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Adventskalender: 1997 – Wie alles wieder anfing

24.12.2020 | 00:01 Uhr | Peter Müller

An manchen Stellen gleicht Apples Geschichte einigen Stellen aus der Bibel, passend zum Heiligen Abend.

Da ist er gekommen, der Heilige Abend. Anders wird er in diesem Jahr sein - in kleinerem Kreise. Und auch wenn an den Festtagen fast überall geringe Lockerungen gelten, heißt es noch bis Januar weiter seine Kontakte zu beschränken und sich zurückzuziehen. 2021 kann es nur besser werden.

Im Rahmen unseres Adventskalenders haben wir in diesem Jahr eine Reise durch die letzten 24 Jahre genommen, die bei Apple jene Zeit nach der Rückkehr seines Gründers Steve Jobs markierten, der 1985 die Firma hatte verlassen müssen. Wir haben aber noch gar nicht erzählt, wie das war, mit der Rückkehr. Irgendwie ja passend für eine Weihnachtsgeschichte, oder nicht?

Es begab sich also zu jener Zeit, als Apples Vorstand beschloss, sein Volk und den Inhalt seiner Kasse zu zählen. Was dabei herauskam, war in den Mittneunzigern gar nicht zufriedenstellend. Statthalter John Sculley hatte nach dem Flop mit dem Newton und weiteren Fehlentscheidungen Apple im Jahr 1993 verlassen müssen. Seine Nachfolger Michael Spindler und Gil Amelio agierten weitgehend konfus und glücklos. Zu den schlechtesten Entscheidungen in den Jahren vor Steve Jobs’ Rückkehr gehörte es etwa, das Betriebssystem für den Mac an Dritthersteller zu lizenzieren. Das brachte Apple zwar eine Handvoll Dollar von Umax, Power Computing und wie sie alle hießen, ein, schädigte aber das lukrative Hardwaregeschäft. Denn die Macs, die keine Apple-Rechner waren, kosteten immer weniger und waren oft auch noch leistungsstärker. Microsoft zog indessen spätestens mit Windows 95 Apple so weit davon, dass Redmond wie ein ferner Stern schien, den man nicht einmal mehr folgen konnte oder wollte.

Zudem war das Betriebssystem reichlich veraltet. Alles, was seinerzeit ein modernes OS ausmachte, fehlte: Speicherschutz, Multitasking, Mehrbenutzerverwaltung, Internetanbindung, und, und, und. Einige Funktionen bastelte man noch rein, aber spätestens Michael Spindler und noch mehr Gil Amelio wussten, dass dem klassischen Mac-System bald das letzte Stündlein schlagen würde und man dringend Ersatz benötigte. Das Projekt mit IBM (Pink) gingen schief, die eigene Entwicklung Copland geriet zum Rohrkrepierer.

Die beste Entscheidung, die dann Gil Amelio traf: Apple würde Steve Jobs Neugründung NeXT samt deren Technologie für 400 Millionen US-Dollar übernehmen – und nicht etwa Be Inc. Des anderen ehemaligen Apple-Head Jean-Louis Gassée , der sich bei den Verhandlungen offenbar ziemlich verzockte.

Die Nachricht erreichte die darob erstaunte, geschockte und höchst erfreute Mac-Welt am 20. Dezember abends. Man war eigentlich schon in Weihnachtsstimmung, die Ausgabe 2/97 bereits in der Druckerei, der Stollen angeschnitten, der Glühwein heiß, als es heißen musste: Kommando zurück! Hektische Telefonate des Chefredakteurs und der CvD mit allen an der Produktion beteiligten: Ja, wir bringen die Geschichte der Rückkehr von Steve Jobs noch ins Heft und auf den Titel und ja: Wir schicken natürlich jemanden nach San Francisco zur Macworld Expo im Januar 1997, auf der Apple Näheres erläutern wollte.

Was der Korrespondent vor Ort aber dort wie die anderen Zuhörer der Keynote erlebte, war keine Keynote, wie man sie mit Steve Jobs kennen und schätzen gelernt hat, sondern eine reichlich unstrukturierte, fast zweistündige Rede von Gil Amelio, während der er vom Hundertsten ins Tausendste kam, mehr Fragen aufwarf als Antworten gab und kurz die beiden Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak auf die Bühne holte, ohne dass die viel zu Wort gekommen wären. In Steve Jobs muss damals der Entschluss gereift sein, nicht nur als externer Berater die Integration von NeXT in Apple und die Entwicklung eines modernen Betriebssystems voranzutreiben, sondern den Laden wieder komplett zu übernehmen und Gil Amelio freundlich aber bestimmt aus der Firma heraus zu komplementieren.

Das geschah letztendlich im Sommer 1997, als Apple Rekordverlust nach Rekordverlust hatte melden müssen. Schon die erste Jobs-Keynote im Jahr 1 brachte einen Knall, den viele Apple-Fans dem beinahe als Messias verehrten Rückkehrer übel nahmen: In Form einer Videoeinspielung erschein auf der Bühne der Macworld Expo in Boston in Überlebensgröße Bill Gates. Nur der Leibhaftige selbst hätte für mehr Furcht und Zorn gesorgt.

Die Botschaft aus Redmond war aber eine des Lebens und der Liebe: Microsoft kaufte für 500 Millionen US-Dollar nicht-stimmberechtigte Aktien Apples und verpflichtete sich, Office weiter für den Mac zu entwickeln und sogar den Internet Explorer, der ironischerweise bis zu Apples Veröffentlichung von Safari unter Mac-OS X so etwas wie der Standardbrowser war. Apple war damit gerettet – und hatte keineswegs seine Seele verkauft.

Im November dann kamen die Maschinen, die endlich wieder Struktur in Apples zerfahrenes Portfolio brachte: Die Power Macs G3, damals wahlweise als Desktop oder als Tower. Im Jahr darauf dann der iMac, den noch Amelio angestoßen hatte, der aber vor allem zum Kult wurde, weil Steve Jobs bald nach seiner Rückkehr da ein hochinteressantes Talent in Cupertino entdeckte: Den nachmaligen Chief Design Officer Jony Ive, der dem iMac seine unverwechselbare Knuddelform verschaffte und zusammen mit Steve Jobs weitere legendäre Designs schuf.

Jonathan Ive hat Apple im Jahr 2019 verlassen, er wirkt aber ebenso nach wie Steve Jobs. Auch das Jahr 25 n.J.R. wird für Apple ein erfolgreiches werden und für uns alle hoffentlich wieder ein gesünderes und Sorgen ärmeres. Das ist unser Weihnachtswunsch, nichts weiter.

Haben Sie trotz all der Einschränkungen ein frohes Fest und kommen Sie gesund und zufrieden in das Jahr 2021, in dem die Macwelt Sie weiter informieren, beraten und auch unterhalten wird.

Ach so, da war noch die obligatorische Quizfrage. Heute nicht. Heute kann jeder gewinnen, der sich in das Formular eintragen will. Der Form halber wollen wir nur von Ihnen wissen, wie Ihnen der Adventskalender 2020 gefallen hat.

  1. War wieder informativ und unterhaltsam, vielen Dank dafür

  2. Fantastische Preise! Aber müssen die Geschichten so lang und die Fragen so schwer sein?

  3. Is’ denn heut’ scho’ Weihnachten?

Heute gibt es zu gewinnen:

Whitings BPM Connect Blutdruckmessgerät

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© Withings

Ruhig Blut! Nächstes Jahr kommen auch wieder bessere Zeiten, weniger Aufregung, mehr Entspannung. Schon bald nach den Weihnachtsfeiertagen nehmen wir das Projekt "Gewichtsreduktion" wieder in Angriff, damit verbunden eben die Blutdrucksenkung. Dann kann man schon bald die Medikamentendosis reduzieren und vielleicht die Senker bald völlig absetzen. Aber natürlich nicht auf eigene Faust, dabei sollte uns schon der Hausarzt begleiten und beraten. Anhand penibel protokollierter Daten zu Medikamentendosen, Ernährungsgewohnheiten, sportlicher Betätigung, Gewicht und eben dem Blutdruck, wird er oder sie uns schon sagen, was wir wieder weglassen können. Dabei helfen uns Apple Watch, die Health-App und natürlich externe Gerätschaften, die mit ihren Apps in die Gesundheitszentrale auf dem iPhone schreiben können. Weder kann die Apple Watch das Gewicht bestimmen, noch den Blutdruck, letzteres zumindest noch nicht. Also setzen wir auf smarte Geräte wie jenes von Whithings , das wir allerdings erst nach dem Fest verlosen. Jetzt wird erst einmal entspannt - und geschlemmt. Frohes Fest!

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