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Advent 2019 – Türchen 2: Microsoft Office

02.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Microsoft Office: Geht es auch ohne? Und wenn ja, womit? Warum Microsoft nun auch auf das Abo setzt.

Wir lieben und wir hassen es, aber wir kommen ihm nicht aus: Dem Programmpaket Microsoft Office, das im Wesentlichen aus Word, Excel und Powerpoint besteht und in den Büros dieser Welt zum Quasi-Standard geworden ist. Auch auf dem Mac tippen wir und unsere Autoren viele Texte in Word, Tabellen liefern sie in Excel an und wenn wir mal eine Präsentation halten müssen, arbeiten wir mit Powerpoint-Vorlagen. Trotz so hübscher Alternativen wie Pages, Numbers und Keynote, die wir vor allem privat nutzen, oder wenn wir in Arbeitsgruppen ausschließlich mit Macianern zu tun haben.

Antwort auf die gestrige Frage:

War auch in diesem Jahr wieder einfach, gell? iTunes hätte beinahe iMusic geheißen, nimmt man den einen Versprecher in der Präsentation ernst. Insofern schließt sich der Kreis umso mehr, als dass der einstige Kern von iTunes nun auf Mac, iPhone und iPad „Music“ heißt.

Dabei hatte das Unternehmen aus dem Vorort von Seattle die Office-Programme seinerzeit vor allem für die Computer aus Cupertino bereitgestellt und dabei nicht einmal alles selbst entwickelt, sondern wie Apple aus Soundjam iTunes machte ( siehe gestriges Kalenderblatt ), wurde aus Forethoughts Powerpoint erst das von Microsoft,  und aus dem Programm Bravo für den Xerox Alto eben jene Textverarbeitung, die so viele Funktionen hat, dass ein ganzes Berufsleben nicht ausreichen würde, sie alle mal genutzt zu haben. Zumal man einige wirklich nicht nutzen sollte, zum Beispiel Word als ein Layoutprogramm anzusehen.

Das Verhältnis von Microsoft und Apple kühlte aber kurz nach dem Erscheinen des Mac merklich ab, nicht nur, weil Steve Jobs das von ihm gegründete Unternehmen verlassen musste. Bill Gates und Kollegen hatten aber Interesse gezeigt, die von Xerox „inspirierte“ grafische Oberfläche des Mac-Systems in Lizenz zu nehmen und auf MS-DOS aufzusetzen, blitzten in Cupertino aber ab und entwickelten eine zunächst grottenschlechte Kopie namens Windows, die ein paar Jahre und einige gewonnene Gerichtsprozesse später den Mac in gröbste Nöte stürzen sollte.

Microsoft setzt den Standard

Word, PowerPoint und Excel waren zum Standard geworden, mit anderen Programmen durfte man gar nicht erst antreten. Wir haben das selbst erlebt: Unsere Diplomarbeit voller Formeln mit dem an Latex erinnernden Editor aus StarWriter – Basis des späteren Open Office – war um’s Verrecken nicht für die Windows-95-Maschinen im Institut zu kopieren. Der Text ja, aber die Formeln blieben leer. Also sie alle nochmal in Word neu gesetzt – beinahe die Abgabefrist verpasst.

Aber es gab ja Microsoft Office für den Mac. War halt teuer. Und als Angehöriger einer Minderheit fand man nicht so schnell jemanden, der einem eine CD mit der Software leihen konnte – war auf der Windows-Seite ganz anders, wo gefühlt niemand für Office bezahlt hat.

Selbst diese Hoffnung, mit Office für den Mac am Ball bleiben zu können, schien Mitte der Neunziger zu Staub zu zerfallen. Bis, ja bis, Bill Gates auf der Macworld Expo 1997 in Boston in Form einer Videoschaltung auftrat und dem Präsentator, seinem als iCEO bei Apple arbeitendem Frenemy Steve Jobs, versprach, ihm die Firma zu retten. Das ging einerseits mit einer Finanzspritze in Höhe von 500 Millionen US-Dollar, für die Microsoft nicht stimmberechtigte Aktien bekam. Und vor allem mit der Zusicherung, Office weiter für den Mac zu entwickeln, selbst für das neue Betriebssystem, welches man in Cupertino plane.

Office:Mac war zwar immer noch teuer, aber man hatte wenigstens das Gefühl, eine nachhaltige Software zu kaufen.

Heute ist die Situation eine andere, selbst Microsoft definiert sich nicht mehr über Softwarepakete, die in einer Schachtel kommen. Stattdessen vermietet man Office, das lässt sich auch nicht so leicht auf dem Schulhof oder im Hörsaal tauschen. Sogar in den Mac App Store hat es Office 365 nun geschafft, nicht einmal mehr so abschreckend teuer.

Die gute Nachricht dabei: Dank Pages, Numbers und Keynote braucht man kein Office mehr, besteht ein Geschäftspartner auf eine Word-, Excel- oder PowerPoint-Datei, exportiert man ihm eben eine solche. Manches sieht ein wenig anders aus als geplant, aber es funktioniert. Und über ellenlange Formeln machen wir uns eh’ keine Gedanken mehr, die können wir in Pages ohnehin nicht erstellen. Für wissenschaftliche Arbeite braucht es andere Software, Word ist dafür ja auch nur sehr bedingt geeignet.

Die heutige Frage:

Bevor aus dem im Text erwähnten Star Writer ein Teil von Open Office wurde, hatte ein anderes Unternehmen den Hersteller Star Division aus Hamburg übernommen und recht erfolglos versucht, Star Office als Konkurrenzprodukt zu MS Office zu platzieren. Welches Unternehmen war das?

1.) IBM

2.) Sun Microsystems

3. Oracle

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