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Advent 2019 – Türchen 13: iMovie und Final Cut

13.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

War iPhoto und Fotos etwas für Fotografen, sind mit iMovie und Final Cut Pro X die Video-Profis bedient.

Was für iPhoto und Fotos galt, gilt für Apples Software für bewegte Bilder umso mehr: Die Änderungen – ob nun notwendig oder nicht – haben nicht jedem gefallen. Ganz im Gegenteil, vor allem von Profis hagelte es massive Kritik.

Grund war auch hier die von Apple als notwendig erkannte Vereinheitlichung des Codes – und der Umzug auf 64 Bit. Final Cut Pro X war daher nicht einfach nur eine Weiterentwicklung von Final Cut Pro 7, sondern entstand völlig neu – und auf einem Schlag waren alle Plug-ins verschwunden, mit denen sich Cutter über Jahre hinweg vertraut gemacht hatten. Anders als Apples Aperture war und ist Final Cut aber kein Nischenprogramm, sondern eines, das eine große Nutzerschaft in Filmstudios und Fernsehsender hat.

Umlernen oder umsteigen, das war dann die Frage. Eine Alternative liegt mit Adobe Premiere ja relativ nah, die beiden Schnittprogramme haben die gleichen Wurzeln. Denn Randy Ubillos kann als Vater sowohl von Final Cut als auch von Premiere gelten. Damit hatte er bei Adobe angefangen, an den ersten drei Versionen war er entscheidend beteiligt.

Seine Arbeitsgruppe hatte das Interesse des Konkurrenten Macromedia geweckt, der sie anheuerte und auf Apples Quicktime basierend eine Software namens Keygrip entwickeln ließ. Diese zeigte Macromedia sogar auf der NAB 1998, der Fachmesse der TV-Branche. Unglücklicherweise verhinderten lizenzrechtliche Probleme die finale Veröffentlichung, Macromedia zeigte seinerzeit auch mehr Interesse an Software für das Web wie Dreamweaver, Fireworks oder Flash – ein paar Jahre später übernahm Adobe den gesamten Laden.

Da waren Ubillos und Keygrip längst bei Apple gelandet, die einfachste Lösung der Lizenzproblematik. Schon ein Jahr später, auf der NAB 1999 zeigte Apple die erste Version von Final Cut. War Keygrip noch als 0.9 für Mac und Windows gelaufen, gibt es Final Cut seit jeher nur für den Mac.

Umgekehrt aber bietet Adobe Premiere für beide großen Plattformen an. In Unternehmen mit gemischter Infrastruktur wird man an den Schnittplätzen daher eher Premiere finden als Final Cut Pro X – selbst an den Macs.

Aber auf der Konferenz JNUC haben wir im November aus berufenem Munde erfahren, dass Macs in Unternehmen zu einer produktiveren Arbeitsumgebung führen. Das sagt kein geringerer als IBMs CIO Fletcher Previn .

Youtuber, Vlogger und TV-Produzenten der nächsten Generation sollten daher den Erstkontakt auch schon gleich mit der Grundversion von Final Cut Pro X gemacht haben, die natürlich nicht so heißt, sondern iMovie.

Etwa zur gleichen Zeit, zu der Ubillos und Kollegen an dem Premiere-Killer arbeiteten, führte Apple die erste iSoftware ein, im Jahr 1997. Apple hatte für den Mac eine Zukunft erkennt, in der der Rechner als Nabe für allerlei digitale Peripherie dienen würde, also auch für Foto- und Videokameras. Die schnelle Schnittstelle Firewire, die Apple zusammen mit Sony entwickelt hatte, war prädestiniert dafür, von Digitalkameras, die seinerzeit Video noch auf Band aufzeichneten, Daten in ausreichender Geschwindigkeit zu beziehen. Der erste iMac, der mit Firewire kam, hieß daher auch iMac DV, für „Digital Video“ – und iMovie war das Werkzeug der Wahl, um aus Urlaubs- oder Hochzeitsfilmen etwas zusammen zu schneiden – das konnte sogar abendfüllend sein.

Apple dachte aber auch gleich an die Weiterverarbeitung, iDVD arbeitete ab 2001 nahtlos mit iMovie zusammen, um die fertigen Filme zu mastern, also auf DVD zu brennen. Mit Garageband kam dann noch ein weiteres Programm hinzu, mit dem man tiefer in die Bearbeitung der Tonspur einsteigen konnte – morgen dazu mehr .

Aber wer in den ersten iMovie-Versionen seine Bilder mit Ken-Burns-Effekt oder ohne zusammenfügte und mit kurzen Videoschnippseln kombinierte, erkannte iMovie schon wenig später nicht mehr wieder. Heute ist dafür der Unterschied zwischen der mobilen und der Desktop-Version marginal, wer sich in iMovie perfekt auskennt, geht den Schritt zu Final Cut Pro X ohne Probleme.

Und auch die alten Hasen von einst sollten mit der aktuellen Version des Videoschnittprogramms versöhnt sein. Es hat zwar eine Weile gedauert, bis Final Cut Pro X wieder den mit der 7er-Version vergleichbaren Funktionsumfang erhalten hat, jetzt lässt die Software aber kaum noch Wünsche offen. Außer vielleicht den nach einem neuen, schnelleren Rechner und einem noch besseren Bildschirm. Aber den erfüllt Apple mit Mac Pro und Pro Display XDR.

Die heutige Frage:

Gut, dass Google heute offline ist und Sie auch nicht in Apple Music spähen können, müssen Sie eben die Frage hier aus dem Gedächtnis beantworten. Denn „Final Cut“ heißt auch ein Album, das letzte eines Gründungsmitglieds mit seiner langjährigen Band. Und zwar:

1.) Roger Waters / Pink Floyd

2.) Roger Hodgson / Supertramp

3.) Fish / Marillion

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