen kann, wenn man mindestens 6000 US-Dollar dafür übrig hat. Ab morgen öffnet Apple die Bestellung, wie das Unternehmen per Mail an die Kunden mitgeteilt hat, die sich für die Infomail registriert hatten. Apple verrät darin aber weder einen Auslieferungstermin noch die Preise für andere Konfigurationen als die Grundkonfiguration, diese wird man erst ab dem 10. Dezember auf Apples Website sehen können. Günstig wird der Mac Pro 2019 auf keinen Fall. Vor allem dann nicht, kauft man das Pro Display XDR dazu, da mit Standfuß weitere 1.000 US-Dollar kosten wird. Auch die deutschen Preise werden wir wohl erst morgen erfahren.

Programm : Auf Apple TV+ ist letzte Woche die Serie "Truth be Told - Der Wahrheit auf der Spur" zu sehen, ebenso der Film "Hala". Apple baut sei Programm weiter aus, wie der Hollywood Reporter berichtet. So soll Cupertino für 25 Millionen US-Dollar einen Dokumentarfilm über die 17-jährige Sängerin und Songwriterin Billie Eilish gekauft haben. Dieser entstand rund um die Veröffentlichung ihre Debütalbums "When we fall asleep, where do we go?". Diese hatte Apple mit dem ersten Apple Music Award für das Album des Jahres gekürt, Eilish ist in Apples Augen auch "Künstlerin des Jahres" und war letzten Mittwoch anlässlich des Awards im Steve Jobs Theater in Cupertino aufgetreten.

Glaubwürdig : Das Gerücht über ein völlig drahtloses iPhone im Jahr 2021, das in der vergangen Woche der Analyst Ming-Chi Kuo aufgebracht hat, hat die Szene elektrisiert. Dan Moren bliebt in seiner Kolumne "Stay Foolish" skeptisch. Den es fehle nach wie vor an drahtlosen Ladeinfrastrukturen die Gefahr sei groß, mit einem fast leeren iPhone weit weg von einer Ladematte zu landen. Das kann sich zwar bis 2021 noch ändern doch sieht Moren einen weiteren Nachteil, sollte der Lightningport wegfallen: Über diesen seien auch Diagnosen der Hardware und des Systems möglich, die man mit einem drahtlosen Zugang nicht bekäme. Moren ist sich zwar recht sicher, dass Apple an einer Lösung arbeite, ob daraus aber tatsächlich ein Produkt werde, sei fraglich. Schon eher plausibel erscheint ein Nachfolger für das iPhone SE, das eine Marktlücke bei kleineren Smartphones schließen würde. Dieses kommt angeblich ohne FaceID, die TocuhID werde sich an die Seite des Smartphones verlagern. Bisherige Versuche von Herstellern wie Samsung, einen Fingerabdrucksensor unter ein Display zu setzen, seien bisher noch wenig erfolgreich gewesen.

Zinslos : Bereits auf der letzten Bilanzpressekonferenz im Oktober hatte Apple-Chef Tim Cook angekündigt, dass Kunden der Apple Card über die Kreditkarte ein neues iPhone in 24 Monatsraten bezahlen können, ohne dafür Zinsen berappen zu müssen. Die "Apple Card Monthly Installments" kommen lediglich zu den vereinbarten monatlichen Mindestzahlungen für Kredite hinzu, diese sind freilich nicht zinslos, sondern eben nur die 24 Monatsraten. Beim Kauf des iPhones bekommen Kunden auch bei Ratenzahlung drei Prozent Cashback auf den Kaufpreis.

Weitere Nachrichten:

Vodafone halbiert SIM-Karten-Rahmen ab April 2020

Ab April 2020 wird Vodafone Deutschland eine neue SIM-Karte einführen. Das eigentliche Format der SIM (Mini, Micro oder Nano) ändert sich dabei nicht. Denn diese Größen sind Unternehmens-übergreifend standardisiert. Doch der Rahmen, in den die SIM eingestanzt ist, kann vom ausgebenden Mobilfunkunternehmen durchaus verändert werden. Genau das macht Vodafone: Ab April nächsten Jahres soll der Rahmen nur noch halb so groß sein.

Damit reduziert Vodafone laut eigenen Angaben das Gewicht der Karte um 50 Prozent von vier auf zwei Gramm. Vor allem wird so in der Produktion unnötiges Plastik vermieden. Das summiert sich, wie das Düsseldorfer Unternehmen betont. Denn pro Jahr gibt Vodafone Deutschland an seine Kunden mehr als zehn Millionen SIM-Karten aus. Durch diese Maßnahme würden 20 Tonnen Plastik und 300 Tonnen CO2 eingespart. Pro Jahr. Bislang verursachen rund 10 Millionen Vodafone SIM-Karten 40 Tonnen Plastik jährlich.

Die Vodafone Group wird ab Anfang 2020 die neue SIM-Karte in halber Größe in allen 24 europäischen Märkten einführen. Durch diese länderübergreifende Initiative sollen der Kunststoffabfall in Europa um mehr als 340 Tonnen pro Jahr reduziert und mehr als 5.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Noch mehr Plastik sparen Sie nur, wenn Sie eine eSIM verwenden. Derzeit sind bei Vodafone rund 100.000 eSIMs aktiviert.

5G: Hier baut Vodafone sein Mobilfunknetz aus

Vodafone: Gigacube Pro bis 31.1. ohne Datenlimit - danach mit 500 GB/Monat

Vodafone PIN für SIM-Karte ändern – so geht‘s

Eigene Rufnummer und Geräte-IMEI abfragen

Uber: Tausende sexuelle Übergriffe beim Fahrdienstleister

Der Fahrdienstleister Uber hat in dieser Woche seinen ersten Safety Report für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 vorgelegt . Aus dem Bericht geht hervor, dass es in den vergangenen zwei Jahren in den USA zu mehr als 6.000 sexuellen Übergriffen bei den Fahrten des Dienstleisters gekommen ist – in 464 Fällen kam es zu einer Vergewaltigung.

Um die schockierenden Zahlen zu relativieren, betont Uber, dass 99,9 Prozent aller über den Fahrer-Vermittler gebuchten Fahrten reibungslos abgelaufen seien. Allein im Jahr 2018 wurden jedoch rund 3.000 Uber-Fahrer von ihren Kunden wegen sexueller Übergriffe in den USA angezeigt. In 229 Fällen handelte es sich um Vergewaltigung. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Uber jedoch bei den Vergewaltigungsdelikten einen Rückgang von 16 Prozent verzeichnen, so das Unternehmen.

In 92 Prozent der Fälle wurden weibliche Fahrgäste von Uber-Fahrer belästigt. In nur acht Prozent der Fälle war der Uber-Fahrer Opfer von übergriffigem Verhalten durch Fahrgäste. Uber hat aufgrund der Zahlen eigenen Angaben zufolge zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, die sexuelle Übergriffe verhindern sollen. Welche genau das sind, wollte das Unternehmen jedoch nicht verraten.

Gerücht: Samsung Galaxy S11 mit 108-MP-Kamera

Die US-amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg will in dieser Woche weitere Details zu den neuen Flaggschiff-Smartphones von Samsung erfahren haben. Das Galaxy S11, das im nächsten Jahr erscheinen wird, soll demnach über vier Kameras an der Rückseite verfügen. Die Hauptkamera soll mit stattlichen 108-Megapixeln auflösen. Flankiert wird sie von einer Ultraweitwinkel-Linse und einer Tele-Linse, die fünffach optischen Zoom ermöglichen soll. Die vierte Linse im Bunde ist ein Time-of-Flight-Sensor, der Tiefeninformationen erfasst und sowohl für den Bokeh-Effekt in Portraits als auch für Augmented-Reality-Anwendungen genutzt werden kann.

Mit der Enthüllung des Galaxy S11 rechnen Branchen-Experten im Februar 2020. In diesem Zeitfenster wird Samsung den Gerüchten zufolge, auch sein neues Galaxy-Fold-Modell erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Das Falt-Smartphone im Clamshell-Format soll ebenfalls eine 108-Megapixel-Linse und fünffach optischen Zoom bieten. Bestätigt wurden die Kamera-Spezifikationen von Samsung bislang jedoch noch nicht.

 

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