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Advent 2019 – Türchen 7: Safari

07.12.2019 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Safari heißt übersetzt aus Suaheli eine Reise und so schickt der Browser seine Nutzer jeden Tag auf eine Reise durchs Internet.

Es ist ja immer noch so: Wer den Browser hat, der hat den Nutzer. Entweder als Kunden für diverse Services oder als mehr oder minder gläserne Bürger oder gar Untertanen. Heute ist der Browser-Gedanke aber ein wenig weiter zu spannen, es geht eher um Plattformen. Nicht Betriebssysteme, eher übergreifende Plattformen, auf denen sich Menschen austauschen, einander näher kommen oder Geschäfte betreiben.

So haben schon heute manche Programme mehr Macht über das Nutzerverhalten als die Betriebssysteme, auf denen sie laufen. Man denke nur an WeChat in China, das auf den Smartphones, Tablets und Computern aller Hersteller läuft, die in der zweitgrößten Volkswirtschaft ihre Produkte anbieten wollen. Überspitzt gesagt, müssen chinesische Nutzer den ganzen Tag über WeChat nicht verlassen. Ungünstig ist das für Hardware- und Softwareanbieter, die ihre Produkte nicht mehr unterscheidbar machen können, praktisch vor allem für diejenigen, die das Internet als eine nationale und in sich geschlossene Angelegenheit sehen, um das Volk besser kontrollieren zu können.

Der Browser als solcher mag zwar ein wenig in den Hintergrund getreten sein, es ist aber immer noch entscheidend, mit der Kontrolle über ihn auch die Kontrolle über den Kunden zu besitzen. Als der damalige Microsoft CEO am 7. Dezember 1995 den Browser-Krieg gegen Netscape ausrief, war ihm vor allem das wichtig: Der Kunde solle doch bei Microsoft-Produkten bleiben und nicht fremd gehen – am Ende noch zu anderen Plattformen.

Die kleine Firma Netscape hatte mit ihrem Navigator das damals noch junge Internet erst so richtig durchstöberbar gemacht und damit auch gute Geschäfte – anfangs kostete der Netscape Navigator sogar Geld. Mit der in der Rede am Jahrestag des Überfalls auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor angekündigten Maßnahme, den Internet Explorer kostenlos zu verteilen, war das Schicksal von Netscape besiegelt. Wenig später fand die Firma Unterschlupf bei AOL, das damals sogar Time Warner schluckte und heute obsolet ist.

Microsoft hingegen gibt es noch heute, es hat den Browser-Krieg gewissermaßen gewonnen. Der Internet Explorer ist zwar längst nicht mehr das, was er mal war, nämlich ein Quasi-Monopolist, sondern selbst von Microsoft in die Obsoleszenz geschickt und durch Edge ersetzt.
Den gibt es jetzt auch für den Mac und unsereins zuckt darob nur noch mit den Schultern und sagt: „Was soll’s?“. Dabei war es für Mac-OS X zu seinem Start im Jahr 2000 (Public Beta) respektive 2001 (10.0 Cheetah) essentiell, einen leistungsfähigen Browser zu haben. Netscape war das nicht mehr, in den Jahren zuvor hatte der Wettstreit auch auf dem Mac getobt. Nun war Microsoft mit dem Internet Explorer praktisch allein – das war aber nicht entscheidend, denn der Mac damals ein Nischenprodukt, vor allem mit seinem neuen Betriebssystem.

Undank ist aber gewissermaßen der Welten Lohn, anstatt dem Freundfeind aus Redmond das Feld weiter zu überlassen oder abzuwarten, was denn das aus Netscape hervorgegangene Mozilla-Projekt so treibt, setzte Apple im Januar 2003 mit seinem Browser Safari einen eigenen Pflock in das Kriegsgebiet, pardon, in den umkämpften Markt.
Das Wort Safari hat nichts mit Jagd zu tun, sondern bedeutet auf Suaheli schlicht „Reise“. Jagd macht Apple heute mit Safari auch nicht auf die Kunden, ganz im Gegenteil versucht es, Mac-, iPad- und iPhone-Nutzer zu schützen. Auf vielerlei Art und Weise. Vor allem macht es Safari Werbetreibenden schwer bis unmöglich, Surfer quer durch das Web zu jagen und persönliche Profile von ihnen anzulegen. Safari schlägt sichere Passworte vor und verwaltet diese auch, der iCloud-Schlüsselbund synchronisiert diese über Geräte und Plattformen hinweg. Nicht nur vor schlechten Passworten warnt der Browser, sondern auch davor, das gleiche Passwort an mehreren Stellen zu nutzen.

Aber immer noch stoßen wir bei unseren täglichen Touren durch das Web und vor allem bei der Arbeit auf Websites und Systeme, die unmissverständlich sagen: Mit dem Browser kommst du da ned rein. Gut, dass es Alternativen gibt, Firefox, Chrome und jetzt sogar Edge – vielleicht sollten wir den ab und an mal ausprobieren. Safari bleibt aber unser Standardbrowser, da mögen die anderen Programme noch so oft darum betteln, ihn ablösen zu dürfen.

Die Frage von heute: Bei den Alternativen sollte man natürlich auch noch Opera nennen. Woher stammt die Software des gleichnamigen Herstellers?

1.) Schweden
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