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Morgenmagazin vom Montag, 15. Februar 2016

15.02.2016 | 06:57 Uhr | Peter Müller

Craigh Federighi und Eddy Cue über Apple-Software +++ Verbraucherschutz zum Fehler 53 +++ Apple taucht defekte USB-C-Kabel aus +++ iPhone 5SE und iPad Air 3 ab 18. März im Handel? +++ Dr. Dre schafft exklusive Inhalt für Apple TV +++ +++ Facebook Messenger testet SMS und mehreren Konten +++ Telekom: Aus Mediencenter wird MagentaCloud +++

15. Februar: Krieg und Frieden

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Irgendwie hat man nicht den Eindruck, dass die gestern in München zu Ende gegangene Sicherheitskonferenz trotz aller Bemühungen zu mehr Sicherheit und Frieden in der Welt geführt hat, das Gegenteil scheint der Fall, wenn plötzlich wieder das Thema Kernwaffen die Runde macht. Aber im Gegensatz zu Vorkriegszeiten, Zwischenkriegszeiten und den frostigsten Zeiten des kalten Kriegs kommen wenigstens entscheidende Sicherheitspolitiker zusammen. Nicht immer, um miteinander zu reden. In einigen Fällen hat aber auch schon geholfen miteinander zu schweigen und sich divergierende Interessen einzugestehen.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Syrien ist keine drei Flugstunden entfernt, mit dem Auto käme man in drei Tagen hin und mit dem Fahrrad in drei Wochen - als derartige Reisen noch möglich waren, haben das auch Leute geschafft. Kein Krisenherd ist so weit entfernt, dass er in einer globalisierten Welt nicht alle anginge, aber der nahe Osten ist Europa weit näher, als die meisten sich das eingestehen wollen. Europa geht dieser Konflikt aber sehr wohl etwas an, derzeit scheint das Projekt EU, das 2012 völlig zurecht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, auf der Kippe zu stehen.

In Großbritannien ist eine alles andere als verschwindende Minderheit der Ansicht, es alleine besser zu schaffen, weswegen Premier Cameron tatsächlich das Risiko einer Volksabstimmung über den Verbleib des UK in der EU wagen will. Dabei kann die Antwort auf die Krisen dieser Tage eigentlich nicht weniger Zusammenhalt sondern nur mehr Kooperation lauten.

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland war auf seinem Weg von der Weltmacht Nummer eins zur bedeutenden Größe eines zusammenwachsenden Europa schon mal weiter vorangeschritten. Heute vor 45 Jahren, am 15. Februar 1971, führte das UK bei seiner Währung endlich das Dezimalsystem ein. Seither sind 1 Pfund Sterling 100 Pence und nicht mehr 20 Shilling, die wiederum je 12 Pence wert waren. Strikte Eurobefürworter auf der Insel schlagen ja vor, die uralte Währung, die in ihrem Namen noch die Kopplung ihres Wertes an Edelmetallvorräte (Pfund Sterling) trägt, aufzugeben und den Euro einzuführen. Das ist eine Minderheitenposition, die keine Abstimmung gewinnen würde und so weit muss man vielleicht gar nicht gehen, um Europa wieder besser zusammen zu halten. Gerne dürfen die Briten auch weiter auf der falschen Straßenseite fahren. Vom Linksverkehr auf den Rechtsverkehr umzustellen, war den Schweden zwar im September 1967 gelungen, aber da waren zwischen Malmö und Kiruna auf den Straßen auch noch mehr Elche als Autos unterwegs. Peter Müller

Lesetipp für den Montag

11 Jahre und kein bisschen erwachsen: Am 15. Februar 2005 stellten drei ehemalige Paypal-Mitarbeiter ihren neuen Dienst ins Netz, den sie aus purer Not aufgebaut hatten. YouTube. Digitale Videokameras waren zu der Zeit endlich erschwinglich und bequem zu nutzen geworden, doch versagten die Kommunikationsnetze und E-Mail-Postfächer der Welt, wollte man mehr oder weniger kurze Clips mit anderen teilen. Aber Speicher im Web ist ja hoch skalierbar… 20 Monate später zahlte Google über eine Milliarde US-Dollar für die Idee - die Ausgaben haben sich längst amortisiert und über YouTube sind auch noch ganz andere Leute reich und Formate populär geworden, die es sonst nie ins Fernsehen geschafft hätten. Vor einem Jahr blickte die Netzwelt auf zehn Jahre Youtube zurück, viel gibt es dem eigentlich nach dem 11. Jahr nichts hinzuzufügen .

Interview: Die beiden Apples Senoir Vice Presidents Craigh Federighi - für Software zuständig - und Eddye Cue - iTunes-Chef - haben sich am Fretiag eine Stunde lang mit John Gruber in dessen Podcast The Talk Show unterhalten und dabei einige interessante Einblicke gewährt. Wichtigste Erkenntnis: Apple-Software ist nicht perfekt und die Berichte über Bugs seien nur deshalb zuletzt so häufig geworden, weil die Software in allen Lebenslagen auch benutzt werde. Apple arbeite aber fortwährend an Verbesserungen, nicht zuletzt deshalb lasse man Updates von iOS 9 auch die Öffentlichkeit testen.

Austausch: Apple hat bis Juni letzten Jahres das neue Macbook 12 Zoll mit USB-C-Kabeln ausgeliefert, die aufgrund eines Designfehlers kaputt gehen und das Macbook nicht mehr aufladen können. Wer sein Macbook bei Apple registriert oder es über den Apple Online Store gekauft hat, der wird in den nächsten Tagen ein neues zugesendet bekommen, alle anderen müssen sich bei Apple um den kostenlosen Austausch bemühen. Die neuen, korrekt gestalteten Kabel, erkennt man am Aufdruck einer Seriennummer.

Sofort im Handel : Apple will anscheinend tatsächlich am 15. März bei einem Event ein neues iPhone mit Vierzoll-Bildschirm und das iPad Air 3 vorstellen. Wie 9t05Mac berichtet, werden die Geräte dann auch gleich am Freitag in jener Woche, dem 18. März, in den Handel gehen. Die übliche Vorbestellfrist entfalle diesmal. Eine offizielle Einladung Apples für das Sepcial Event gibt es nach wie vor nicht diese kommt in der Regel eine Woche bis zehn Tage vor einem Event.

Exklusiv für Apple TV: Laut Berichten des Magazins The Hollywood Repoter (THR) plant der Mitbegründer des von Apple im Jahr 2014 übernommenen Unternehmens Beats Musicm der Rapper Dr. Dre, eine exklusive Fernsehserie für Appe TV respektive Apple Music. Der Sechsteiler soll den Titel "Vital Sings" tragen und Dr. Dre auch in einer Hauptrolle zeigen. Dre ist im Filmgeschäft kein Unbekannter, er gehört auch zu den Produzenten des Dokumentarfilms Straight Outta Compton, der im wesentlichen den Werdegang des Ganster-Rap-Syndikats N.W.A. zeigt, dem auch Dre angehörte. Seit längerer Zeit machen Berichte die Runde, Apple suche in Hollywood nach exklusiven Inhalten für seine Settopbox, womöglich hat Apple solchen nun im eigenen Haus gefunden.

Fehlerhaftes Update zurückgezogen: Das jüngste Update der Creative Cloud (3.5.0.206) hatte Adobe mit einem Fehler ausgeliefert - den Updater aber mittlerweile zurückgezogen. Das Update löscht Daten auf dem Mac, konkret den ersten versteckten Ordner (in alphabetischer Reihenfolge), der auf Root-Verzeichnis des Rechners zu finden ist. Wenn der Fehler gefixt ist, will Adobe das update neu herausbringen.

Weitere Nachrichten:

"Fehler 53" beim iPhone 6:  Verbraucherschutz sieht keine Chancen für Klagen

Eine Weile hat es gedauert, bis der Münchner Verbraucherschutz auf unsere Anfrage reagieren konnte. Dafür sind die Antworten und Einschätzungen nun umso interessanter. Prinzipiell sieht der Verbraucherschutz in den im Zusammenhang mit dem "Fehler 53" geschilderten Fällen für den Verbraucher keine Möglichkeit, Gewährleistungsansprüche oder Ansprüche aus der Garantie geltend zu machen – hierbei bezieht sich der Verbraucherschutz selbstverständlich immer auf deutsches Recht, in Ländern wie den USA oder Großbritannien mag dies anders aussehen.

Doch der Reihe nach. Zunächst weist der Verbraucherschutz in Person der juristischen Sachbearbeiterin Frau Juliane von Behren einmal mehr auf den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung hin. Demnach handelt es sich bei der Garantie um eine freiwillige Leistung des Herstellers, der bestimmte Fälle aus dieser Garantie ausschließen kann. Ob dies auch für den Fehler 53 gilt, wäre juristisch zu klären. Dagegen ist die Gewährleistung keine freiwillige Leistung des Herstellers, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Diese gilt in der Regel für zwei Jahre. Dazu Frau von Behren: "Die Gewährleistungsrechte setzen immer "das Vorliegen eines Sachmangels bei der Übergabe der Sache voraus. Ein Sachmangel ist gegeben, wenn die Kaufsache bei der Übergabe des Kaufgegenstandes nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat. Dass der Mangel bereits bei Übergabe der Kaufsache vorlag, muss grundsätzlich der Käufer beweisen. Innerhalb der ersten sechs Monate nach Übergabe der Kaufsache gibt es jedoch bei einem Kaufvertrag zwischen einem Unternehmen und einem Verbraucher eine besondere Regelung. Zeigt sich in dieser Zeit ein Mangel, gilt die gesetzliche Vermutung, dass die Kaufsache bereits bei der Übergabe mangelbehaftet war. In diesem Fall muss der Verkäufer nachweisen, dass er ein mangelfreies Gerät übergeben hat. Es reicht nicht, dies zu behaupten."

Und weiter: Offensichtlich handele es sich beim Fehler 53 nicht um einen Sachmangel, der bereits bei Übergabe der Kaufsache vorlag – denn damit der Fehler auftritt, muss ja zunächst eine Beschädigung des Geräts oder eine "unautorisierte" Reparatur durch einen Drittanbieter stattgefunden haben und zudem das Update auf iOS 9 durchgeführt worden sein. Ohne Vorschäden oder entsprechende Reparatur scheinen die Geräte auch nach dem Update einwandfrei zu funktionieren. Apple könne sich "in diesen Fällen also darauf berufen, dass die Geräte bei der Übergabe der Kaufsache die vereinbarte Beschaffenheit hatten und der Mangel erst durch ein schädigendes Verhalten des Käufers eingetreten ist."

Zu dem Fall, dass der Käufer einen Mangel selbst hat beseitigen lassen, ohne dass er zuvor die Nacherfüllung (Reparatur oder Lieferung einer mangelfreien Sache) verlangt hat, verliert er nach herrschender Meinung seine Gewährleistungsansprüche. So muss man dem Verkäufer zumindest die Gelegenheit gegeben haben, den Mangel zu beseitigen, heißt es beim Verbraucherschutz weiter.

Wie schon erwähnt, Klagen hätten wohl hierzulande wenig Aussicht auf Erfolg. Noch einmal Frau von Behren: "Dieses Geschäftsgebaren mag nicht kundenfreundlich sein, dürfte rechtlich aber nicht zu beanstanden sein."

Freilich, hier bleibt die Kritik: Dass ein Unternehmen wie Apple, für das Service sowie einfache Bedienbarkeit derart zentrale Kriterien im Verhältnis zum Nutzer sind, es sich leistet, ein ansonsten völlig funktionsfähiges iPhone in den genannten Fällen ohne jede Vorwarnung komplett lahm zulegen, ist in der Tat alles andere als kundenfreundlich und dürfte das Vertrauen gegenüber Cupertino bei so manchem Käufer von Apple-Produkten nachhaltig beeinträchtigen. Spannend bleibt weiterhin auch die Frage, ob Apple eine Art von Bedauern darüber äußert und möglicherweise ein neues Verfahren zur Verfügung stellt, das sowohl dem Bedürfnis nach Sicherheit wie auch nach Benutzerfreundlichkeit gleichzeitig nachkommt. (tha)

Facebook Messenger testet SMS und mehreren Konten

In einem Testlauf in den USA probiert Facebook in seinem Messenger unter Android neue Funktionen aus. So kann die App als Steuerzentrale für den Empfang und Versand von SMS auf dem Smartphone dienen. Neu ist das Feature allerdings nicht, es wurde 2013 aufgrund der geringen Verbreitung aus dem Messenger gestrichen. Vielleicht feiert es bald sein Comeback.

Ebenfalls neu ist die Unterstützung mehrerer Konten im Messenger. Dies soll speziell Nutzern helfen, die sich ihr Smartphone oder Tablet mit anderen Personen teilen. Hilfreich dürfte die Funktion auch für Betreiber von Seiten auf Facebook sein. Diese können mit nur einer App ihre private Kommunikation sowie die ihrer Seite abwickeln.

Ob die beiden Neuerungen über kurz oder lang auch in der öffentlichen Messenger-App zu finden sein werden, bleibt aber fraglich. (db)

Telekom: Aus Mediencenter wird MagentaCloud

Die Deutsche Telekom bietet ihren Online-Speicherdienst ab sofort unter dem Namen MagentaCloud an. Bisher trug der Dienst den Namen Mediencenter. Neben dem etwas hipperen Namen spendiert die Telekom dem Dienst auch ein neues, übersichtlicheres Design und einige neue Funktionen.

Zu diesen Neuerungen gehört beispielsweise, dass sich über MagentaCloud nun auch ganze Ordner inklusive ihrer Unterordner mit anderen Nutzern teilen lassen. Außerdem dürfen Dateien auf dem Smartphone auch offline verfügbar gemacht werden und gelöschte oder überschriebene Dateien lassen sich wiederherstellen.

Zum Start von MagentaCloud stehen die Apps und Windows-Software in neuen Versionen zum Download bereit. In Kürze soll auch eine Synchronisationssoftware für MacOS X folgen.

Alle Telekom- und Freemail-Kunden erhalten weiterhin 25 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz in der MagentaCloud und können von überall und mit jedem Gerät auf die Daten zugreifen. Über Entertain ist auch ein Zugriff auf die Daten über TV-Geräte möglich.
Neue MagentaCloud-Nutzer ohne Telekom-Vertrag (Freemail-Kunden) erhalten künftig 10 GB kostenlosen Speicherplatz.

Alle bei MagentaCloud hochgeladenen Dateien landen ausschließlich auf Servern in Deutschland. "Die MagentaCloud wird von der Telekom Konzerntochter Strato gehostet und betrieben. Die Telekom bleibt aber weiterhin Vertragspartner des Kunden in allen Belangen", so die Deutsche Telekom. (db)

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