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Advent 2019 – Türchen 6: Mobile Me

06.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Das war wirklich keine Sternstunde bei Apple, als der Webdienst Mobile Me gestartet ist. Nun macht iCloud alles besser.

Der Krieg ist angeblich der Vater aller Dinge und sein erstes Opfer die Wahrheit. Speziell der Zweite Weltkrieg war nicht die Mutter aller Floskeln, doch hat er einen der begabtesten Redner der Geschichte, Sir Winston Churchill zu Monumenten der Sprachkunst getrieben, zu Zitaten für die Ewigkeit. Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß, das sei alles, was der dem Volk bieten konnte, sprach der 1940 zum Prime Minister Ernannte und lobte die Retter der vor Dünkirchen eingeschlossenen Truppen dafür, dass noch nie zu vor so Viele so Wenigen zu verdanken hätten. „Wir werden Sie an Stränden bekämpfen“ und nicht nur dort, hieß es in einer dritten Rede über die Kriegsmaschine des Dritten Reiches. Dass dieser Kampf, nach dessen Ende ein Eiserner Vorhang Europa trennen sollte, natürlich gewonnen würde und die Nachfahren stolz auf ihre Vorväter und -mütter zurückblicken würden, war Gegenstand der vierten Rede: "This Was Their Finest Hour".

Kriegsmetaphern sind in der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik ja nun eher schräg. Wir schreiben lieber vom Handelsstreit oder -konflikt zwischen den USA und China, in den dieser Tage auch das iPhone hineingezogen werden könnte und nicht vom Handelskrieg. Und nein, Steve Jobs’ wütende Drohung, gegen die „sklavischen Plagiatoren“ von Google zur Not „thermonuklear“ zu werden, gefällt uns gar nicht. Rhetorisch danebenbenommen hat sich auch mal Bill Gates, als er den Browser-Krieg erklärte, just am Jahrestags des Überfalls auf Pearl Harbor – dazu morgen mehr .

Und doch verzeihen wir über acht Jahre später Steve Jobs, dass er beim vorletzten öffentlichen Auftritt seines viel zu kurzen Lebens das Wort von Winston Churchill in einen falschen Zusammenhang brachte. Immerhin ging es um die seltene Selbstkritik an einem Produkt, respektive Service Apples: „Mobile Me was not our finest hour“.

Apple hatte aber gewiss keinen Krieg verloren, nicht einmal einen Wettstreit um Kunden und Marktanteile. Man kann wohl nicht einmal behaupten, die beteiligten Mitarbeiter und Manager hätten nicht genug Mühe in das Projekt gesteckt – von Blut, Tränen und Schweiß wollen wir hier eh nicht fabulieren.

Nur war im Jahr 2008 der Service Mobile Me grandios gescheitert, an sich von Anfang an bis zu seinem Ende im Jahr 2011, das Steve Jobs auf seiner letzten WWDC ankündigte.

Was genau war passiert? Im Juli 2008 löste das kostenpflichtige Mobile Me den bisherigen Dienst .Mac ab, gleichzeitig veröffentlichte Apple iPhone-OS 2 und öffnete den App Store. Bestehende .Mac-Konten wurden übernommen, Mobile Me bot Kunden eine E-Mail-Adresse, 20 Gigabyte Speicherplatz für Fotos, Webseiten und weitere Dateien. Außerdem ließen sich Macs, PCs und iOS-Geräte teilweise synchronisieren. Der Dienst kostete 79 Euro im Jahr. Zum Start funktioniert aber gar nichts, Server stürzten laufend ab, E-Mails an die bisherige .Mac-Adresse wurden nicht mehr zugestellt. Tage und Wochen des Verdrusses vergingen, bis der Dienst halbwegs lief –  die hohen Erwartungen konnte er aber nie erfüllen.

Nach dem holprigen Start ruft Steve Jobs das verantwortliche Entwicklerteam zusammen und faltet es lautstark zusammen. „Why the fuck doesn't it do that?" soll Jobs gefragt haben. Der missglückte Start des Dienstes habe Apples Ruf beschädigt, die Verantwortlichen sollten sich dafür hassen. Jobs habe sich auch über negative Presseberichte beschwert: „Mossberg, unser Freund, schreibt keine positiven Dinge mehr über uns“. Anlass war eine Kritik des "Wall Street Journals", die empfohlen hatte, Mobile Me nicht zu nutzen. Apple tauschte das Mobile-Me-Team infolgedessen komplett aus und wechselte die Verantwortlichkeiten. Doch kaum hatte das Topmanagement den Stecker gezogen und mit iCloud Dienste wie Webhosting, iPhoto-Galerien oder den Web-DAV-Speicher verschwinden lassen, regte sich erneut Unmut.

Immerhin: iCloud läuft seit Herbst 2011 meist reibungslos. Apple baute seinen Webdienst mit der Zeit immer weiter aus und bietet seit 2013 auch seine iWork-Suite in einer speziellen Version in iCloud an. Und das Beste: iCloud ist gratis! Mit einem kleinen Haken: Der mit jedem Account verbundene Webspeicher umfasst gerade einmal 5 GB – das hat sich seit 2011 nicht geändert. Wer mehr braucht – und das ist an sich jeder, der iCloud ernsthaft nutzen möchte, um etwa immer seine Fotomediathek gesichert zu haben, kommt um ein Speicher-Upgrade nicht herum. Nicht, dass Apple besonders teuer wäre, 2 TB für 10 Euro im Monat sind schon okay. Aber etwas mehr in der Grundausstattung, ein paar mehr Stufen als die derzeit drei und vor allem – gerne auch für gutes Geld – einen quasi unbegrenzten Speicher, das wäre was. 100 TB für 100 Euro im Monat, da könnte man viel anfangen.

Die Frage von heute: .Mac hatte im Januar 2000 als iTools begonnen und bot mehr als nur E-Mail-Adresse und Web-Speicher. Was war damals nicht Bestandteil der Web-Dienste Apples?

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