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100 Sterne verschwunden: Außerdisches Leben als mögliche Ursache

18.12.2019 | 10:54 Uhr |

Beim Vergleich aktueller und alter Sternenaufnahmen sind Wissenschaftlern rund 100 Lichtquellen aufgefallen, die in einem Zeitraum von 70 Jahren verschwunden sind. Wissenschaftler vermuten ein natürliches Phänomen, schließen aber auch außerirdisches Leben als Ursache nicht aus.

Astronomen haben Aufnahmen des Sternenhimmel aus den 1950er-Jahren mit aktuellen Aufnahmen verglichen und dabei eine verblüffende Entdeckung gemacht. Die Ergebnisse des Projekts "Vanishing & Appearing Sources during a Century of Observations", kurz VASCO, hat das Team rund um Beatriz Villarroel im Fachmagazin Astronomical Journal veröffentlicht.

In den 600 Millionen untersuchten Himmelsobjekten fanden die Forscher 150.000, die in aktuellen Aufnahmen nicht mehr in der Nähe der ursprünglichen Position zu finden waren. Verglichen wurden der US Naval Observatory Catalogue mit dem aktuellen Katalog des Projekts Pan-STARRS. Von den 150.000 Abweichungen wurden 24.000 von den Wissenschaftler visuell untersucht worden. Dabei fielen den Forschern 100 Fälle auf, die besonders auffällig waren.

Das Verschwinden der Lichtquellen bietet viel Raum für Spekulationen. Die Forscher nennen in ihrer Abhandlung eine Reihe von möglichen Ursachen, bestätigen lässt sich davon aber zur Zeit keine. Obwohl Sterne bekanntlich in ihrer Leuchtkraft schwanken können, ist eine Veränderung in einem so kurzen Zeitraum sehr unwahrscheinlich. Auch wenn Sterne "sterben", durchlaufen sie über einen langen Zeitraum verschiedene Stadien, bevor sie besonders hell explodieren. Dieses Phänomen nennt man Supernova. Die Lebensdauer von Sonnen geht nicht selten in die Milliarden Jahre, unsere Sonne ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass die Lichtobjekte sogenannte Zwergsterne sind, die zwar lichtschwach sind, sich aber schnell in der Galaxie bewegen und uns zum Zeitpunkt der Aufnahme in den 1950er-Jahren sehr nah gewesen sein könnten. Inzwischen könnten sie  weitergewandert und deshalb nicht mehr in derselben Position am Himmel zu sehen sein.

Das sind nur zwei von vielen möglichen Erklärungen, sogar Bildfehler und Kratzer im Bildmaterial könnten eine Ursache sein.

Außerirdischer Einfluss kann nicht ausgeschlossen werden

Eine besonders spannender Erklärungsansatz ist der Einfluss von außerirdischen Lebens. Sogenannte Dyson-Konstruktionen könnten einen ähnlichen Effekt bewirken. Das sind riesige Konstruktionen, die um Sonnen "gespannt" werden, um soviel Licht und damit Energie wie möglich aufzufangen. Das Konzept existiert bisher nur in der Theorie und würde eine hochentwickelte, intelligente Lebensform voraussetzen.

Künstlerische Darstellung einer Dyson-Sphäre
Vergrößern Künstlerische Darstellung einer Dyson-Sphäre
© Shutterstock/Aicrovision

Auch gezielte Laserstrahlen, die von außerirdischen Lebensformen zum Zeitpunkt der ersten Aufnahmen auf die Erde gerichtet wurden, wären eine Möglichkeit.

Forscher hoffen auf Hilfe von Hobby-Astronomen

Um alle 150.000 Annomalien untersuchen zu können, hoffen die Forscher auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Die Wissenschaftler planen die Veröffentlichung eines Datensatzes, der für jeden abrufbar ist. Mit diesen Daten sollen auch Hobby-Astronomen in der Lage sein, die Abweichungen selbst zu überprüfen und ihre Beobachtungen den Forschern über ein Online-Portal zugänglich zu machen.

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