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4K-iMac bei Amazon für 937 Euro: Top oder Flop?

04.08.2021 | 16:40 Uhr | Stephan Wiesend

Bei Amazon gibt es aktuell einen der letzten iMac 21,5-Zoll für unter 950 Euro – das Angebot ist gut, hat aber ein oder zwei Haken.

Apples kleine iMac-Serie stand eigentlich immer etwas im Schatten der eindrucksvolleren 27-Zoll-Modelle. Apple bietet bei den kompakten Geräten eine ungewöhnliche Display-Diagonale von 21,5-Zoll, die aber dank 4K-Auflösung ein gestochen scharfes Bild liefert. Neben einem aktuellen 24-Zoll-iMac mit M1-CPU wirken die Modelle aber noch stärker veraltet als die 27-Zoll-Modelle.

iMac 21 Zoll für 937 Euro kaufen

Die M1-iMacs sind sehr beliebt, es ist also nicht erstaunlich, dass es Amazon das alte Vorgängermodell mit hohem Rabatt verkauft: Bei Redaktionsschluss erhalten Sie das erstmals 2019 vorgestellte Modell mit einer Intel 5i-CPU, 256 GB SSD und 8 GB RAM für 946,77 Euro. Das sind 500 Euro weniger als der neue iMac 24-Zoll kostet und ebenfalls weniger als ein Macbook Air M1, für das man vielleicht sogar noch einen externen Monitor benötigt.

(Update vom 5.8: Das Preis wurde angepasst, der iMac kostet jetzt 1199 Euro)

Die Ausstattung des alten Modells hat aber einige Eigenheiten, auf die Sie vor dem Kauf achten sollte.

Schnelle Grafik

Das Modell bietet einen AMD Radeon Pro 560X mit 4 GB Speicher. Diese Grafikkarte ist nicht mehr ganz taufrisch, sie erschien erstmals 2017 und ist auch keine Desktop-Grafikkarte. Sie war vor allem in Notebooks wie dem Macbook Pro 15 Zoll von 2018 zu finden. Die Leistung entspricht etwa einer GTX 1050, eignet sich also durchaus für ältere Spiele ­in HD-Auflösung – vor allem bei der Nutzung unter Bootcamp. Zudem können Sie noch eine externe Grafikkarte per Thunderbolt anschließen.

Speicher und RAM nicht aufrüstbar

Größte Schwäche: Für aufwendigeren Videoschnitt oder 3D-Grafik sind die vorinstallierten 8 GB RAM eigentlich zu wenig. Schade: Die SSD ist nicht austauschbar , der Arbeitsspeicher kann nur nach einer riskanten Öffnung erweitert werden. Für Büroaufgaben ist die Ausstattung aber völlig ausreichend. Immerhin handelt es sich um das Modell mit SSD, die lahme Fusion-Drive-Version sollte man meiden.

Externer Monitor

Der Monitor ist hell und bietet 4K Auflösung, die im Alltag effektiv nutzbare Fläche entspricht aber der eines HD-Displays und ist knapp bemessen. Sie können aber problemlos einen zweiten externen Monitor anschließen. Bis zu zwei 4K-Displays oder ein 5K-Displays lassen sich nutzen. Auch die Größe kann schließlich ein Vorteil sein, das Gerät nimmt wenig Platz ein und ist mit einem Gewicht von 5,6 Kilo schnell verräumt. Der top moderne Nachfolge ist aber noch flacher und knapp ein Kilo leichter.

Viele Schnittstellen

Gut: Es stehen neben zwei Thunderbolt-Schnittstellen auch Kartenleser, Ethernet und vier USB-Ports zur Verfügung  – ein echter Vorteil gegenüber dem 24-Zoll-iMac, der mit Schnittstellen geizt.

Design

Das Design wirkt 2021 einfach altbacken. Mit dem neuen iMac 24-Zoll kann der alte Mac hier nicht mithalten.

Schnelle CPU

Die von Apple verbaute CPU Core i5 (8500) ist eine ältere Mittelklasse-CPU von Intel mit sechs Kernen. In Messungen mit Geekbench erzielt sie im Single Core-Benchmark 1012, beim Multicore-Benchmark 4752 Punkte. Mit einem M1-Chip kann sich nicht mithalten (dieser erzielt 1726/7627). Vor allem bei Nutzung von Software, die bereits an den Chip angepasst wurde, ist der M1-Chip überlegen. Für die nächsten Jahre stehen Ihnen aber genügend Leistungsreserven bereit.

Apple-Unterstützung

Für alte Intel-Macs sah es schlecht aus, Apple hatte eigentlich angekündigt, Monterey würde manche Funktionen nur M1-Macs exklusiv bieten. Hier ist aber Apple mittlerweile zurückgerudert. Man kann wohl davon ausgehen, dass Intel-Macs noch viele Jahre von Apple gut unterstützt werden. Viele exklusive Funktionen wie hohe Sicherheit oder Anmeldung per Touch-ID bietet aber nur der neue M1-iMac.

Windows-Unterstützung

Ein Vorteil gegenüber dem M1-Mac: Sie können mittels Bootcamp oder Fusion auch andere Betriebssysteme installieren. Bei M1-Macs ist dies nur über sogenannte Virtualisierungssoftware wie Parallels möglich und nur die ARM-Versionen von Windows und Linux werden unterstützt.

Fazit:

Für das Homeoffice ist der iMac noch immer eine gute Wahl, das Angebot richtet sich aber doch eher an den nüchternen Anwender. So ist der 21,5-Zoll iMac nach unserer persönlichen Meinung wohl aktuell Apples „langweiligster Mac“ – gerade im Vergleich zum coolen 24-Zoll-Modell – und könnte als Geschenk für Ehefrau oder angehenden Studenten eher gedämpfte Begeisterung auslösen.

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