1011945

2007: Das Jahr des iPhone

24.01.2009 | 00:00 Uhr

2007: Das Jahr des iPhone

Erste Gerüchte über ein Apple-Handy waren 2002 laut geworden, im Vorfeld der Macworld Expo 2007 verdichten sie sich jedoch: Steve Jobs stellt tatsächlich das iPhone der Öffentlichkeit vor. Das ganze Jahr sollte sich die Mac-Welt um den neu aufgegangenen Stern drehen.

Mit dem iPod habe man fünf Jahre zuvor eine Revolution losgetreten, erklärt Steve Jobs auf seiner vorletzten Macworld-Expo-Keynote, die man heute auf eine neue Stufe stellen werde, und zwar mit drei Geräten: "Einem iPod mit Touchscreen, einem Telefon und einem revolutionären Internetgerät." Die drei Begriffe wiederholt Steve Jobs mehrmals, bis dem letzten Zuhörer im Moscone-Center in San Francisco klar ist, dass Steve Jobs nicht irgendein "one more thing" beiläufig aus dem Ärmel zu ziehen gedenkt. "Diese drei Geräte sind eines und wir nennen es - iPhone". Tatsächlich traut sich Apple, seinen lang erwarteten telefonierenden iPod so zu benennen, obwohl die Cisco-Tochter Linksys erst wenige Wochen zuvor eine Reihe von VoIP-Telefonen dieses Namens vorgestellt hatte. Die Namensgleichheit der Telefone sollte die Juristen beider Unternehmen auch eine Weile beschäftigen, bis sich Apple und Cisco auf die gemeinsame Nutzung des Namens einigen.

Was Jobs auf der Bühne des Moscone Centers vorführt, ist in der Tat revolutionär, weniger wegen seiner Fähigkeiten, sondern wegen des Nachrichtenwertes. Als hätte Apple das Mobiltelefon völlig neu erfunden, bestimmt das iPhone im kompletten Jahr 2007 die Nachrichten. Dabei ist es im Januar 2007 noch längst nicht erhältlich, in den USA kommt es unter großem Medieninteresse Ende Juni auf den Markt, in Deutschland am 9. November. Zehn Prozent des Marktes wolle man mittelfristig halten, erklärt Steve Jobs, das wären dann zehn Millionen verkaufte Geräte pro Jahr. Zwar verkauft Apple schon nach 74 Tagen das millionste iPhone, lange scheint das Ziel jedoch utopisch. Erst mit dem Nachfolgemodell iPhone 3G, das Apple ab Mitte Juli 2008 in zunächst rund 20 Ländern verkauft, geht der Plan auf. Die erste Million ist schon nach einem Wochenende unter die Leute gebracht, im ersten Quartal des iPhone 3G annähernd sieben Millionen Geräte. Vom originalen iPhone hatte Apple gerade einmal 6,4 Millionen Stück verkauft. So ganz vergelichbar sind die Verkaufszahlen nicht, denn mit dem iPhone 3G ändert Apple sein Geschäftsmodell. Wollte der Hersteller zunächst auch an den Gesprächen mitverdienen, setzt Apple mit dem neuen iPhone auf das Standardmodell der Branche, Provider dürfen das Gerät mit Subventionen verkaufen. An den Geräten allein verdient Cupertino aber genug, das Ziel, 2008 zehn Millionen Telefone zu verkaufen, übertrifft Apple bei weitem.

Macwelt Marktplatz

1011945