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Adventskalender: 2013 – Das Jahr der Superlative

19.12.2020 | 00:01 Uhr | Halyna Kubiv

Jedes Jahr kommt von Apple das „innovativste Smartphone, das wir je gemacht haben“. Die Superlative von 2013 waren nicht alle ausschließlich von Apple.

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Klar, die Aussage „Das iPhone X ist das innovativste iPhone, das wir bis jetzt gemacht haben“, stimmt. Bis spätestens in einem Jahr das nächste iPhone kommt. Doch die Neuerung, die Apple 2013 in das zu der Zeit neue iPhone 5S eingebaut hat, hat die Konkurrenz etwas überrascht, und wer weiß, vielleicht mehrere Grundsteine dafür gelegt, was wir vor Kurzem als M1 kennengelernt hatten. Ironie der Geschichte – diese Neuerung war damals fast unbemerkt über die Bühne gegangen. Apple hat zwar erwähnt, dass man mit dem A7 auf die 64-Bit-Architektur umsteigt, doch damals war das eine Zukunftsmusik für das nächste Jahrzehnt. Selbst die Grenze von 4 GB RAM hat iPhone erst mit dem iPhone 11 Pro im vergangenen Jahr überschritten, theoretisch könnten alle Vorgänger immer noch auf 32-Bit-Architektur bleiben. Ab dann ging die Entwicklung der A-Prozessoren von Apple in riesigen Sprüngen voran: Das iPhone X maß sich zum ersten Mal in Sachen synthetische Benchmarks mit einem Macbook, seit den Macs mit M1 wissen wir, dass diese Chips noch mehr drauf haben.

Nicht nur bei den Prozessoren hatte Apple einen Sprung gewagt, auch das iOS 7 war quasi ein Neuanfang. Das mobile Betriebssystem des iPhones war in die Jahre gekommen, die meiste Kritik bezog sich auf das Äußere: Zu altbacken, zu verspielt, zu skeumorphisch war das iOS geworden. Und dann hat man Jony Ive von seinen Entwürfen neuer Macs und iPhones vom Zeichentisch gezerrt und offenbar vor einen Rechner mit Xcode etc. gesetzt. Der Chef-Designer wurde nämlich für das Aussehen von iOS 7 verantwortlich gemacht. Herausgekommen ist dabei eine leichte und luftige Oberfläche, mit durchsichtigen Fenstern und schlanken Schriften – In den ersten Versionen von iOS 7 so schlank, dass manche Nutzer die Beschriftungen kaum lesen konnten. Aus Jony Ives Sicht war das an sich verständlich, San Francisco und Helvetica Neue sind für moderne mobile Systeme prädestiniert, er selbst musste wahrscheinlich keine Beschriftungen lesen, kannte sie ja bereits auswendig. Nach ein paar Iterationen war das iOS wieder einigermaßen lesbar und für Durchschnittsnutzer bedienbar, nach und nach sehen wir diese Design-Elemente auch unter macOS.

Apropos, macOS, seines Zeichens noch Mac-OS X. 2013 hat sich Apple von der Katzennomenklatur verabschiedet und gemeint, man würde sich ab jetzt auf Sehenswürdigkeiten in Kalifornien konzentrieren, ein wenig Lokalpatriotismus schadet nie. Das erste System mit kalifornischen Namen hieß Mavericks wie der berühmte Surfer-Strand, Apple hat dabei etwas gewagt, was wohl damals Windows massiv unter Druck setzte: Mac-OS X Mavericks konnte man kostenlos aktualisieren. Bis dahin kosteten neue Versionen knapp 30 Euro. Kaum zu glauben, aber auch für iOS-Updates hat Apple Geld von den iPod-Nutzern verlangt, hat das jedoch recht früh mit iOS 4 abgeschafft. Auch die später nachgereichten iWork-Programme wie Pages, Keynote und Numbers wurden mit Mavericks kostenlos, mittlerweile kann man sich auch auf dem iPhone und iPad installieren. Apple hat seine Spendierhosen weiter anbehalten und in mehreren Schritten iMovie und Garageband kostenlos gemacht.

Ein neues Zeitalter in Sachen Software-Vertrieb hat in dem Jahr Adobe auf seiner Konferenz eingeläutet. Die vormals sündhaft teure Programme wie Indesign oder Photoshop wurden plötzlich sehr erschwinglich, statt dreistelliger Beiträge mussten die Nutzer etwas im mittleren zweistelligen Bereich hinblättern, jetzt aber nicht einmalig, sondern immer wieder einmal pro Monat, solange man die Programme benutzt. Das hat natürlich nicht allen gefallen, konnte man als Kreativer den Kauf vom teuren Software-Paket bis auf seine Grenzen ausreizen und solange verwenden, bis das Betriebssystem dies erlaubte. Im Zweifelsfall blieb man dann eben auf einem alten Mac-OS X oder Windows und nahm Sicherheitslücken billigend in Kauf. Adobe ist bis jetzt der Platzhirsch unter den Bildbearbeitungssystemen vor allem im Profibereich, aber den Unmut der Nutzer haben weitere Entwickler ausgenutzt. Mittlerweile gibt es auf dem Markt, vor allem für den Mac viele gute Programme, die dem Photoshop oder eben Indesign in Nichts nachstehen, Skylum, Aurora HDR, Pixelmator und viele andere. Sie besetzen die Nische, die Adobe einst verlassen hat, davon haben alle Nutzer profitiert.

Wovon die Nutzer nicht profitiert haben, war PRISM – ein Daten-Abgreif- und Beobachtungsprogramm der CIA, das im Frühling 2013 publik wurde. Die Entrüstung war groß, das US-amerikanische Geheimdienst konnte unbemerkt riesige Datenmengen von US-Unternehmen anzapfen und analysieren, so stand die globale Bevölkerung unter Generalverdacht, mit Terroristen kooperiert zu haben. Edward Snowden, ein freier Mitarbeiter an einer der CIA-Anlagen hat die Dokumente an die Presse übergeben und muss bis heute in Russland im Exil lebe.

Noch ein Superlativ hat sich Apple Anno 2013 geleistet, nämlich vor Gericht. Der Patentstreit mit Samsung zog sich über sieben Jahre und wurde mit einem Vergleich vor Gericht beendet. Das war aber erst 2018, 2013 sorgten beide Hersteller für die Schlagzeilen über Strafen im elfstelligen Bereich, kein Ende war sichtbar. Das Jahr schloss aber mit einem dicken schwarzen Punkt, wenn man den neuen Mac Pro so interpretieren konnte. Der „Mülleimer“-Mac erschien nach einem halben Jahr nach seiner Ankündigung auf dem Markt, für Apple bzw. Rechner-Design hat sich der Mac Pro als eine Sackgasse erwiesen. Apple hat nicht vorausgesehen können, wie schnell sich die Grafikkarten entwickeln werden, Thunderbolt 2 als Schnittstelle war den Aufgaben (noch) nicht gewachsen. So musste Apple einen Schritt zurücktun und 2019 eine Wiederauflage des Macs Pro im Tower-Design vorstellen. Aber zu dem Thema haben wir ja auch schon vor drei Tagen etwas erzählt .

Die heutige Frage: Der erste Blick auf dem neuen Mac Pro war gewissermaßen das „One more thing“ der WWDC-Keynote vom Juni 2013. Was Phil Schiller dazu sagte, hätte das Zeug gehabt, genau so zum geflügelten Wort zu werden, wurde es aber nicht. Was sprach Phil Schiller, nachdem er die ersten Bilder des Mac Pro gezeigt hatte?

  1. „A divine shape and color!“

  2. „Who wants a Windows-Workstation? No one!“

  3. „Can’t innovate anymore? My ass!“

Heute gibt es zu gewinnen:

Bleiben Sie ruhig beim Filmen! Sicher, das iPhone hat eine taugliche Bildstabilisierung, für schnell "aus der Hand" geschossene Fotos und Videos, für ruhigere und professionell anmutende bewegte Bilder benötigt man aber mehr. Etwa eines der Gimbals von Hohem , das uns der Hersteller heute in den Adventskalender gelegt hat.

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