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Adventskalender: 2008 – Der erste Versuch scheitert

11.12.2020 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Nicht alles, was Apple vorstellte, war gleich erfolgreich. Manchmal waren ein paar Jahre und ein Strategiewechsel nötig, hust, Macbook-Tastatur.

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Man sollte immer selbstkritisch sein, vor allem sich selbst gegenüber, soll man ein bekannter Fußballer gesagt haben. Doch allzu devot darf die Selbstkritik nicht ausfallen, so wie Selbstbewusstsein nicht übertrieben werden darf, da es in Arroganz abkippen könnte.

Ist Apple nun eher arrogant oder eher devot? Man hört viel Selbstbewusstes aus Cupertino, wenig Selbstkritik. Wenn Fehler auftreten – und das ist ja völlig normal – versucht sich Apple vor allem um Behebung der selbigen und um Schadensbegrenzung, macht darum aber wenig Aufhebens neben den Release Notes für die Updates, in denen immer genau drin steht, welche Fehler vorher auftreten konnten. Aus Fehlern in der Hardware lernte Apple, das suboptimale Antennendesign des iPhone 4 war im iPhone 4S schon verbessert, aber nicht ohne ein gewaltiges Reality-Distortion-Field von Steve Jobs, aber Antennagate war im Jahr 2010.

Mit dem iPhone 6 und 6S passierte Apple dann in den Jahren 2014 und 2015 Ähnliches, mit ein wenig Gewalt konnte man gerade das große iPhone 6 Plus verbiegen, was Apple abstritt: Im Normalbetrieb würde man überhaupt nichts von „Bentgate“ bemerken. Dennoch bekam das iPhone 6S (Plus) dann ein etwas härteres Aluminium in das Gehäuse, was Tim Cook bei der Vorstellung des neuen Telefons sogar stolz verkündete – ohne aber einen Fehler einzugestehen.

Das war in Sachen iCloud / Mobile Me, bei seinem letzten Auftritt auf einer Apple-Keynote räumte Steve Jobs zur Eröffnung der WWDC 2011 ein: „Mobile Me was not our finest hour“.

Dabei spielte er auf die unschönen Ereignisse des Jahres 2008 an, als der Service Mobile Me grandios scheiterte, an sich von Anfang an bis zu seinem Ende im Oktober 2011.

Was genau war passiert? Im Juli 2008 löste das kostenpflichtige Mobile Me den bisherigen Dienst .Mac ab, gleichzeitig veröffentlichte Apple iPhone-OS 2 und öffnete den App Store. Bestehende .Mac-Konten wurden übernommen, Mobile Me bot Kunden eine E-Mail-Adresse, 20 Gigabyte Speicherplatz für Fotos, Webseiten und weitere Dateien. Außerdem ließen sich Macs, PCs und iOS-Geräte teilweise synchronisieren. Der Dienst kostete 79 Euro im Jahr. Zum Start funktionierte aber gar nichts, Server stürzten laufend ab, E-Mails an die bisherige .Mac-Adresse wurden nicht mehr zugestellt. Tage und Wochen des Verdrusses vergingen, bis der Dienst halbwegs lief –  die hohen Erwartungen konnte er aber nie erfüllen.

Nach dem holprigen Start ruft Steve Jobs das verantwortliche Entwicklerteam zusammen und faltet es lautstark zusammen. „Why the fuck doesn't it do that?" soll Jobs gefragt haben. Der missglückte Start des Dienstes habe Apples Ruf beschädigt, die Verantwortlichen sollten sich dafür hassen. Jobs habe sich auch über negative Presseberichte beschwert: „Mossberg, unser Freund, schreibt keine positiven Dinge mehr über uns“. Anlass war eine Kritik des "Wall Street Journals", die empfohlen hatte, Mobile Me nicht zu nutzen. Apple tauschte das Mobile-Me-Team infolgedessen komplett aus und wechselte die Verantwortlichkeiten. Doch kaum hatte das Topmanagement den Stecker gezogen und mit iCloud Dienste wie Webhosting, iPhoto-Galerien oder den Web-DAV-Speicher verschwinden lassen, regte sich erneut Unmut.

Doch bleibt das Jahr 2008 nicht nur wegen eines Apple-Misserfolgs in Erinnerung, sondern mehr noch wegen eines Erfolges, der nach wie vor anhält: Der App Store.

Wir erinnern uns an 2007 und die Adventskalender-Folge vom 4. Dezember : Das iPhone war zunächst nur mit Software ausrüstbar, die entweder von Apple stammte oder von Google. Alle anderen Entwickler waren angehalten, doch bitte Web-Apps zu schreiben, die also gewissermaßen im Safari-Browser auf dem iPhone liefen. Der Hintergrund war Apples Befürchtung, dass unzureichend getestet Anwendungen Dritter das iPhone-Erlebnis trüben oder gar die Sicherheit des Gerätes gefährden konnten.

Entwickler sind aber findig und fanden daher den Weg auf das iPhone  – über Jailbreak, also dem Ausnützen von Sicherheitslücken in der Software, die Installation von beliebigen Programmen möglich machte. So wurde das iPhone erst recht unsicher und Apple sah sich gezwungen, das mit der Software nun selbst in die Hand zu nehmen.

Im März 2008 kündigte Apple an, man werde ein SDK herausbringen, mit dem Entwickler Zugang zu Tools und Distributionswegen erhielten: Der iTunes Store wurde somit auch zum App Store. Sicherheitsbedenken bekämpft Apple mit rigider Überprüfung von Anwendungen, die in den App Store wollen, für diesen und alle anderen Services wie die Abrechnung verlangt Apple eine Gebühr von 30 Prozent auf den Umsatz.

Das wird immer mehr Grund zur Klage, da Entwickler Inhalte für ihre Apps wie Spielwährungen oder digitale Hefte und Bücher nicht anderweitig günstiger anbieten dürfen – und somit den App-Store-Aufpreis an die Kunden weiter geben. Gerade erst in diesem Jahr hat ein Entwickler einen Streit vom Zaun gebrochen und Apple der Errichtung eines widerrechtlichen Monopols bezichtigt. Wie heißt die Firma?

  1. EA Sports

  2. Ubisoft

  3. Epic Games’

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