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Advent 2019 – Türchen 17: Lotus Notes

17.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Lotus Notes gehört zu unseren Lieblingstools, aber auf einer invertierten Beliebtheits-Skala.

Die Adventszeit ist besinnlich – zumindest sollte sie es sein. Wenn dann die Einkäufe alle erledigt sind, die Weihnachtsfeiern gefeiert und die Plätzchen gebacken, kann es ja losgehen mit der Besinnlichkeit. In ein paar Tagen. Bis dahin erledigen wir die letzten Aufgaben des Jahres mit der in uns innewohnenden Inbrunst und erfreuen uns vor allem an der Software, die wir im Büro nutzen dürfen. DRECKSTOOL, VERDAMMTES!

Verzeihung, wir wollten nicht fluchen, schon gar nicht in dieser Zeit, so auf der feinen Linie zwischen Besinnung und Nervenzusammenbruch, auf der wir in der Vorweihnachtszeit tanzen. Wir haben auch gar keinen Grund dazu, denn das Dreckstool, um das es heute geht, müssen wir im Unternehmen glücklicherweise nicht mehr nutzen, seit Jahren schon: Lotus Notes.

Die Einstufung als das Dreckstool unter den Dreckstools auf unseren Computern stammt im Übrigen nicht von uns, wir zitieren hier nur die schöne und schlichte Website www.dreckstool.de , auf der jeder, der vorbeischaut, seine „Lieblings“-Software einen Punkt für den Dreckstool-Score geben kann. Und wer liegt da wieder ganz vorne und die letzten Jahre und Jahrzehnte immer in oder nahe der Top 5? Richtig: Lotus Notes.

Streng genommen heißt das Programm heute ja HCL Notes, das interessiert diejenigen aber nicht die Jahre und Jahrzehnte darunter leiden mussten. Denn Notes ist in Unternehmen vor allem als Mailsoftware zum Einsatz gekommen – dafür das dokumentenorientierte Datenbanksystem aber an sich nie konzipiert. Sondern anfangs als digitale Nachbildung einer Message-Board-Anwendung, also eines schwarzen Bretts, an das man Notizzettel hängt – daher auch der Name.

Besonders für Mac-Anwender war Lotus Notes aber die Hölle, durch die wir jeden Tag im Büro gehen mussten. Selbst Outlook – oder wie es zwischendrin mal hieß, Entourage – war gegenüber dem Mac-Client von Lotus Notes eine wunderbare Software, übersichtlich und bedienbar. Natürlich konnte man auch einen Client wie Apple Mail mit dem Mailserver der Firma bedienen, Lotus Domino führte sich aber recht oft wie eine Domina auf und quälte uns damit, Mails nicht mehr mit einem anderen Client zu synchronisieren – dabei sind wir doch gar nicht masochistisch veranlagt.

Also doch wieder Notes genutzt, am Besten die Windows-Version, die wir über die virtuelle Maschine von Citrix auf unseren Macs nutzten. Was das für die Geschwindigkeit bedeutet, kann man sich ja denken.

Auch ein Quell reicher Freude waren die Mails, die uns Presseagenturen oder Autoren schickten. Klar, Anhänge komprimiert man besser vor dem Versand, man weiß ja nicht, welchen Client das Gegenüber benutzt und welche Formate sein Rechner versteht. Macht aber nicht jeder. Und während wir heute Bilder die in eine Mail eingebunden sind, auch mit Drag-and-Drop noch aus der Mail herausbekommen, mussten wir uns im Falle von Lotus Notes oft mit Screenshots von dem in die Nachricht gerenderten Bild begnügen. Oder die Agentur und den Autoren um eine neue Mail mit einem Zip bitten.

Ach ja, weiterleiten kann man Mails in Notes natürlich, aber nicht per Redirect. Was man also etwa dem Abo-Dienstleister zur Bearbeitung weiter leitete, beantwortete der wiederum uns die gestellte Frage, und wir mussten erneut aktiv werden, um den Leser  darüber zu informieren.

Nicht selten verzweifelte unsere Technikabteilung: Wenn mal wieder ein Kollege auf die Idee kam, mitsamt hochaufgelöstem Digitalbild nachzufragen, wem denn der Gurkenhobel in der Küche gehöre. An alle Mitarbeiter, von denen ein Großteil wiederum an alle mitsamt dem Bild antwortete, das sich auf dem Server so lange vervielfältigte, bis der abstürzte.

An dem Tag, als uns IT und Geschäftsleitung eröffneten, künftig auf Office 365 zu setzen, feierten wir ein Freudenfest. Kaum zu glauben, dass wir Hardcore-Macianer einmal eine Software von Microsoft als Erlöser betrachten würden.

Programme aus Redmond stehen zwar bei dreckstool.de auch immer recht weit vorne, aber wir hinterlassen noch bei jedem Besuch unsere Stimme für unsere alte Nemesis, Lotus Notes.

Unsere Frage von heute dreht sich um einen anderen Lotus, nicht um jene Pflanze mit dem Abperleffekt, sondern um das ehemalige Formel-1-Team von Colin Chapman, das zwar auch etliche WM-Titel gewann, aber ebenso für technische Unzulänglichkeiten bekannt war. Welcher Fahrer hat dereinst gesagt: „Wenn mich das eigene Hinterrad überholt, dann weiß ich, dass ich in einem Lotus sitze“?

1.) Graham Hill
2.) Jim Clark
3.) Jackie Stewart

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