2615653

A15: Ist Apples Chip schneller und effizienter als vermutet?

05.10.2021 | 15:40 Uhr | Stephan Wiesend

Bei der Vorstellung von Apples neuem A15-Chip waren manche enttäuscht, unter der Haube bietet der Chip aber viele wichtige Verbesserungen.

Bei der Vorstellung des neuen iPhone 13-Chips A15 wunderte sich mancher über Apples Schmallippigkeit. Während frühere Chips ausgiebig vorgestellt wurden, verglich Apple die Leistungsfähigkeit fast nur mit Konkurrenten aus dem Android-Bereich. Vermutlich aus Zeitdruck, es erregte aber doch schnell den Verdacht, der Chip böte kaum Vorteile gegenüber dem Vorgänger.

Wie nun Tests belegen , ist dies aber falsch. Der neue Chip bietet eine stark verbesserte Leistung und Effizienz, vor allem die Grafikleistung der Pro-Modelle ist beeindruckend. Offensichtlich liegen die größten Vorteile im Bereich Effizienz und sind nicht ganz einfach zu erklären: Bei einer Keynote, die vor einem breiten Publikum stattfand, vielleicht ein zu technisch komplexes Thema. So wurden liebe Folgen der Effizienz – die bessere Akkulaufzeit gewürdigt.

A14 vs. A15

Auf dem Papier sind sich die beiden Chips sehr ähnlich, beide bieten ein Sechs-Kern-Prozessor-Design, mit vier hocheffizienten Kernen und zwei Hochleistungskernen. Größter Unterschied: Beim iPhone 13 Pro und auch im neuen iPad Mini kommen statt vier GPU-Kerne erstmals fünf GPU-Kerne zum Einsatz – nichts womit man bei einer Keynote Beifall erntet.

Die gesteigerte CPU-Leistung scheint auf den ersten Blick vernachlässigbar. Etwa 20 Prozent höhere Leistung beim Test mit Geekbench ist guter Durchschnitt. Wie ein umfangreicher Test von Anandtech nachweist, hat Apple aber sehr viele Details verbessert: Sowohl bei den beiden Performance-Kernen als auch bei den Effizienzkernen steigt die Taktung. Statt wie beim A14 noch 2998 MHz sind es nun bis zu 3240 MHz, die erreicht werden können, bei den Effizienzkernen 2016 statt 1823 MHz – zusätzlich wurde aber für die beiden Hochleistungskeren auch der Systemcache von 16 auf 32 MB vergrößert, der wichtige L2-Cache von 8 auf 12 MB erweitert. Bei den Effizienzkernen wurde dagegen die Speicherlatenz verringert und auch der neue N5P-Prozess bei der Herstellung der Chips soll bereits für bessere Leistung und Effizienz sorgen. Wie Anandtech auffiel, liegt die Stärke des neuen A15-Chips aber vor allem in der Energieeffizienz – also wie viele Berechnungen der neue Chip pro Akkuladung erzielen kann. Laut den Messungen liegen die Leistungssteigerungen dabei weit vor dem A14, aber noch deutlich über denen der Android-Konkurrenz. Die deutlich gesteigerte Akkulaufzeit des iPhone 13 ist wohl in großem Umfang dem neuen Chip zuzuschreiben.

Grafikleistung

Beeindruckt sind die Tester aber vor allem von der Grafikleistung, besonders der der Pro-Modelle. Im Unterschied zum iPhone 13 bietet das iPhone 13 Pro nun nämlich fünf statt vier Grafikkerne. Die Grafikleistung ist dadurch um knapp 30 Prozent höher als beim Standardmodell und knapp 50 Prozent höher als beim iPhone 12. Allerdings scheint Apple gerade bei der Grafikleistung öfter an thermische Grenzen zu stoßen, so taktet die Grafikkarte bei Überhitzung schnell zurück – was vermutlich einige Abweichungen in veröffentlichten Benchmarks erklärt. Eine gute Nachricht für Gamer, aber auch andere Anwender, die AR und Video nutzen, profitieren von der besseren Grafikleistung. Nur schwer überprüfen lassen sich leider weitere Verbesserungen des Chips, so hat Apple neben einer neuen Display-Engine und neuen Video-Encodern und -Decodern auch wieder einen neuen Image-Prozessor ergänzt – der nicht zuletzt bessere Foto- und Videoverarbeitung garantieren sollte.

Macwelt Marktplatz

2615653