1011397

1988: Apple gegen Microsoft

19.01.2009 | 08:34 Uhr | Peter Müller

1988: Apple gegen Microsoft

Tiger-Plakat auf der WWDC 2004
Vergrößern Tiger-Plakat auf der WWDC 2004

"Redmond, start your photocopiers" spottete Apple auf großem Plakaten zur WWDC 2004, als das Unternehmen erstmals Mac-OS X 10.4 Tiger in der Öffentlichkeit zeigte. Hat Windows Vista nicht verdammt viele Ähnlichkeiten mit Mac-OS X 10.4? Nach der WWDC 2006 hielt Apple lange weitere Details von Mac-OS X 10.5 Leopard unter Verschluss, mit der spöttischen Begründung, Microsoft so keine Gelegenheit zur Kopie geben zu wollen. Ehrlich gesagt, das ist heute folkloristisches Geplänkel, 1988 war es Apple aber bitter ernst mit einer Patentklage gegen Microsoft.

Das Unternehmen von Bill Gates zählte nicht nur zu den treuen Softwareentwicklern für den Apple II, auch der Mac hatte es Redmond von Anfang an angetan. So sehr, dass Microsoft auch ein Betriebssystem mit einer GUI haben wollte. Um nicht alles von vorne neu erfinden zu müssen, fragte Microsoft in Cupertino nach einer Lizenz nach und bekam diese auch gewährt. Schon 1982 konnte Apple Microsoft dazu zwingen, keine Software für grafische Konkurrenzsysteme, etwa vom damals gefürchtetem IBM, zu entwickeln, ein Microsoft-Betriebssystem schloss die Vereinbarung aber nicht aus. Bill Gates hatte einen gewaltigen Trumpf in der Hand: Würde Apple Microsoft wegen Windows verklagen, stelle man eben die Entwicklung von Office-Programmen für den Mac ein, drohte er 1985. Apple gab zähneknirschend bei und erlaubte Microsoft gar, bestimmte Apple-Techniken in Windows 1.0 einzusetzen. Als nach der eher schwachen Premiere von Windows 1.0 im Jahr 1988 Windows 2.0 auf den Markt kam, das immer mehr dem Mac-System glich und wie das Vorbild sich überlappende Fenster anzeigen konnte, verging Apple der Spaß.

Macwelt Marktplatz

1011397