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A15: Probleme bei Entwicklung – trotzdem schnell

16.09.2021 | 09:15 Uhr | Peter Müller

Der A15 sieht auf den ersten Blick nur wie ein A14S aus, angeblich aufgrund von Personalquerelen. Das SoC ist dennoch flott.

Der A15 stellt vor ein paar Rätsel. Die Anzahl der Kerne bleibt gegenüber dem A14 gleich, mit Ausnahme des fünften Grafikkerns und mehr Arbeitsspeicher für die iPhones 13 Pro. Weiter entstand der A14 im 5-nm-Prozess. Apple sprach bei der Vorstellung nur von "neuen " Kernen und zog für den Vergleich die Konkurrenz heran, gegenüber deren Chips der A15 die x-fache oder um y Prozent bessere Leistung bringe, der übliche Bezug zum Vorgänger aus dem eigenen Haus fehlte.

Etwas schneller als der Vorgänger

Dabei muss sich der A15 offenbar nicht verstecken, wie neue Benchmarks bei Geekbench zeigen, wie Appleinsider berichtet . Das iPhone 13 zeige im Schnitt eine Single-Core-Performance von 1730 Punkten, knapp zehn Prozent besser als das iPhone 12. Die Multicoreergebnisse steigen um 21 Prozent auf 4621 Punkte im Schnitt . Die Ergebnisse sind zwar konsistent, stammen aber bisher nur von sechs Geräten, könnten also noch nicht akkurat genug sein. Der Unterschied beim Grafikscore ist laut Macrumos beträchtlich, das iPhone 13 Pro (Max) schlägt das iPhone 13 (Mini) mit 14216 zu 10608 Punkten im Metal-Score. Das iPhone 13 (Mini) liege aber immer noch 15 Prozent über der Leistung des iPhone 12.

Chip-Entwicklung leidet angeblich unter Brain Drain

Derweil behauptet die Website Semi Analysis , Apple habe wesentliche Neuerungen in seinem SoC auf das kommende Jahr verschieben müssen, weil die Chipentwicklung unter personellem Aderlass gelitten habe. Die Weggänge etwa von Gerard Williams III oder einem ganzen Team von leitenden Ingenieuren, die ein RISC-V-Startup gründeten, habe dazu geführt, dass in diesem Jahr nur ein modifizierter Chip mit der gleichen Anzahl von Kernen fertig werden konnte. Apple hatte Williams wegen des Verrats von Betriebsgeheimnissen verklagt , die er zu seiner mittlerweile von Qualcomm übernommenen Neugründung Nuvia mitgenommen hatte. Semi Analysis hat für seine Behauptungen aber keine Belege außer den bekannten Personalien, die bei einem großen Unternehmen nicht unüblich sind.

Macworld-Kolumnist Jason Snell vermutet , beim A15 hätten Apples Entwickler weniger auf eine nennenswerte Steigerung der Performance Wert gelegt und sich stattdessen um mehr Effizient bemüht. Das soll Auswirkungen haben, Apple hat für die neuen iPhones 1,5 respektive 2,5 Stunden längere Akkulaufzeiten angepriesen. Gerade für potenzielle Käufer des Mini, das mit eher kurzen Laufzeiten auffällt, ist das eine gute Nachricht und vermutlich ein wichtigerer Kaufgrund als überragende Benchmarkergebnisse.

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