2469626

Advent 2019 – Türchen 18: Evernote und Notizen

18.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Einige Jahre schien es, als hätte Apple vergessen, dass man noch eine App namens Notizen hat. Doch zuletzt wurde die App deutlich verbessert.

Nach den gestrigen Horrorgeschichten über Lotus und Lotus Notes lassen wir es heute etwas ruhiger und besinnlicher angehen, versprochen. Sprechen wir also über Notes.

Nein! Doch: So nennt Apple seine mit macOS, iPadOS und iOS ausgelieferte und auf Deutsch Notizen genannte App, die nichts weiter ist, als der Name sagt: Ein Programm für Notizen aller Art.

Wobei, „aller Art“ ist vielleicht ein bisschen übertrieben, wenn man die Vergangenheit der Anwendung betrachtet. Man konnte in ihr aber alles notieren, sofern es sich um Text handelte. Aber das erwartet man ja von einem elektronischen Notizbuch, das man schnell und immer zur Hand haben will: Aufschlagen, zu einer leeren Seite blättern, reinschreiben.

Dabei muss man in der digitalen Welt gar nicht mal lange blättern, will man etwas notieren, sondern einfach nur eine neue Seite aufschlagen. Notes – also Notizen – sieht ein wenig so aus, als sei die Zeit an ihm vorbeigegangen, wie eine letzte Bastion des Skeuomorphismus, von dem Apple sich mit iOS 7 und ab OS X 10.9 Mavericks an sich verabschiedet hat. Schaut man das virtuelle Blatt auf iPad, iPhone und sogar dem Mac näher an, erkennt man auf der weißen Fläche noch Strukturen, die an Papier erinnern. Immerhin: Die Zeilen, wie wir sie von den Notizblöcken der analogen Ära noch kennen, sind nur noch im App-Icon enthalten und nicht mehr in der Anwendung selbst.

Von Jahr zu Jahr verbessert, erweitert und optimiert Apple bei Systemupdates auch die ausgelieferten Anwendungen, in diesem Jahr war die App „Erinnerungen“ dran, die für manche Notizen besser geeignet erscheint als der virtuelle Notizblock. Aber auch Notizen hat in den letzten Jahren wichtige Updates bekommen, Bilder, Töne und Websites einbinden, kleine Tabellen anlegen, alles kein Problem mehr. Sogar als Dokumentenscanner dient die App nun, das ist aber auf iPhone und iPad weit sinnvoller als auf dem Mac.

Wobei über die iCloud die Notizen natürlich abgeglichen und stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden – als hätte man den Notizblock immer dabei und würde ihn nie daheim neben dem Wählscheibentelefon liegen lassen. Notizen lassen sich teilen und mit anderen bearbeiten, über den Browser bekommt man auf iCloud.com immer Zugriff auf den letzten Stand der Dinge, von praktisch jedem Computer der Welt aus.

Apple macht mit Notizen nun beinahe einen weiteren Softwarehersteller und dessen Produkt überflüssig, an dem sich der Ausbau der Notizen in den letzten Jahren orientiert haben dürfte: Evernote.

Noch sehen Abonnenten der Premium-Version keine Veranlassung zur Kündigung, sofern sie Evernote nicht nur gelegentlich nutzen wie unsereins die Notizen.

Manche aber nutzen Evernote dazu, um buchstäblich alles, was sie auf Computern an interessanten Informationen finden, darin zu sammeln, zu gruppieren und zu verwalten. Das geschieht etwa mit dem Web Clipper, einem Plug-in, das Evernote bei der Installation in den Browser einhängt. Ähnliches kann zwar auch Safari mit seinem Teilen-Menü auf dem Mac, aber eben nur Safari. Evernote bekommt es bestimmt in Zukunft nicht leichter, es wäre aber nicht die erste Software von Drittherstellern, die durch eine von Apple implementiert Systemfunktion verdrängt wird.


Wir erinnern uns heute aber dennoch mit etwas Schaudern an die Zeit vor Notizen, als wir unsere Gedanken gleich in Schlachtschiffen wie Word fixierten, in Textedit oder doch auf Papier. In den Tiefen von macOS schlummert aber auch heute noch ein Programm, das ebenso wie Notizen für die schnelle Erfassung von kurzen Texten gedacht war – aber nichts über die Cloud abglich oder andere ausgefuchste Funktionen hat. Sie können ja nachsehen, ob Sie es noch in Ihrem Programme-Ordner des Mac finden, es heißt

1.) Notizzettel
2.) OmniGraffle
3.) Notizbuch

Heute gibt es zu gewinnen:

Die Spider Tablethülle von Cellularline

Vergrößern
© Cellularline

Spider ist die vielseitige, praktische und leichte Hülle für Tablets von 9 bis 12 Zoll, die sich perfekt an das Design des Tablets anpasst und dies bei Stößen und Stürzen schützt. Die Anwendung ist sehr einfach: Auf der Rückseite befinden sich Clips, die leicht miteinander kombiniert werden können und mit denen man den Ständer auf drei verschiedene Arten anpassen kann. Das ultraflexible Material ermöglicht es, dass man die Ecken und Kanten mit einer einfachen Geste entfernen kann, sollten bestimmte Tasten oder Buchsen verwenden werden, die verdeckt sind.

Macwelt Marktplatz

2469626