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Advent 2019 – Türchen 21: Zurück in die Cloud

21.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Die Daten von Rechner, Smartphones oder Smarwatches verlagern sich immer mehr in die Cloud. Eine Entwicklung "Zurück zum Anfang".

Apple reklamiert für sich ja mit einigem Recht, Ende der Siebziger die Computerrevolution losgetreten zu haben. Revolution, heißt nicht so auch der Umlauf eines Planeten um das Zentralgestirn? Und ist der dann nach einer Umdrehung wieder am gleichen Punkt, vernachlässigt man die Eigenbewegung des kompletten Sonnensystems?

Derzeit scheint, als kämen wir wieder an den Punkt von vor 40 oder 50 Jahren. Sind dabei aber mitsamt des gesamten Planetensystems gewaltig weiter gekommen, keine Frage.

Nur hatten damals die wenigen, die an einem Computer arbeiten durften oder mussten, an sich nur den Zugang zu einem Terminal. Saßen also vor einem Bildschirm an einer Tastatur – der Rechner stand aber wo anders. Im Rechenzentrum. Dieser Welt der zentralen Rechner und der abhängigen Konsolen setzte Apple eben das Konzept des persönlichen Computers entgegen, schon mit den Apple I und II, mehr noch aber ab 1984 mit dem Macintosh. Das ist es an sich, was der düstere Spot „1984“ damals auch sagen wollte: Traue nie einem Computer, der einem anderen gehört.

Heute kann man sagen: Mission accomplished. Unsere Computer sind so persönlich wie nie, wir legen sie sogar an das Handgelenk und stecken sie uns in die Ohren. Und unsere Daten speichern wir in der Cloud. Also auf einem Computer, der einem anderen gehört.

Denn es gibt keine Cloud – nur Computer in Rechenzentren, auf denen wir uns Speicherplatz mieten oder ihn gratis zur Verfügung gestellt bekommen. Dienste wie Dropbox, Nextcloud, Google Drive oder auch das iCloud Drive suggerieren uns etwas anderes: Sieht alles aus, wie die anderen Ordner auch. Und auf dem Rechner im Büro auch. Dort ist die Umgebung zwar eine andere, aber der eine Ordner, der sieht so aus wie daheim.

Mit dem Mac kann man sogar noch einen Schritt weiter gehen und auch den Schreibtisch und den Dokumenteordner abgleichen lassen – die Inhalte finden wir dann alle auch im Browser oder auf iPhone und iPad. Wie durch Zauberhand – oder einfach fortschrittlicher Technik. Die Bequemlichkeit hat aber Folgen.

Denn einige nehmen es mit dem Datenschutz nicht so genau wie es die DSGVO vorschreibt. Apple können wir zwar vertrauen, dass die Daten auf „unserer“ iCloud so sicher sind wie das Passwort und die 2FA und die Synchronisation verschlüsselt wird. Doch sind wir nun einmal angehalten, Personen bezogene und beruflich genutzte Daten strikt von privaten Daten zu trennen. Das ist aber nicht der Fall, wenn wir auf dem Bürorechner Dateien vom heimischen Schreibtisch herum liegen haben und umgekehrt. Lösung: Zwei unabhängige Systeme mit unterschiedlichen Apple IDs. Dropbox haben wir schon längst gelöscht, die darauf abgelegten Daten umgezogen – Datenschutzbedenken seitens des Unternehmens. Privat dürfen wir die Dropbox und andere Dienste aber durchaus nutzen.

So frisst die Revolution keineswegs ihre Kinder und ja, in den letzten 50 Jahren sind wir mit unserer Computerei deutlich weiter gekommen. Dennoch dürfen wir nie vergessen, dass die Cloud nur die Computer anderer Leute sind und die Software, die auf unseren persönlichen Maschinen läuft, uns nicht gehört, sondern wir sie lediglich lizenziert haben.

Apropos Computer anderer Leute, sind das nicht auch Probleme anderer Leute und damit PALs, auf denen die berüchtigten Reality-Distortion-Fields beruhen? Wer hat diesen hübschen Schabernack erfunden, der für Apple auch heute noch oft eine Rolle zu spielen scheint?

1.) Terry Pratchett

2.) Douglas Adams

3.) J.R.R. Tolkien

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