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5G-Nachfolger: Deutschland investiert 700 Mio. Euro in 6G

12.04.2021 | 11:02 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Bundesregierung steckt 700 Millionen Euro in die Entwicklung des 6G-Netzes. Das steckt dahinter.

Das Bundesforschungsministerium stellt bis 2025 rund 700 Millionen Euro fĂŒr Forschungsarbeiten am 6G-Netz bereit, wie das Handelsblatt schreibt . Das teilte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Karliczek hatte 2018 mit dem Satz „ 5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig “ Negativschlagzeilen geschrieben. Mittlerweile scheint die CDU-Politikerin die Bedeutung schneller Mobilfunknetze - unter anderem auch fĂŒr die Landwirtschaft - erkannt zu haben.

Das 6G-Netz soll ab circa 2030 nach und nach das derzeit noch im Aufbau befindliche 5G-Netz ersetzen. Es soll Daten 100 Mal schneller als das ohnehin schon flotte 5G-Netz ĂŒbertragen. Nicht nur Privatanwender, sondern vor allem Industrie und Wirtschaft dĂŒrften von 6G profitieren. Beim Internet of Things (IoT), bei autonom fahrenden Autos oder auch in der Landwirtschaft sowie in der Medizin. Extended-Reality („Erweiterte RealitĂ€t“) nennt Karliczek als Beispiel fĂŒr 6G-Anwendungen. Hierbei sollen 3D-Darstellungen von Menschen in Echtzeit auf mobile EndgerĂ€te oder in RĂ€ume gestreamt und projiziert werden können. Das wĂŒrde neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit ĂŒber Entfernung im BĂŒroalltag und in der Produktion ermöglichen.

Deutschland will bei der Entwicklung des 6G-Netzes ganz vorn mit dabei sein und stellt deshalb die Forschungsgelder zur VerfĂŒgung. Die EU unterstĂŒtzt die 6G-Entwicklung ebenfalls mit dem Projekt „ Hexa-X “ unter der FĂŒhrung von Nokia und mit insgesamt 25 Teilnehmern. Darunter auch Ericsson, Siemens und Intel sowie die Technischen UniversitĂ€ten Kaiserslautern und Dresden. Ziel dieser BemĂŒhungen ist unter anderem auch UnabhĂ€ngigkeit von den chinesischen Herstellern wie Huawei. Diese stehen unter Spionageverdacht - bei der EinfĂŒhrung des 5G-Netzes ist die Frage, ob die Volksrepublik China die in Europa ĂŒber 5G ĂŒbermittelten Daten in irgendeiner Weise mitlesen könnte, ein Dauerbrenner. Insbesondere die USA verdĂ€chtigen chinesische Unternehmen wie zum Beispiel Huawei, das ein wichtiger Lieferant von 5G-Netzwerktechnik ist, dass es chinesischen Nachrichtendiensten den Zugang zu seiner Netzwerktechnik ermöglichen wĂŒrde.

Der Freistaat Bayern hat mit „ Thinknet 6G “ ebenfalls ein 6G-Förderprojekt am Start. Bis 2023 soll es mit rund 5 Millionen Euro die 6G-Entwicklung unterstĂŒtzen. Hierbei ist die MĂŒnchner Niederlassung von Nokia federfĂŒhrend, wie das Handelsblatt erklĂ€rt.

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