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Ein neuer Job für Jobs

13.12.2007 | 00:00 Uhr | Peter Müller

Ein neuer Job für Jobs

Wie wir schon vor ein paar Tagen auf unserem Streifzug erwähnt hatten, hatte Apple im Wesentlichen nur zwei Alternativen für Zukäufe und einen neuen Betriebssystemkern: Jean Loius Gassées Be und Steve Jobs’ Next. Nur kurz war auch Suns Solaris im Gespräch, Amelio entschied sich schließlich für Next, und damit für sein eigenes Ende als Apple-CEO. Erst Anfang 1996 war Amelio zum Apple-CEO geworden, Ende des Jahres holte er seinen Nachfolger an Bord. Ob ihm das zu diesem Zeitpunkt schon klar war, sei aber dahingestellt. Vielleicht hatten Amelio und Apple einfach keine Wahl, Gassée war erstens zu teuer und BeOS hatte einen entscheidenden Nachteil: Es fehlte an Software und an Rückwärtskompatibilitä zu älteren Mac-Systemen. BeOS hätte noch weitere drei Jahre entwicklet werden müssen, Apple brauchte aber schnelle Ergebnisse. Ein erstes Kaufangebot in Höhe von 100 Millionen US-Dollar lehnte Gassée ab.

Die Roadmap und die Leistungsfähigkeit von Nextstep, beeindruckte Apples Manager derart, dass schließlich mehr als das Vierfache bezahlten. Als das Geschäft im Februar 1997 unter Dach und Fach war, flossen 427 Millionen US-Dollar von Apple an Next, vor allem an dessen Gründer Steve Jobs (100 Millionen US-Dollar) und zur Schuldentilgung. Zwar lag auch für Nextstep kaum Software vor und das System lief nicht auf dem PowerPC-Chip, aber Next und Apple entwickelten den Plan der Blue Box und der Yellow Box. Noch 1997 sollte eine erste Version auf dem PPC laufen, bis 1998 sollte das moderne Betriebsystem fertig sein. Dieses erhielt den Codenamen Rhapsody, darin würden alte Mac-Programme in einer eigenen Umgebung laufen, während Rhapsody-Software ihrerseits nicht mehr auf die alten APIs aufsetzen sollte. Wie wichtig Apple das Konzept war zeigt, dass erst unter Mac-OS X 10.5 Leopard die „Classic“-Umgebung das zeitliche gesegnet hat, gut elf Jahre nach der Next-Übernahme. Ein weiterer Vorteil von Nextstep: Das System war stark in Multimedia- und Internetanwendungen, den letzten Domänen, die Apple noch geblieben waren. Unter anderem lief Java auf Betriebssystemebene, was besonders diejenigen heute noch zu schätzen wissen, die sich mit dem Java für das klassische Mac-System herumschlagen mussten.

Steve Jobs erhielt neben den 100 Millionen US-Dollar in bar auch 1,5 Millionen Apple-Aktien, die er angeblich bis heute nicht verkauft hat. Den Wunsch, sofort in den Apple-Aufsichtsrat einzutreten, musste ihm Amelio nach einer abschlägigen Abstimmung des Kontrollgremiums aber verwehren. Jobs heuerte zunächst als freier Berater an, die Entwicklung des neuen Mac-Betriebssystems leitete einer der mit Next übernommenen Mitarbeiter. Wer?

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