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Morgenmagazin vom Dienstag, 23. März 2022

23.03.2021 | 07:12 Uhr | Peter Müller

Kuo: Apple Glass dank Fresnel-Linsen nur 150 Gramm schwer +++ Steam Link nun im Mac App Store +++ Wie ein Apple Home Hub aussehen könnte +++ Samsung soll Pro-Motion-Dispaly für iPhone 13 liefern +++ Renault: Elektro-Auto für 10.920 Euro ab Herbst in Deutschland erhältlich +++ Nvidia: Gerüchte um Mining-Grafikkarte für 10.000 Euro

23. März: Alle Wetter

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Prognosen sind schwer, wenn sie die Zukunft betreffen. Die Erfahrung machen immer wieder Analysten, Leaker und andere Propheten. So hätte es heute eine Apple-Keynote geben sollen, war sich etwa der notorische Jon Prosser sicher. Vor einem Jahr hatten wir den Termin 23. März 2021 schon als Termin ausgemacht, für eine Keynote, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat, der ersten nach der Pandemie . Immerhin, das mit dem US-Präsidenten hatten wir richtig vorher gesehen und auch, dass Apple mit seinen Daten einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung liefern könnte. Selbst Impfstoffe hatten wir korrekt postuliert, aber die Trägheit bei der Logistik ein wenig unterschätzt. Vielleicht ist es ja im Herbst so weit, aber nochmal wagen wir eine solche Vorhersage nicht.

Fragen wir lieber bei den Meteorologen nach, welches Wetter dann am 14. September 2021 in Cupertino herrschen wird, wenn Apple die iPhones 13 zusammen mit der Apple Watch Series 7 vorstellen wird. Dann ernten wir natürlich nur spöttisches Lachen, wie soll man denn das Wetter in einem halben Jahr vorhersagen können, wenn selbst die besten Modelle nach drei Tagen eine große Unsicherheit aufweisen? Vermutlich wird es in Nordkalifornien ein schöner Spätsommertag sein, wenn dann Apple wieder vor Publikum präsentieren kann. Zumindest ist für diese Klimazone und Jahreszeit die Wahrscheinlichkeit recht hoch - vermutlich höher als die, 1000 Menschen in einen unterirdischen Theatersaal platzieren zu können. iPhone 13 und Apple Watch 7 sind so wie das Datum 14. September dann schon beinahe sichere Ereignisse. Aber den Satz haben wir uns für die erste Septemberwoche auf Wiedervorlage gelegt.

Die Meteorologie ist aber keineswegs eine unexakte Wissenschaft, nur liebt es in der Natur der Sache, chaotische Systeme voller Rückkopplungen eben nicht mit hinreichender Genauigkeit vorhersagen zu können. Wie wollen die Meteorologen, deren Welttag heute im Kalender steht , dann sagen können, wie das Klima in 50 Jahren ist, fragen an dieser Stelle so genannte "Klimaskeptiker".

Wetter ist heute für München: Um acht Uhr knapp über null Grad, Taupunkt exakt auf 0,0. Bedeckter Himmel, leichter Wind aus Westnordwest, Böen bis zu 16 km/h. Tendenz für die nächsten Tage: Leicht wärmer und sonniger werdend. Klima ist aber etwas anderes, die Häufung von Wetter über lange Zeiträume. Klima ist, dass der Februar 2021 schon wieder zu warm war und selbst ein unter dem Durchschnitt liegender März das Gesamtergebnis für das Jahr 2021 womöglich nicht wird drücken können. Da ist sie zwar wieder, die Unsicherheit, aber die Häufung überdurchschnittlich warmer Jahre seit den 2000ern fällt ebenso auf wie die seit rund 170 Jahren so stark wie nie in einem so kurzen Zeitraum gestiegene globale Durchschnittstemperatur. Und selbst der kalte März in Deutschland und die Schneestürme von Texas könnten sich als Klimaphänomene entpuppen, denn mit der globalen Temperatur ändert sich der Jetstream, der für derartige Wetterphänomene verantwortlich ist. Das alles lässt sich gut mit heute handelsüblichen Computern simulieren, auch wenn die natürlich keinerlei Aussagen über das Wetter in 50 Jahren an einem bestimmten Ort sagen können.

Unsere Prognose hinsichtlich des Apple-Wetters an diesem Tag: in Kalifornien nichts Neues. Weder wird heute eine Einladung zu einem Event in der kommenden Woche hereinschneien, noch es neue Produkte in Form von Presseankündigungen hageln. Alles in allem aber eitel Sonnenschein in Cupertino, für die Zeit nach Ostern ist die Prognose bei aller Unsicherheit recht gut.

Lesetipps für den Dienstag

Vorfreude: Zu Apples erwarteten Frühjahrsprodukten ist an sich schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. Ziemlich sicher dürfen wir aber ein neues iPad Pro erwarten, das nach Ansicht des Macworld-Kolumnisten Dan Moren so nah an den Mac heranrücken wird, wie noch nie ein iPad zuvor. Thunderbolt an der USB-C-Buchse, ein A14- oder M1-SoC, Mini-LED: Dem iPad Pro könnte ein bedeutender Sprung bevorstehen. Moren freut sich jedenfalls schon mal darauf.

Leichtgewicht: Der Analyst Ming-Chi Kuo will mehr Details über Apples kommende AR/VR-Brille erfahren haben. Diese soll nicht mehr als 150 Gramm wiegen und damit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Lösungen mitbringen. Möglich mache das ein Design mit Hybrid-Fresnel-Linsen aus Kunststoff. Diese Art von Linsen bieten Vorteile in Sachen Gewicht bei der erforderlichen geringen Brennweite, engen das Blickfeld aber ein. Es sei daher stets ein Kompromiss aus Gewicht und Blickfeld zu suchen. Apple werde insgesamt sechs Fresnel-Linsen in seine Brille verbauen, für jedes Auge drei übereinander. Die leichtgewichtigen Linsen soll entweder Young Optics oder Genius Electronic Optical liefern. Der Preis für Apple Glass, das Kuo im kommenden Jahr erwartet, werde bei rund 3000 US-Dollar liegen.

Gaming : Ohne großes Aufsehen hat Valve seine Steam-Link-App im Mac App Store veröffentlicht und bringt somit Spiele-Streaming nach iPhone, iPad und Apple TV auf eine weitere Apple-Plattform. Bereits 2018 hatte Steam mit dem Spiele-Streaming auf iOS begonnen, Apple entfernte die App aber wegen Verstoßes gegen die Richtlinien wieder, Spielestreaming war nicht erlaubt. Die Probleme sind mittlerweile geklärt, Steam Link entspricht den Anforderungen Apples. Spiele werden dabei auf einem entfernten hochleistungsfähigen Computer ausgeführt und in Echtzeit auf dem Endgerät wiedergegeben, das die Kommandos des Controllers ebenso in Echtzeit an den Server überträgt. Steam empfiehlt für die Verbindung WLAN im 5-GHz-Band oder doch besser gleich Ethernet.

Doppelhertz: Samsung soll offenbar in der zweiten Jahreshälfte an Apple OLED-Displays liefern, die eine Bildwiederholrate von 120 Hz aufweisen - Apple nennt das beim iPad Pro "Pro Motion". Dabei handele es sich um LTPO-Displays (Low Temperature Polycrystalline Oxide), berichtet The Elec unter Verweis auf die Marktforscher von UBI Research. LTPO-Displays verbrauchen weniger Energie, Apple setzt diese Technik bereits bei der Apple Watch ein. Samsung wird aber in diesem Jahr noch nicht ausreichend viele Substrate liefern können, Apple wird das Pro-Motion-Feature aller Voraussicht nach auf seine High-End-Geräte beschränken.

Vorschlag : Der Homepod ist tot, der Homepod Mini lebt auf. Doch was Apple fehlt, ist ein vernünftiger Home Hub, der die Stärken der jetzt dafür dienenden Geräte vereint und so deren Schwächen und Unzulänglichkeiten eliminiert. Apple Insider schlägt ein solches Gerät vor und verweist auf einen Bloomberg-Bericht, nachdem Apples Entwicklung genau in diese Richtung forscht. Gesucht sei ein Gerät mit hervorragendem Lautsprecher, einem scharfen Display und einer Kamera für Facetime-Gespräche. In tvOS, das ein solches Apple TV 6 oder Home Hub treiben könnte, sind entsprechende Frameworks bereits vorhanden, die Anbindung an die Home-App als zentrale Steuerung für das Smart Home ohnehin schon. Denkbar wäre aber auch, dass Apple zu den Lösungen Dritter eine Verknüpfung schafft und seine Schnittstellen des Homekits ein Stück weit öffnet.

Emuliert: iOS- und iPadOS-Apps laufen nativ auf Macs mit Apple Silicon. Anpassungen sind meist nicht nötig, doch für Spiele und andere Anwendungen, die Controller unterstützen und auf Touchbedienung setzen, ist der Mac unzulänglich. Das soll sich in macOS 11.3 Big Sur nun ändern, in der vor etwas mehr als einer Woche veröffentlichten vierten Beta findet sich eine Emulation für Controller und Touchalternativen. Dabei lassen sich Maus und Tastatur des Mac so konfigurieren, dass sie die Eingaben eines Controllers oder Berührungen emulieren.

Weitere Nachrichten:

Renault: Elektro-Auto für 10.920 Euro ab Herbst in Deutschland erhältlich

Der „Dacia Spring“ startet demnach in Deutschland bei 20.490 Euro. Zieht man davon die 9570 Euro Umweltbonus ab, so bekommen Sie das neue Elektro-Auto von Renaults Tochter Dacia für exakt 10.920 Euro! Die 20.490 Euro sind der Grundpreis für die Einstiegsversion „Comfort”. Diese lässt sich um einige Extras erweitern. Diese Basisversion „Comfort” ist derzeit aber noch nicht vorbestellbar. Markteinführung in Deutschland ist im Herbst 2021.

Der Dacia Spring besitzt in der Basisversion „Comfort” eine manuelle Klimaanlage, ein Bluetooth-Radio sowie ein Mode-2-Ladekabel. Die Basisfarbe ist Weiß, Metallic-Lackierungen kosten einen Aufpreis.

Falls Sie von vornherein eine etwas bessere Ausstattung wollen, dann bekommen Sie auch die Ausstattungsvariante „Comfort Plus” für 21.790 Euro. Abzüglich 9.570 Euro Dacia Umweltbonus gibt es diese Version zum Endpreis von 12.220 Euro. Mit 7-Zoll-Navi mit Touchscreen, Smartphone-Anbindung (inklusive Android Auto und Apple Carplay), Einparkhilfe mit Rückfahrkamera und Metallic-Lackierung. Gegen Aufpreis ist eine CCS-Schnellladeoption mit 30 kW Ladeleistung erhältlich. Den Dacia Spring als „Comfort Plus” können Sie bereits jetzt vorbestellen.

Der Dacia Spring steht in einer so genannten Business-Version für Kunden-Probefahrten bei teilnehmenden Dacia-Partnern in Deutschland zur Verfügung. Teilnehmer des Dacia-Spring-Exklusivprogramms können sich seit dem 20. März 2021 für Probefahrten vormerken lassen. Diese Variante kommt in anderen europäischen Ländern als Mietwagen und im Carsharing zum Einsatz.

Der 3,73 Meter lange „Dacia Spring“ ist ein rein elektrisch angetriebenes fünftüriges SUV mit Frontantrieb. Er ist das erste E-Auto von Dacia, der rumänischen Tochter von Renault. Er bietet vier Sitzplätze und soll eine theoretische Reichweite von bis zu 230 Kilometer (nach WLTP-Mix) und bis zu 305 Kilometer in der Stadt (WLTP City) bieten. Der Elektromotor bietet 33 kW Leistung, die Batteriekapazität liegt bei 27,4 kWh. Gleich- und Wechselstromladen ist bis 30 kW möglich. 125 km/h sind die Höchstgeschwindigkeit.

Der Dacia Spring kostet in Deutschland nach Abzug der staatlichen Förderung weniger als in Frankreich.

Nvidia: Gerüchte um Mining-Grafikkarte für 10.000 Euro

Das lukrative Schürfen von Kryptowährungen sorgt derzeit für eine Knappheit bei Grafikkarten für Spieler. Sowohl die Karten von AMD und Nvidia sind häufig vergriffen oder kosten fast den doppelten Preis des Herstellers. Mit speziell für das Schürfen von Kryptowährungen gedachten Grafikkarten könnte sich der Markt möglicherweise etwas entspannen. Gerüchten zufolge will Nvidia eine solche GPU auf Basis der für Server gedachten A100 in den Handel bringen. Die auf KI-Brechnungen ausgelegte Karte kostet jedoch fast 10.000 Euro. Das davon abgeleitete Derivat eines Crypto Mining Processors dürfte in ähnliche Preisregionen vorstoßen.

Eine solche Mining-Grafikkarte hätte gegenüber den für Gamer entwickelten Grafikkarten deutliche Vorteile. So kommt eine aktuelle RTX 3090 auf rund 110 MH/s, die Hash-Leistung einer Krypto-Grafikkarte auf Basis der A100-GPU dürfte deutlich höher liegen. Verantwortlich dafür ist auch die Speicherübertragungsrate: Diese liegt bei der PCI-Express-Version der A100 bei 1.555 GB/s, die oben genannte RTX 3090 erreicht nur 936 GB/s. Der Unterschied zwischen beiden Karten wird auch deutlich, wenn man die FP64-Berechnungen heranzieht: Während die RTX 3090 hier nur auf 0,56 Teraflops kommt, liegt die PCIe-Version der A100 mit 9,8 Teraflops deutlich vorn. Auch die Ausstattung mit Arbeitsspeicher unterscheidet sich deutlich: Die RTX 3090 kann auf 24 GB GDDR6X-Arbeitsspeicher zurückgreifen, während die A100 auf 40 oder gar 80 GB HBM2-Speicher bauen kann. Fraglich bleibt indes, ob der hohe Preisunterschied den Schürfern diese Mehrleistung auch wert ist. Schließlich lohnt sich das Krypto-Mining nur, wenn die Anschaffungskosten der Grafikkarte in absehbarer Zeit wieder eingespielt werden können.

 

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