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200 Millionen Altgeräte: Deutsche wollen Smartphone-Pfand

28.06.2021 | 14:10 Uhr |

In den Schubladen der Deutschen verstauben hunderte Millionen Mobiltelefone - und damit auch wertvolle Materialien, die man wiederverwenden könnte. Ein Smartphone-Pfand könnte einer Umfrage zu Folge die Lösung für das Problem sein.

Wahrscheinlich haben auch Sie noch das ein oder andere alte Smartphone oder Mobiltelefon aufgehoben. Wegschmeißen? Wäre zu schade drum. Verkaufen? Für die alten (teilweise sogar kaputten) Dinger bekommt ja eh nichts mehr. Und ehe man es sich versieht, wird das private Telefon-Museum in der untersten Schublade immer größer. Doch das ist ein großes Problem.

Keine Angst, Sie sind damit nicht alleine. Laut Spiegel schätzt der Digitalverband Bitkom, dass mehr als 200 Millionen Altgeräte ungenutzt zu Hause herumliegen. Und das nur in Deutschland. Jetzt könnte man sagen: "Besser ungenutzt zu Hause aufbewahrt, als falsch und umweltschädlich entsorgt." Das stimmt jedoch nur zum Teil. Denn in den Altgeräten befinden sich wertvolle Rohstoffe (Kupfer, Kobalt, Tantal, Silber, Gold, Nickel oder seltene Erden), die man für Neu-Geräte wiederverwenden könnte.

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Die Lösung für das Problem? Ein Handy-Pfand. Der könnte im Prinzip genau so funktionieren, wie wir ihn bereits jeden Tag bei Getränkeflaschen in Anspruch nehmen. Wenn man sich ein neues Smartphone gekauft hat, könnten Nutzer das Altgerät bei Bedarf bei einer entsprechenden Annahmestelle "entsorgen" und im Gegenzug erhält man einen Pfand, der natürlich im Kaufpreis mit berücksichtigt werden müsste. Dadurch würden im Zweifel die Smartphone-Preise noch weiter steigen. Soweit zumindest die Theorie. Dieses Konzept könnten sich einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zufolge rund 87 Prozent der Befragen vorstellen.

Die Umfrage ergab ebenfalls, dass sich für rund 91 Prozent der Befragten Reparaturen oftmals wegen der hohen Kosten nicht lohnen würden. Allerdings sind hierbei nicht nur Smartphones oder Handys gemeint, sondern auch Haushaltsgeräte oder Fernseher. 75 Prozent finden es außerdem zu aufwendig, einen geeigneten Anbieter für die Reparatur zu finden.

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Dies hat zur Folge, dass sich seit 2019 weltweit rund 54 Millionen Tonnen an Elektroschrott angehäuft haben. "Pro Kopf und Jahr seien das global etwa 7,3 Kilogramm, in Deutschland rund 10,3 Kilogramm. Dabei seien etwa bei Handys rund 80 Prozent der Bestandteile wiederverwertbar", so der Spiegel.

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