2468704

Advent 2019 – Türchen 5: Filemaker oder Claris

05.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Neben der Endnutzer-Software hat Apple jede Menge Programme, die sich für Profi-Anwender eignen. Darunter Filemaker aka Claris.

Es ist ja nicht so, dass Apple nie Software wie E-Mail-Clients oder Kalender entwickelt hat. Aber  im Jahr 1987 hatte Cupertino die Idee, die Softwareentwicklung in ein eigenes Unternehmen auszulagern: Claris. Das Zeichenprogramm MacDraw, der Claris Em@iler, das Präsentationsprogramm Claris Impact: Alles Programme, mit denen der Mac erst ein Mac wurde. Und die die Konkurrenz entweder besser machte oder zumindest erfolgreich vermarktete.

Claris auszulagern war keine Idee von Steve Jobs gewesen, der war 1987 gerade mal nicht bei Apple. Müßig zu sagen, ob die Softwareentwicklung besser im Haus geblieben wäre oder ob Illustrator, Outlook oder PowerPoint nicht auch so den eigenen Programmen auf dem Mac den Rang abgelaufen hätten.

Antwort auf die gestrige Frage:

Ja, woher sollen Sie denn wissen, woran wir denken, wenn wir das Symbol der App Mail sehen? Sind Sie Hellseher? Nein, aber wenn Sie nach den Büchern gesucht haben, wird Ihnen das Cover von Jeffrey Eugenides’ Kurzgeschichtensammlung „Air Mail“ ins Auge gefallen sein. Klar, dass man darauf Assoziationen bildet, weniger auf die Cover von „The Postman Always Rings Twice“ oder „Postcards“.

Nicht lang nach der Rückkehr von Steve Jobs stellte Claris aber endgültig alle Entwicklung ein. Bis auf die eines Programms, das praktisch konkurrenzlos war und nach dem sich Claris ab 1998 benannte: Filemaker.

Filemaker war – und ist – eine Datenbank. Mehr noch aber eine Datenbankentwicklungsumgebung. Relational, multimedial und vor allem intuitiv zu erlernen. Wo man in Microsoft Access und Excel sowie seinen Konkurrenzprodukten der Tabellenkalkulation erst einmal ein großes, virtuelles Blatt Papier mit vielen Zellen zu Gesicht bekommt und den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, begrüßt Filemaker den Anwender mit schlichten Ansichten. Was willst du da überhaupt machen, welche Felder brauchst du? Listenansicht oder eher so etwas in Richtung Karteikarten? Welcher Art sollen die Felder und Layouts sein, in welchen Beziehungen zueinander stehen? Gibt es Relationen zu anderen Datenbanken, willst du eine Runtime daraus machen, also ein Programm, das beliebige Leute benutzen können, ohne dass die dafür eine Lizenz für Filemaker bräuchten? Sondern vielleicht eine Lizenz von dir? Und was ist überhaupt mit einem Server, welche Clients sollen darauf zugreifen, mit welchen Rechten?

Das alles kann man natürlich mit beliebigen Programmierumgebungen erledigen, Filemaker verfolgt aber immer noch den „Ease of Use“, auf den Apple und seine Kinder so stolz sind. "Easy to learn, hard to master", Filemaker wurde so auch zum Lieblingsspiel vieler Mac-Anwender.

Und was man nicht alles professionell daraus machen kann! Das erste Redaktionssystem von macwelt.de beruhte auf Filemaker, kam aber nach gut fünf Jahren an seine Grenzen, für das Webpublishing von Verlagen ist Filemaker nur bedingt geeignet. Doch sehen wir Filemakeranwendungen etwa auch in Geschäften oder beim Arzt, Kunden und Produkte einerseits oder Patienten und ihre Befunde stehen in Relationen, nach denen Datenbanklösungen schreien. Gerade kleinere Betriebe oder Praxen können sich mit Filemaker ihre Lösungen selbst stricken oder von Dienstleistern bauen lassen – in überschaubarer Zeit und somit zu vernünftigen Preisen. Dass man mit Filemaker weit schönere Layouts hinbekommt als mit jeder Tabellenkalkulation insbesondere mit Excel, müssen wir an dieser Stelle an sich nicht einmal erwähnen.

Natürlich war auch die mobile Welt irgendwann für Filemaker interessant geworden, zunächst als Laufumgebung für Datenbankanwendungen, mittlerweile kann man auf dem iPad aber auch entwickeln.

Filemaker Inc. heißt seit Herbst 2019 wieder Claris Inc. Grafik- und Präsentationsprogramme bietet das weiterhin zu 100 Prozent zu Apple gehörende Unternehmen aber nach wie vor nicht wieder an, dennoch hat sich Claris wieder ein wenig diversifiziert und im Sommer Stamplay übernommen, einen Anbieter für Cloud-Lösungen und -Entwicklungen. Damit wird Filemaker (das Programm) noch flexibler, indem es einfach Elemente und Lösungen wie Box oder DocuSign in Apps und Workflows integrieren lässt. Claris leuchtet wieder – so der Gedanke hinter der Rückbenennung.

Die Frage von heute: Wer einmal das volle Paket hatte, mag keine Light-Lösungen mehr, denken Sie mal an koffeinfreien Kaffee oder Magerjoghurt – und auch Photoshop Element schätzt man wenig, wenn man das Original kennt. So hat „Filemaker Light“ nur ein paar Jahre auf dem Markt bestanden, ehe es eingestellt wurde. Nur hieß das reduzierte Programm, das sich nicht auf relationale Datenbanken verstand, nicht „Filemaker Light“, sondern?

1.) iData

2.) Files2Go

3. ) Bento

FRITZ! Mesh Set - Das Beste von FRITZ!

Gewinnen Sie heute das FRITZ! Mesh Set. Ein starkes Team aus FRITZ!Box und Repeater, das im Handumdrehen Ihr WLAN vergrößert. So reicht es in jeden Raum und Sie kommen in den Genuss von Höchstgeschwindigkeit bei Surfen, Video, Gaming. Auch HD-Fernsehen steht überall in bester Qualität zur Verfügung. Beide Geräte sind in demselben WLAN unterwegs und ihre intelligente Verbindung sorgt für ein optimales Zusammenspiel.  So können Sie Ihre Lieblingsserie beim Kochen auf dem Tablet schauen oder Spotify auch im Bad hören und das Büro gern einmal auf den Balkon verlegen – ohne dass  Ihre WLAN-Verbindung lahmt oder sogar abbricht, wenn Sie vom Wohnzimmer in die Küche gehen. Denn mit Mesh haben Sie überall und jederzeit schnelles WLAN, egal wo Sie sich gerade Zuhause befinden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

2468704