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AR-Brille mit Live-Untertiteln - was Apple sich abschauen kann

01.08.2022 | 12:40 Uhr | Thomas Hartmann

Menschen mit starken Hörbehinderungen bis hin zur Taubheit können mit der AR-Brille eines Start-ups in Echtzeit per Audio-Transkriptionen direkt sehen, was ihr Gegenüber sagt.

Das wäre was für Apples vermutete Augmented-Reality–Brille, fällt einem zu dieser praktischen Anwendung der AR-Technologie sofort ein. Doch bisher entwickelt sie ein britisches Start-up namens Xrai Glasses , das seinen Ansatz auf seiner Website nennt: ”Life. Subtitled”. Also ”das Leben untertitelt”. Und wie es funktioniert, ebenfalls in schlichten Worten: ”Unsere intelligente Brille verwandelt Sprache in Echtzeit in Untertitel.” Für iOS 16 hat Apple indes ein ähnliches Feature angekündigt, das iPhone erzeugt dabei automatisch bei Gesprächen via Facetime Live-Untertitel.

Apples AR/VR-Headset könnte bald real werden

Ein Artikel bei NTV zeigt in einem Video, wie die Lösung von Xrai Glasses in der Brille praktisch funktioniert . Ein junger Mann mit Hörbehinderung unterhält sich mit seinem Gegenüber, ohne es anzusehen und bekommt praktisch zeitgleich mit dessen Worten diese auch auf seiner Brille dargestellt. Doch das soll noch nicht alles sein, sagt Dan Scarfe, CEO von Xrai Glasses. Er glaubt, der wirkliche Durchbruch wird mit intelligenten Kontaktlinsen kommen. Dann ist für das Gegenüber gar nicht mehr ohne Weiteres zu erkennen, ob jemand hörbehindert ist, und die Beeinträchtigung ist noch geringer als mit dieser AR-Brille.

Hörbehinderter Josh Feldmann: Einfach wow!

Schon jetzt ist Josh Feldmann, ebenfalls in dem Video-Interview, als Hörbehinderter begeistert: ”Ein Gespräch zu führen, ohne die andere Person anzusehen? Wow. Wow.” In diesem Fall ist es auch nicht mehr nötig, wie man es eindrucksvoll in dem AppleTV+-Film ”Coda” gesehen hat , ständig die Lippen anderer Menschen zu lesen oder auf deren Gesten zu achten. Diese Art der Verständigung ist für Hörbehinderte deutlich entspannter, darf man vermuten.

Die Entwicklung scheint jedenfalls schon weit fortgeschritten. Auf der Website des Start-ups verweist man stolz auf die ”weltweit erste TÜV Rheinland-Zertifizierung für AR-Brillen”. Diese wurde vergeben für geringes blaues Licht und flimmerfrei. Auch weitere Details werden dort bekannt gegeben. Und man kann sich dort bereits für eine öffentliche Vorführung registrieren lassen.

Wann genau und zu welchem Preis die AR-Gläser erscheinen, ist aber nicht bekannt. Und so sehr man bei alldem an Apple denkt – bisher benötigt man für den Betrieb noch die Verbindung mit einem Handy – und zwar mit einem Android-Smartphone. Doch wer weiß, was alles in Entwicklung ist. Und in der Werbung zeigt Xrai Glasses dann doch lieber ein Macbook.

Ganz klar, für Apple wäre eine solche Funktionalität für die AR-Glasses und bei der langen Expertise für die Unterstützung körperlich beeinträchtigter Menschen auf Mac und iPhone ein absolutes Pfund, vor allem, wenn dies dann auch ohne angeschlossenes Smartphone/iPhone läuft. Immerhin liegt die Technik für Live-Untertitel schon vor.

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