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Morgenmagazin vom Montag, den 7. November 2016

07.11.2016 | 06:55 Uhr |

Apple senkt Preise für Adapter +++ Batterie-Snitcher für HTML verhindert +++ Logic Pro X kann Touch Bar erst 2017 +++ Daten per Laser: DLR stellt neuen Rekord auf +++ Bahn will Telefonprobleme im ICE bis 2018 lösen +++ Lenovo will modulares Smartphone Moto Z fördern +++ Philips Hue: Drohne kann smarte Glühbirnen hacken +++

7. November: Gewählte Monarchen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Diese Woche wird gewiss in die Weltgeschichte eingehen, denn entweder wählen die USA erstmals eine Frau zu ihrem Staatsoberhaupt oder einen, einen, einen, naja, einen Donald Trump eben. Wir haben hier nicht die Wahl und unter unseren Lesern wird es kaum jemanden geben, der sein Kreuz bei Hillary oder Donald noch machen darf. Also nehmen wir es einfach hin, wie es kommt. Die USA haben ja schon andere schlechte Präsidenten überstanden und wie das mit einer Frau sein wird - dafür gibt es keine Erfahrungen. Interessanter Weise wurde heute vor 100 Jahren überhaupt erst eine Frau in das US-Repräsentantenhaus gewählt, Jeannette Rankin gehörte der Republikanischen Partei an, die damals noch die progressivere unter den beiden großen Parteien war. Die Präsidentschaftswahl gewann seinerzeit der den Demokraten angehörige Amtsinhaber Woodrow Wilson, in dessen zweite Amtszeit jedoch der wohl unvermeidliche Einstieg in den Ersten Weltkrieg fiel. Es war nach dem Krieg aber auch der gleiche Wilson, der die Gründung des Völkerbundes initiierte, der die Wiederholung eines derartigen Schlachtens ein für alle Mal verhindern sollte. Das hatte dann ja auch 21 Jahre lang ganz gut funktioniert…

Der heutige 7. November steht aber noch für andere historische Ereignisse im Kalender, so markiert er im Jahr 1918 das Ende der bayerischen Monarchie. Revolutionäre unter Kurt Eisner vertrieben den letzten Wittelsbacher König Ludwig III. aus Amt und Würden, doch hat seine Familie den Thronanspruch auch 98 Jahre danach offiziell nicht aufgegeben. Sollte Horst Seehofer also nichts gescheites mehr einfallen, wem und wann er die Nachfolge als CSU-Chef und Ministerpräsident anträgt, könnte er von der Staatskanzlei am Franz-Josef-Strauß-Ring ja ein paar Kilometer nach Westen raus ins Schloss Nymphenburg fahren und Franz von Bayern fragen, ob man es doch mal wieder mit der Monarchie versuchen sollte. So könnte er zumindest Markus Söder verhindern.

Während Kurt Eisner die bayerische Revolution selbst nur um gut drei Monate überlebte, waren es ein Jahr zuvor in Russland der Monarch, dem die Geschehnisse des 7. November letztlich das Leben kosten sollten. Mit Schüssen aus dem im Hafen von Petrograd - später Leningrad und heute Sankt Petersburg genannt - vertäuten Panzerkreuzers Aurora begann der später in der Sowjetunion als Oktoberrevolution gefeierte Putsch gegen die seit Februar amtierende provisorische Regierung des Alexander Kerensky. Die Oktober/November-Verwirrung rührt daher, dass das russische Zarenreich noch nach dem julianischen Kalender gerechnet hatte.

Jetzt ist es aber überall November, die erste volle Woche des vorletzten Monats des Jahres 2016 wird eher keine Revolution bringen. Aber jede Menge spannende Ereignisse. Warten wir es nicht nur ab, sondern packen es auch gleich an. Peter Müller

Lesetipp für den Montag

Transition: Für das Macbook Pro verkauft Apple zwar jede Menge Adapter, doch geht das am Ziel vorbei, meint unser Macworld-Kollge Kirk McElhearn. Echte Profis benötigen jede Menge Peripherie und wenn auch Thunderbolt 3 / USB-C die Schnittstelle der Zukunft sein mag, mache es Apple seine Kunden unnötig schwer. Für die Übergangszeit - bis bestehende Peripherie durch solche mit Thunderbolt ersetzt sein - hätte Apple auch ein Dock anbieten können, das auf der einen Seite Thunderbolt und auf der anderen bewährte Schnittstellen wie USB-A, DVI oder Ethernet biete. In diese Lücke werden aber gewiss Dritthersteller preschen....

Preissenkung: Immerhin gibt es bei Apple zu jedem Zweck einen Adapter zu kaufen, mehr als zwei oder drei wird dann kaum jemand benötigen. Die Preise für die vermutlich am häufigsten gekauften hat Apple indes am Freitag gesenkt, der USB-C zu USB Adapter kostet nun nur noch 9 Euro statt 19, auch das Lightning-Kabel für den USB-C-Port ist mit 25 Euro nun etwas erschwinglicher. Thunderbolt 3 auf Thunderbolt 2 kostet nun 35 Euro. Laut Apple gelten die Preise für begrenzte Zeit.

Alles und ein bisschen mehr: Bisher war es im Smartphonemarkt ja so: Apple und Samsung räumten sämtliche Gewinne ab und die anderen Hersteller allesamt Verluste schrieben, war die Summe sogar größer als 100 Prozent. Nach dem Problem, das Samsung mit dem Galaxy Note 7 erlitt, ist nun einzig Apple profitabel und fährt alle Gewinne ein - und sogar ein bisschen mehr, denn nach einer Rechnung des Analysten Tim Long von BMO Capital Markets  kann Apple 103,6 Prozent der Gewinne für sich gutschreiben. Für Samsiung bleiben gerade einmal 0,9 Prozent der Gewinne, alle anderen verlieren Geld, insbesondere trifft es dabei LG und HTC. Vor einem Jahr hatte Apple noch 90 Prozent der Gewinne eingefahren und Samsung etwas mehr als 10 Prozent.

Sicherheitsrisiko: Apple und Mozilla haben verhindert, dass das Konsortium W3C eine Erweiterung für HTML freigibt, die den Zustand der Batterie abfragt. Was nach einer guten Idee klingt - nur noch schwach geladene iPhones würden dann automatisch weniger Energie hungrige Versionen von Websites angezeigt bekommen - hat jedoch Sicherheitsbedenken ausgelöst. Die Technik sei nämlich in der Lage, genaue Fingerprints der Anwender und ihrer Geräte zu erstellen und somit auch durch die Hintertür Usertracking zu erlauben.

Dauert noch: Auf der Keynote zur Vorstellung des Macbook Pro waren auch zwei Programme von Drittherstellern im Einsatz zu sehen, die von der neuen Möglichkeit der Touch Bar Gebrauch machen - Photoshop CC und djay Pro. Apple selbst braucht für eines seiner professionellen Programme aber noch ein wenig Zeit für die Umsetzung, Logic Pro X werde die Touch Bar erst ab Anfang 2017 in sein Bedienkonzept integriert haben.

Weitere Nachrichten

Daten per Laser: DLR stellt neuen Rekord auf

Forscher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) haben eine neuen Rekord für Datenübertragung per Laser aufgestellt. Zwischen Weilheim und Hohenpeißenberg ist es ihnen gelungen, Daten mit einer Geschwindigkeit von 1,72 Terabit pro Sekunde zu übertragen. Der Versuch sollte dabei die Übertragung von Daten von Satelliten auf eine Empfangsstation am Boden simulieren und dabei mehr über die durch die Atmosphäre auftretenden Signalstörungen lernen lassen. Die Gesamtstrecke betrug etwa zehn Kilometer, die Rekordtransferrate für optische Datenübertragung erreichten die Physiker jedoch nur auf einer drei Kilometer langen Teilstrecke zwischen Oberpfaffenhofen und Hochstadt.

Das Experiment geschah im Rahmen des DLR-Projekts THRUST, das für "Terabit-throughput optical satellite system technology" steht und zum Ziel hat, schnelles Internet in abgelegene Gegenden zu bringen. Dabei würden Daten mit hoher Geschwindigkeit zwischen Bodenstationen und Satelliten hin- und hergeschickt, die Orbiter also in das terrestrische Netz mit eingebunden. Das Signal aus dem All werde dabei etwa genau so stark gestört, wie es bei der Datenübertragung zwischen den beiden oberbayerischen Orten der Fall war.  Das Erbgebnis sieht die Gruppe um  Dr. Juraj Poliak vom DLR-Instituts für Kommunikation und Navigation als Beleg dafür, dass Higspeed-Internet auch in den abgelegensten Gegenden Westeuropas möglich wäre. Der nächste Schritt sei, an der Stabilität der Datenübertragung zu arbeiten.

Bahn will Telefonprobleme im ICE bis 2018 lösen

Abgebrochene Telefonate soll es für Bahnreisende im ICE bald nicht mehr geben. "2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", kündigte Vorstandschef Rüdiger Grube im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an. Die Züge erhalten bis dahin nach und nach neue Verstärker. "In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden", sagte Grube. "Die Leitungen sind stabil. Auch wenn Sie mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahren - vorausgesetzt die Mobilfunkabdeckung stimmt." Hier arbeiteten die Anbieter an Verbesserungen.

"Heute lautet der erste Satz eines Telefonats häufig: "Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück"", sagte Grube. "Das darf nicht mehr sein im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Kommunikation und Digitalisierung." Bis Ende 2017 sollen deshalb die meisten Züge Verstärker erhalten. Ohne die sogenannten Repeater geht es nicht, weil die Karosserie der Züge kaum Mobilfunksignale durchlässt.

Grube bekräftigte, zum Jahreswechsel auch die zweite Klasse im ICE mit kostenlosem WLAN auszustatten. "Wir werden am 1. Januar 2017 in allen ICE-Zügen WLAN haben und zwar in einer deutlich besseren Qualität. Das verspreche ich Ihnen." Von einem bestimmten Volumen an wird die Geschwindigkeit aber gedrosselt. "Wenn Sie die gleiche hohe Geschwindigkeit beibehalten wollen, dann müssen Sie entsprechend bezahlen", sagte Grube, ohne Beträge oder Datenmengen zu nennen. Er versicherte: "Für das übliche Arbeiten und Kommunizieren reicht das kostenlose Datenvolumen aber völlig aus."

Zusätzlich sollen Fahrgäste von Februar an über das ICE-Portal auf Angebote der Online-Videothek Maxdome zugreifen können. "Diese kostenlos verfügbaren Filme und Serien belasten nicht das Datenkontingent unserer Fahrgäste, sondern liegen auf einem Server im Zug."

Anders als im Fernverkehr, den die Bahn eigenwirtschaftlich betreibt, hängt ein WLAN-Angebot im Regionalzügen davon ab, ob die Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde es auch bestellen. Grube sagte, er sei mit Bestellern und Mobilfunkanbietern im Gespräch, um "baldmöglichst" WLAN auch in Regionalzüge zu bringen. "WLAN im Zug ist für viele Kunden mittlerweile so wichtig wie die Toilette." (dpa/rs)

Lenovo will modulares Smartphone Moto Z fördern

Mit den Moto-Z-Modellen und den zugehörigen Moto Mods wollte Lenovo ursprünglich ein modulares Smartphone-Konzept etablieren. Die Zubehör-Teile, die per Magnet an der Smartphone-Rückseite befestigt werden, stießen bei der Entwickler-Gemeinde jedoch auf wenig Interesse. Selbst mehrere Monate nach dem Launch sind im Moto-Store noch immer nur vier Module erhältlich. Sie erweitern die Smartphones unter anderem um einen Zusatz-Akku, einen Lautsprecher, einen Beamer und um eine Zusatz-Kamera von Hasselblad. Deren Preise fallen mit bis zu 299 US-Dollar zudem für Moto-Z-Besitzer recht saftig aus.

Lenovo will die Idee dennoch nicht zu Grabe tragen und wagt einen weiteren Vorstoß. Mit einer Indiegogo-Kooperation will der Hersteller im Rahmen der „Transform the Smartphone Challenge“ neue Entwickler mit frischen Ideen für Moto Mods finden. Die Challenge läuft bis Ende März 2017 und ist in mehrere Phasen unterteilt.

Bis zum 31. Januar können interessierte Entwickler ihre Idee für einen Moto Mod zu Papier bringen und auf der zugehörigen Indiegogo-Seite bei Lenovo einreichen. Die besten Konzepte bekommen ein Dev Kit und ein Moto Z. Wer seine Idee mit fachmännischer Hilfe in einen Prototypen verwandeln will, kann im Dezember zudem an einem Moto-Hackathon in New York oder San Francisco teilnehmen.

Von Januar bis März 2017 startet dann die zweite Phase. Entwickler können für ihre Moto-Mod-Ideen nach finanziellen Unterstützern im Rahmen einer Indiegogo-Kampagne suchen. Lenovo schaut sich die Kampagnen an und wählt zehn Challenge-Finalisten aus. Einem von ihnen finanziert der Konzern dann den Vertrieb und das Marketing seines Moto Mods.

Philips Hue: Drohne kann smarte Glühbirnen hacken

Ein Forscherteam aus Israel und Kanada konnte durch eine Schwachstelle im Zigbee-Standard die smarten Hue-Lampen des Herstellers Philips kontrollieren. Durch das Auslesen eines Sicherheitsschlüssels spielten die Wissenschaftler eine manipulierte Firmware auf den Hue-Lampen auf. Eine infizierte Lampe steckte danach alle verbundenen Leuchtmittel an.

In der Nähe müssten sich potenzielle Angreifer nicht befinden: Die Manipulation der Lampen gelang aus einer Entfernung von 70 Metern noch problemlos, per Drohne ließen sich sogar Entfernungen von 350 Metern überbrücken.

Durch die Schwachstelle ließen sich die Leuchtmittel zudem in ein Botnetz integrieren. Die konkrete Sicherheitslücke wurde jedoch schon geschlossen, da die Forscher ihre Erkenntnisse vor einigen Wochen an den Hersteller gemeldet haben. Ein Anfang Oktober veröffentlichtes Update macht die Hue-Lampen damit wieder sicher.

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