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Advent 2021: Einmal um die ganze Welt: Tuvalu

13.12.2021 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Manche bemerken den Klimawandel erst später, andere früher. Nicht nur im Pazifik hat es längst begonnen, aber kleine Inselstaaten bekommen einfach mehr davon ab.

Komische Gegend hier. Gestern war heute morgen und übermorgen könnte auch nur vorgestern sein – man wird ganz kirre rund um die Datumsgrenze. Da wir von Osten kommen, überspringen wir gewissermaßen einen Tag. Wir sind nicht in UTC-12, sondern in UTC+12, nur eben einen Tag weiter. Macht nichts, wir reisen ohnehin nur virtuell und wollen innerhalb von 24 Tagen daheim unter dem Weihnachtsbaum angekommen sein, die Reise verläuft nach Plan.  

Ein anderer Weltreisender, den sein Autor auf eine Umrundung des Globus   innerhalb von 80 Tagen geschickt hat, war in anderer Richtung unterwegs und gewann seine Wette auch nur deshalb, weil ihm gewissermaßen ein Tag geschenkt wurde. Phileas Fogg war der Ansicht, erst nach 81 Tagen wieder in London angekommen zu sein, vergaß dabei aber die Tatsache, dass man inmitten des Pazifik beim Wechsel der Zeitzone es plötzlich ein Tag früher wird. Leider nur auf dem Kalender. Das ist fast so wie bei der Uhrenumstellung in Frühjahr und Herbst. Was einem Ende März scheinbar geklaut wird, bekommt man Ende Oktober zurück. Leider ohne Zinsen.

In der Gegend der Inseln des morgigen Tages, um mal einen Umberto-Eco-Roman zu paraphrasieren, ist es eher flach, weit flacher als etwa rund um die Vulkaninseln des Hawaii-Archipels. Und das ist ein Problem. Tuvalu, in dem wir heute Station machen, ist der viertkleinste Staat der Welt, nur der Vatikan, Monaco und Nauru haben noch weniger Fläche. Die wird indes anders als im Herzen Roms, auf das wir erst in elf Tagen treffen, zusehends kleiner. Tuvalu ragt maximal fünf Meter aus dem Ozean, der auch noch immer wärmer und saurer wird, was für die Korallen, die das Riff entstehen ließen, auch noch eine schlechte Nachricht ist.

Der Klimawandel ist Realität, die Verantwortung des Menschen steht außer Zweifel, in Tuvalu und anderen Inselstaaten des Südpazifik ist die Katastrophe längst eingetreten. Die Katastrophe, die jene Industriestaaten, welche die Verantwortung für den hohen Gehalt an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre tragen, für sich noch vermeiden können, wenn sie jetzt massiv umsteuern. Aber selbst bei Erreichen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens dürfte es für Tuvalu zu spät sein.

Die Zyniker in den Industriestaaten würden vielleicht sagen, der der Südseeinsulaner seine Schuldigkeit getan hat und nun gehen könne, schließlich braucht auch niemand mehr die Top-Level-Domain .tv, mit der Tuvalu ab Mitte der Neunziger ganz ordentliche Geschäfte gemacht hat. Aber längst hat das Domainsystem die Bindung an Länderkürzel verloren – und wer schaut in Zeiten von Netflix und Apple noch lineares Fernsehen? Immerhin: Das Kürzel TV für Television – Fernsehen – wird bleiben, auch wenn Tuvalu längst untergegangen ist.

Die heutige Frage:

Tuvalu hat ein Staatsoberhaupt, das an koloniale Zeiten erinnert. Wer steht offiziell der parlamentarischen Monarchie vor?

  1. Carl XVI. Gustav

  2. Willem Alexander

  3. Elizabeth II.  

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