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Adventskalender: 2002 – Das Ende der Kathodenstrahlröhre

17.12.2020 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Im Jahre 2002 hat nicht Macrumors oder 9to5mac die wichtigste Neuerung durchsickern lassen, sondern respektable "Time Magazine".

Das Jahr hatte schon gut angefangen. Apple würde etwas ganz Besonderes zur MacWorld Expo im Januar nach San Francisco mitbringen: Wieder einen Mac, nachdem das elektronische Gerät aus dem Herbst 2001 kein Mac war, dafür aber den Grundstein für den bis heute andauernden Aufstieg Apples legen sollte: der iPod.

Aber nun wieder zurück zum Kerngeschäft und natürlich pfiffen es die Spatzen längst von den Dächern, dass Apple seinen zuletzt gar nicht mehr so sehr erfolgreichen iMac erstens mit einem G4-Chip ausrüsten und ihm zweitens einen Flachbildschirm verpassen würde. Die Kathodenstrahlröhre hat ausgedient: Um Bilder auf ein Glas zu projizieren, benötigt man keine immensen Spannungen und kein Beinahevakuum mehr, und keine Resonanzschicht, auf der sich Bilder gerne mal „einbrennen“, wenn man sie zu lange bei großer Helligkeit belässt.

Es ist ja nicht so, dass Anfang 2002 TFT-Displays ungebrannt gewesen seien, ganz im Gegenteil, Apple hatte da schon ein gutes Jahrzehnt lang recht erfolgreich Laptops gebaut – und der iPod hatte natürlich auch einen Bildschirm aus Flüssigkristallen, die je nachdem, ob eine Spannung angelegt ist oder nicht, Licht einer Hintergrundbeleuchtung durchlassen oder eben nicht.

Aber nun sollte der iMac einen solchen TFT (Thin Film Transistor)-Bildschirm bekommen – und die Gerüchte überschlugen sich zum Jahresende hin. Einige gedruckte Zeitschriften waren sogar so mutig, auf ihren Titel der Januarausgabe, die erst nach der MacWorld Expo erscheinen würde, ein Rendering eines flachen iMac zu drucken. Der sah in etwa so aus, wie man sich das allgemein vorstellte: wie ein TFT-Monitor mit ein bisschen was dahinter. Macwelt war nicht so mutig, oder sagen wir besser: nicht so fahrlässig.

Denn Apple überraschte an jenem 7. Januar – einem Montag. Auf Bitten seines wichtigsten Ausstellers hatte IDG World Expo den Beginn der Messe auf den Montag vorgezogen – es gäbe ja so viel Wichtiges zu erzählen, hieß es im Vorfeld, man könne es kaum erwarten. Nun ja, das Time Magazine sollte am 8. Januar erscheinen, das war der Grund, wie wir später sehen sollte.

Vor allem schürte Apple selbst die Erwartungen ungemein: „Beyond rumor site – way beyond“ sollte der iMac G4, den Apple hier gar nicht namentliche erwähnen musste, werden. Und dann war es gerade ein klassisches Medium, das die Überraschung versaute.

Denn das Time Magazine, was mal wieder Steve Jobs und den iMac G4 für seine Ausgabe vom 8. Januar 2002 auf den Titel gehoben hatte, hatte ein Leck. Wahrscheinlich eher unabsichtlich veröffentlichte die kanadische Website des Magazins den Titel schon am Sonntag, den 6. Januar. Seither wusste die Welt – als einer der ersten die in Sachen Print-Titel zögerliche Macwelt – dass es sich bei dem iMac G4 um eine Halbkugel mit Flachbildschirm handeln würde.

„Let every component be true to itself,“ hat Steve Jobs ein gutes Jahr vorher seinem Chefdesigner Jony Ive auf den Weg eines langen Spaziergangs gegeben, als er seine ersten Entwürfe für einen TFT-iMac ablehnte. Ive hatte in der Tat die naheliegende Idee, alle Komponenten wie Netzteil, Festplatte, CD/DVD-Laufwerk, RAM, CPU, GPU und was man sonst noch braucht, auf eine Platine zu packen, die dann eben nicht flach in einem Gehäuse läge, sondern aufgerichtet hinter einem Monitor.

Bei den üblichen Rotationsgeschwindigkeiten von Festplatte oder CD-Laufwerk würde die Erdbeschleunigung aber kaum einen Beitrag leisten, die physikalische Begründung, dass man lieber alles in einer Ebene haben müsse, war so falsch wie die Lösung Ives genial. Dann eben die Platine mit allem Zeugs flach legen. Aber eben rund, darauf eine Kuppel aufbauen und an die einen schwenkbaren Arm montieren, der ein 15-Zoll-TFT halten würde. Ein bodenständiger, aber runder Computer, darüber ein freischwebendes Display. Und das Ganze in einem reinen Weiß, dass den Erdfindern von Spitznamen allen Respekt abrang: Schneekönigin wurde der vielleicht schönste Mac aller Zeiten genannt, oder auch Schreibtischlampe. Auch mehr als zehn Jahre nach seinem unvermeidlichen Laufzeitende viel zu schön für den Wertstoffhof. Was soll man über das Jahr 2002 dann sonst noch erzählen?

Die Frage von heute beschäftigt sich aber mit einem weiteren Ereignis jenes Jahres: Das großspurig ausgerufen Ende des CRT-Zeitalters war noch nicht angebrochen, Apple brachte tatsächlich noch gut drei Monate nach dem iMac G4 einen All-In-One mit Röhrenmonitor heraus und erneuerte ihn sogar 2005 noch ein letztes Mal. Das Gerät sah ein wenig aus wie ein großer, unförmiger Bruder des originalen iMac, dem es noch dazu an Farbe fehlte – mit schneeweiß war Apple konsequenter. Wie hieß der nicht für jedermann so leicht erhältliche Rechner?

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