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Adventskalender: 2014 – Apple Watch, die zunächst keiner wollte

22.12.2020 | 00:01 Uhr | Halyna Kubiv

Es hat schon lange rumort, dass Apple in den Markt von Wearables einsteigt, und 2014 hat es sich bewahrheitet.

Alle spannenden Geschichten aus unserem Adventskalender können Sie hier nachlesen.

2014 legte den Grundstein für mehrere Entwicklungen, die bei Weitem für Apple und seine Nutzer nicht abgeschlossen sind, aber auch ein paar Patzer waren dabei. Das Jahr startete zunächst prima: Apple hat im Januar eine Rekordsumme von zehn Milliarden US-Dollar gemeldet, die Entwickler im Apple Store umgesetzt haben. Aus der Höhe von 2020 ist das gerade mal nichts, hat doch das Ökosystem rund um Apps bei Apple 2019 schätzungsweise knapp eine halbe Billion USD umgesetzt. Allerdings fasst hier Apple seine Erfolge etwas breiter: Nicht nur Verkäufe von Apps oder App-Inhalten, sondern auch ganz normale Waren wie Schuhe über Zalando-App fasst hier wohl der Entwickler zusammen, was natürlich den Erfolg umso beachtlicher erscheinen lässt. Nicht desto trotzt hat Apple auch seit 2014 kontinuierlich daran gearbeitet, dass die App-Entwickler nicht von der Plattform flüchten: Im Sommer kaufte Cupertino eine kleine Firma namens Burstly, seine App ist fest ins iOS integriert, diese heißt TestFlight.

Während man bei Burstly nur noch spekulieren kann, wie viel Apple für die Firma bezahlt hat, kennt man die Rechnung von einem anderen Kauf ziemlich genau: Im Mai 2014 hat Apple Beats geschluckt: einen Hersteller von hochwertigen Kopfhörern, Anbieter eines Streaming-Dienstes und Heim für einige illustre Persönlichkeiten aus der US-amerikanischen Musikszene. Apple hat für Beats rund drei Milliarden US-Dollar bezahlt, der Kauf bleibt der teuerste in Apples Geschichte. Beats war jedoch jeden Cent wert: Mit der Expertise von Beats Music konnte Apple knapp ein Jahr danach einen eigenen Streaming-Dienst starten, bislang schlägt sich Apple Music wacker auf dem Markt unten den Riesen wie Spotify und Amazon Prime Music. Man kann fest davon ausgehen, dass bei den Airpods sehr viel Know-How von Beats verwendet wurde, sonst könnten die ersten drahtlosen Kopfhörer von Apple nicht so reibungslos und gut funktionieren. Sicherlich, Dr. Dre ist nicht (mehr) bei Apple eingestellt und geht fortan eigene Wege, aber Jimmy Iovine und Zane Lowe bleiben bis jetzt bei Apple, was dem Hersteller sehr gute Connections in die Musiker-Szene verschafft: Taylor Swift warb ein Jahr später für Apple Music und fiel buchstäblich auf die Nase, Billie Eilish produziert ihre Musik auf dem Macbook, dreht ihre Videos nur mit dem iPhone („Therefore I am“) und gewährt tiefe Einblicke in ihr Schaffen in Features bei Apple Newsroom und in Interviews mit Zane Lowe.

Wie viel Apple seine nächste Aktion gekostet hat, bleibt unbekannt. Apple hat im Sommer 2014 eine weltweite Rückruf-Aktion für die iPhone-Netzteile gestartet, betroffen waren die Modelle von 2009 bis 2012, also richtig viele Geräte, einige konnten überhitzen. Den eigenen Lader konnte man bei einem Apple Store abgeben und einen neuen, ungefährlichen bekommen. Man kann fest davon ausgehen, dass eine solche Aktion Apple in der Zukunft nicht mehr droht, aus dem einfachen Grund: Ab iPhone 12 liegt in dem Karton erst gar kein Netzteil bei. Nun ja…

Und dann kam September: Klar, mit iPhone 6 und 6 Plus, hat Apple den Grundstein für den Abflug seiner Aktie, Margen und Gewinne in kosmische Höhnen gelegt. Das Smartphone sprengte zum ersten Mal die Grenze von vier Zoll in einem Display, das Plus-Modell und sein Nachfolger 6S haben sich wohl besonders gut in China verkauft. Doch auf dem September-Event hat Apple noch zwei Produkte angekündigt, dass eigentlich bis jetzt seine Zukunftsversicherung sind. Das erste war die Apple Watch, noch ohne Series, das Gerät kam erst im Frühling 2015 auf den Markt. Wie immer beim Start eines Produktes war das Geschrei groß: Zu spät hat sich Apple auf den Wearable-Markt gewagt, zu eckig war die Uhr, die klassischen Modelle setzen vorwiegend auf das runde Zifferblatt, zu hoch war der Preis der Watch, die Konkurrenz wie Jawbone, Misfit, Polar oder Fitbit war deutlich billiger. Und so weiter, und so fort… Das Lied hört man bei jedem nennenswerten Produkt-Start von Apple. Dann verkauft sich das angekündigte Produkt wie heiße Semmeln, siehe Airpods, der Rest ist Geschichte. Doch mit der Apple Watch war das alles ein bisschen anders: Apple hat selbstverständlich eine großangelegte Marketing-Kampagne gestartet und goldene Apple Watches an Beyonce und Co. verteilt. Aus der Höhe von vergangenen sechs Jahren sieht man aber deutlich, dass der Hersteller selbst nicht wusste, was er da gerade lostritt. Die ersten Generationen von der Apple Watch waren noch eindeutig als ein Mode-Accessoire und eine Erweiterung von iPhone vermarktet. In Louvre gab es eine Boutique nur noch mit Apple Watches und hochwertigen Armbänder. Hérmes liefert bis heute unverschämt teure, aber leider sehr geile Schlaufen-Armbänder im Wert von einem Mittelklasse-iPhone, die letzte Generation der Watches zeigt, dass Apple der Farbe nicht abgeneigt ist. Und die Armband-Kollektionen folgen den Gesetzen der Modeindustrie: Es gibt eine Frühlings-Kollektion mit entsprechend frischen Farben und eine Herbst-Kollektion mit etwas satteren, dunkleren Tönen.

Doch das alles ist fast schon Nebensache: Apple selbst war überrascht, was die Watch-Nutzer am meisten schätzten: die Gesundheitsfunktion, die zu einer passiven Überwachung der Vitalzeichen dienten. Mal wurde einem Jungen das Leben gerettet, weil die Uhr ständig ob zu hoher Pulsfrequenz Alarm schlug, und die Ärzte im Krankenhaus einen ernsthaften Herzfehler diagnostizierten. Mal wurde eine Rentnerin von der Feuerwehr in München gerettet, weil sie zu Hause heftig abgestürzt ist und die Uhr einen Notruf tätigte. Die Flut der E-Mails an Apple direkt und Berichten an die Presse hat den Hersteller zum Umdenken gezwungen, mit jeder Generation kann man sicher gehen, dass die nächste Apple Watch noch mehr über eigene Gesundheit weiß als davor. Die aktuellen Watches können beispielsweise erinnern, dass man schon zu Hause ist und die Hände waschen muss. Die Blutsauerstoffsättigung funktioniert am besten im Schlaf, aber auch aktiv kann man dieses Vitalzeichen messen. Wir können nur noch raten, was Apple an Sensoren und Funktion im kommenden Jahr bringt, vielleicht wird die Uhr den Nutzer anweisen, wie er am besten seine Zähne zu putzen hat, vielleicht wird sie weitere Parameter aus dem Schweiß messen können , wer weiß. Sicher ist aber, dass die Apple Watch auf dem Wearable Markt angekommen ist und seit einigen Jahren diesen dominiert . Eigentlich fast ein Wunder, wenn man diesen Artikel aus dem Jahr 2014 liest : „Laut unserer Umfrage sind Produkte wie Apple iWatch oder Google Glass Totgeburten“, frei nach CEO von Rhino Inter Group, Raimund Hahn. Ja, ja, schon klar …

Unsere Frage zum Jahr 2014: Auf der Veranstaltung, auf der Apple die Apple Watch zeigte (und das iPhone 6) gab es auch Live-Musik. Von wem?

  1. U2

  2. Coldplay

  3. John Mayer

Heute gibt es zu gewinnen:

Eine der interessantesten Entscheidungen Apples im Jahr 2020: iPhones kommen fortan ohne Netzteil. Nun ja, den mickrigen 5-Watt-Stecker hat man ohnehin schon in dutzendfacher Ausfertigung herumliegen. Bei höheren Leistungen wird es aber interessant: Denn so laden Netzteile mit 20 Watt oder mehr Leistung das iPhone nicht nur schneller – mit bis zu 15 Watt über Magsafe – sondern versorgen auch iPad und Macbook flott mit frischer Energie.

Einer der führenden Hersteller von zuverlässigen und schnellen Netzteilen, auch solchen mit GaN-Technologie ist Anker, das uns für den Adventskalender heute eines der nicht im Handel erhältlichen exklusiven Ladekits gestiftet hat. Dieses besteht aus dem Ladestecker Anker Nano (20 Watt) und einem Anker PowerPort III, der an seinen beiden Anschlüssen 60 Watt liefert. Mit dabei sind auch zwei hochwertige Kabel USB-C auf Lightning und USB-C auf USB-C. Der Gesamtwert beträgt rund 135 Euro.

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