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24 Jahre iMac – vom G3 bis zum iMac M1 24''

06.05.2022 | 13:30 Uhr | Peter Müller

Der iMac war das wichtigste Produkt Apples der späten 90er. Auch heute noch ist der ikonische All-in-one von Bedeutung.

Der erste iMac war im Jahr 1998 in allen Farben zu bekommen, solange sie "Bondi Blue" hießen. Und auch in allen Größen, solange der CRT-Bildschirm des All-in-one 15 Zoll in der Diagonale maß. Auch bei der Ausstattung gab es keine Wahl: 32 MB RAM – den man jedoch nachträglich auf 128 MB erweitern konnte – 4 GB Festplatte und ein G3-Prozessor mit 233 MHz.

Es war der 6. Mai 1998, als Steve Jobs eine Woche vor der Entwicklerkonferenz WWDC bei einer Keynote den iMac präsentierte - der Film "Steve Jobs" mit Michael Fassbender in der Titelrolle dreht sich unter anderem um diese Veranstaltung. Das legendäre Bonmot "one more thing" fiel an jenem Mittwoch nicht, doch steuerte die Präsentation unaufhaltsam auf den iMac zu, das Powerbook G3 "Wallstreet" war nur die Vorspeise.

Mit dem iPhone mag Apple Jahre später die gesamte Firma als Wetteinsatz eingebracht haben, das Projekt iMac war aber nicht weniger ambitioniert. Noch von Jobs' Vorgänger Gil Amelio angestoßen, sollte der neue All-in-one wieder an alte Erfolge anknüpfen und das in massive Schwierigkeiten geratene Unternehmen Apple zurück in die Spur bringen. Wenn es nicht geklappt hätte – kein Apple mehr.

Eine Perle inmitten des Chaos

Als Steve Jobs Ende 1996 samt NeXT Computer zu Apple zurückgekommen war, fand er ziemliches Chaos vor, schon die Power Macs G3 vom November 1997 sollten Ordnung in das Angebot bringen. Was neben den an Profis adressierten Desktops und dem neuen Powerbook noch fehlt, war eben genau jener preiswerte iMac für jedermann.

Das "i" steht zwar durchaus für "Internet", zu jenen Zeiten noch eine Veranstaltung für Spezialisten, so schien es. "This is for everyone" sollte zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2012 Tim Berners-Lee auf einen NeXT-Cube tippen, den kommenden Internetrechner für jeden fand Jobs inmitten des restlichen Chaos bei Apple. Dazu einen jungen, talentierten Designer aus Großbritannien namens Jonathan Ive, den Jobs dazu ermutigte, den Kunden doch einen Blick in das Innere werfen zu lassen - der iMac sollte kein Geheimnis aus sich machen, sondern das "aufregende Internet mit der Einfachheit des Macintosh verheiraten" - Zitat Jobs . Potenzielle Computerkäufer hätten mit ihrer neuen Maschine vor, sich mit dem Internet zu verbinden, was mit den üblichen Rechnern zu jener Zeit eine manchmal recht komplizierte Angelegenheit war. Das "i" im Namen sollte aber auch für "individual, instruct, inform und inspire" stehen.

Farbauswahl sollte es schon bald geben, Apple verabschiedete sich zwar von seinem bunten Logo, stattete den Knuddelmac aber mit jenen Regenbogenfarben aus, die seit 1977 den angebissenen Apfel geziert hatten. Erst mit dem Abschied vom Röhrenmonitor kam die Strenge zurück, erst weiß, dann Alu-Glas. LCD-Monitore erlaubten auch mehrere Größen, erst 17 Zoll, später bis zu 27 Zoll. Mit dem Abschied von Jony Ive indes strahlt die iMac-Palette wieder in Regenbodenfarben, nun aber ist die Größe auf 24 Zoll limitiert, wenn nicht doch Apple irgendwann einen iMac Pro auflegt. Aber das ist eine andere Geschichte, die Tim Cook auf der WWDC in ein paar Wochen erzählen könnte. Heute beglückwünschen wir den iMac erst einmal zu seinen ersten beiden Dutzend Jahren.

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