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1992 - System 7.1, Windows 3.1, Nextstep 3.0

24.01.2009 | 00:00 Uhr

1992 - System 7.1, Windows 3.1, Nextstep 3.0

1992: Dänemark wird quasi aus dem Strandkorb heraus Fußball-Europameister, der Münchener Flughafen zieht raus aus der Stadt, Koblenz wird 2000 Jahre alt und die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung zeigt, dass sich Ökologie und Ökonomie keineswegs ausschließen. Weniger schön im Jahr 1992: Der Balkan-Krieg zwischen Serben, Kroaten und Bosniern eskaliert, die Illustrierte Quick stellt ihren Betrieb ein, der Münchener Flughafen macht sich im Erdinger Moos breit und Willy Brandt stirbt 78-jährig. Und wo war Apple 1992?

Alles in allem noch in ruhigem Fahrwasser, wenngleich das Unternehmen eine entscheidende Schlacht im Krieg gegen Microsoft verlor. Wie wir bereits gestern erwähnt hatten, stellte die Justiz 1992 fest, dass die meisten Eigenschaften von Windows der Lizenzvereinbarung von 1985 entsprachen. Microsoft bringt im gleichen Jahr mit Windows 3.1 auch den ersten ernstzunehmenden Konkurrenten des Mac-Betriebssystems auf den Markt, die Versuche davor konnte man getrost als Übungen betrachten. Der Weg zur Dominanz war eingeschlagen, Apple konnte wenig dagegen ausrichten. Ein neues Betriebssystem war noch nicht in Sicht - Apples Stern begann zu sinken. Immerhin: Das 1992 auf den Markt gekommene System 7.1 beherrschte Multithreading und war technisch der Konkurrenz aus Redmond noch voraus. Das große Plus: Anstatt das Rad jedes Mal neu zu erfinden, blieb Apple mit seinem System rückwärtskompatibel. Microsoft zeigte sich in der Hinsicht weniger sentimental oder einfach nur ökonomischer ausgerichtet: Mit jedem Windows-Update sind auch noch heute Investitionen in Software und Hardware unabdingbar.

Die Einsicht, dass die Zeit des klassischen System abgelaufen und es Zeit für den Befreiungsschlag war, musste in Apples Führungsetage nach dem Windows-Urteil aber noch zwei Jahre lang reifen. Außerhalb Apples werkelten die potentiellen Apple-Retter bereits an ihren Betriebssystemen, Jean-Louis Gassée mit Be an Be OS und Steve Jobs mit Next an Nextstep.

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