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Adventskalender: 2015 – Zukunfts-Markt und eine zukünftige Sackgasse

23.12.2020 | 00:01 Uhr | Halyna Kubiv

Mitte der Zehnerjahre hat Apple mehrere Trends gesetzt, nicht alle davon haben bis 2020 überlebt.

Die Apple Watch hatte Apple schon im September 2014 auf einer Keynote angekündigt, bei der es auch das iPhone 6 neu zu sehen gab – in die Hände der Nutzer gelang die smarte Uhr von Apple erst im Frühling 2015. Die Marketing-Kampagne vor dem Verkaufsstart zeigte, wie Apple seine neue Produktkategorie vorwiegend sehen wollte: An den Handgelenken von hippen, jungen und reichen Trendsettern (Das Wort „Influencer“ war damals noch nicht erfunden), am besten in einer sündhaft teuren goldenen Variante, die mal locker 10 000 Euro kosten konnte – ohne goldenes Armband. Beyonce, Drake, Katy Perry und Karl Lagerfeld waren die ersten Stil-Ikonen, die eine goldene Apple Watch Edition zur Schau stellen durften.

Was danach passierte, hat auch Apple selbst überrascht. Nicht nur war das erste Modell ziemlich erfolgreich, obwohl deutlich teurer als die bereits existierenden Fitness-Tracker der Konkurrenz, immer mehr Berichte über rechtzeitige Warnungen der smarten Uhr sorgten immer wieder für die Überschriften wie „Apple Watch rettet XY das Leben“, Tim Cook hat einem der ersten der von der Uhr geretteten Nutzer ein Praktikum bei Apple angeboten . Seitdem heuert das Unternehmen immer mehr Gesundheitsexperten an, die Apple Watch hat sich nach und nach zu einem veritablen Fitness-Tracker gemausert. Durch den Vorsprung bei der Hardware kann sich Apple erlauben, wovon andere Hersteller noch träumen, die künstliche Intelligenz wertet die Sensor-Daten aus und kann berechnen, wie ausgeglichen und stabil der Gang des Nutzers ist, was wiederum auf die allgemeine Fitness schließen lässt. Wenn man bedenkt, dass vor zehn Jahren diverse Tracker lediglich die Anzahl der Schritte berechnet haben, selbst dies höchst unzuverlässig, kommt das einem wie ein gigantischer Sprung in die Zukunft vor.

Was sich nicht so zukunftssicher erwies, war ein weiteres Produkt von Apple aus dem Frühling 2015. Das Macbook ohne Air, Pro und weitere Zusätze maß 12 Zoll in der Bildschirmdiagonale und sollte die Zukunft in Sachen Tastatur und Anschlüsse aufzeigen. Mit den Anschlüssen ist es leidig gelungen, es ist zu vermuten, dass das nicht nur der Verdienst des Macbook war. Der kleine Rechner verzichtete nämlich auf jegliche Ports nach draußen außer USB-C . Ein Jahr später wurde Thunderbolt 3 marktreif, mit dem gleichen Formfaktor, aber mit höheren Übertragungsraten, seitdem findet sich USB-C sogar in neueren Handys als Anschluss. Das Macbook hatte noch ein paar Änderungen, die sich seitdem in weiteren Apple-Produkten fanden. Mit dem kleinen Mac hat Apple auf das physische Trackpad verzichtet. Seitdem führen alle Macbooks die nächste Generation davon: Force-Touch-Trackpad. Die Glasfläche des Trackpad ist eigentlich unbeweglich, kann jedoch die Stärke des Drucks und die Bewegungen unterscheiden, durch etwas Ähnliches wie Taptic Engine kann aber das Trackpad ein haptisches Feedback wiedergeben, sodass der Nutzer weiß, sein Befehl ist angekommen. Ein Jahr später hat ein iPhone den vergleichbaren Home-Button verpasst bekommen – das iPhone 7.

Und da war noch eine Neuerung – die Schmetterlingstastatur, besonders dünn, etwas lauter als die herkömmliche Scherentastatur und, wie sich später herausstellte, extrem anfällig für Staub, Krümmel etc. Die Tasten staken fest oder lösten unabsichtlich zwei oder gleich mehrere Betätigungen aus. Hätte Apple die dünne Tastatur beim Macbook belassen, wären die Probleme wahrscheinlich nicht sofort oder zumindest nicht mit der Resonanz aufgefallen. Die Schmetterlingstastatur wanderte später auf die neuen Macbooks Pro, Berichte über Unzuverlässigkeit und Probleme mehrten sich. Apple musste ein kostenloses Reparaturprogramm auflegen, ein paar Sammelklagen in den USA folgten. Erschwerend hinzu kam, dass sich die einzelnen Tasten nicht so leicht austauschen ließen, Apple musste bei den betroffenen Geräten das Gehäuse austauschen. Seit dem Macbook Pro 16 Zoll baut der Hersteller wieder die herkömmliche Scherentastatur ein, allerdings der zweiten Generation.

Mit dem neu aufgelegten Macbook Air M1 kann man mit Sicherheit sagen, dass das Projekt Macbook gescheitert ist. Die möglichen Gründe dafür sind vor allem der nicht so richtig angemessene Preis (Beim Start 1299 US-Dollar, 1449 Euro), der schwachbrüstige Prozessor und eine komische Nische zwischen dem iPad und dem Macbook Air – das Macbook wollte beides sein und konnte dennoch nichts davon richtig gut.

Apple kann sich über die fehlende Aufmerksamkeit der Presse nicht beklagen, im Sommer 2015 sind Pressemeldungen des Unternehmens bei Publikationen gelandet als nur bei den Macwelts und Macworlds dieser Welt. Denn Taylor Swift, auch damals schon Weltstar, hat sich einen öffentlichen Schlagtausch mit Apple erlaubt. Stein des Anstoßes waren die Musiker-Tantiemen in der kostenlosen Phase von Apple Music. Der Anbieter beabsichtigte, drei erste Monate seines neuen Streaming-Dienstes an Nutzer zu schenken, erst ab den vierten Monat sind zwischen fünf und fünfzehn Euro fällig. Wie in der Industrie üblich, sollten die Künstler während dieser Probephase nicht entlohnt werden. Taylor Swift schrieb einen längeren Blogpost auf Tumblr ( mittlerweile offline ). Apple lenkte ein und zahlte den Musikern ihren Part für gestreamte Songs, Swift war danach in einer lustigen Werbung für eben diesen Streaming-Dienst zu sehen.

Wenn wir schon bei der Kunst sind, im selben Jahr kam „Steve Jobs“ in die Kinos, der erste einigermaßen gute Film über den verstorbenen Apple-CEO. Die offizielle Biographie von Walter Isaacson wurde von Aaron Sorkin adaptiert, Michael Fassbender, Kate Winslet und Jeff Daniels spielten Hauptrollen in einem sich um die drei wichtigen Keynotes drehenden Film. Der Film floppte in den Kinos, was an sich nicht bedeutet, dass er nicht sehenswert ist. Eher umgekehrt, wie vieles von Aaron Sorkin lädt „Steve Jobs“ zum Nachdenken ein, ideal also für die nächsten Weihnachtstage.

Die heutige Frage: Es gibt noch zwei weitere Jobs-Biographien, eine ernst gemeinte mit Ashton Kutcher in der Titelrolle und die Parodie "iSteve" mit Justin Long, den mal ja auch aus den "Hello I am a PC – and I am a Mac"-Spots kennt. Wer spielt in dem Film den anderen Steve, Stephen Wozniak?

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