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Adventskalender: 2019 – Tower of Power

15.12.2020 | 00:01 Uhr | Peter Müller

Nein, Apple hat nicht in Anlehnung an "Herr der Ringe" noch einen Turm mitten im Apple Park errichtet.

url link shop https://www.macwelt.de/specials/adventskalender Alle spannenden Geschichten aus unserem Adventskalender können Sie hier nachlesen. _blank

Warum Apple in seinen frühen Jahren besonders bei Kreativen beliebt war und heute immer noch ist? Das mag daran gelegen haben, dass Designer, Illustratoren, Layouter und auch Musiker mit als erste erkannt haben, welche Chancen der Computer für ihre Arbeit bietet. Doch braucht es gerade für die Bearbeitung von Bild und Ton auf dem Rechner nicht nur eine verständliche Oberfläche, die man auch ohne tiefere Kenntnisse von Informatik zu erwerben bedienen kann. Mit den digitalen Entsprechungen analoger Werkzeuge. Und natürlich mit viel Rechenleistung.

Und da lag der Mac schon immer weit vorne, weil sich Steve Jobs' Ansatz, den besten Computer bauen zu wollen, gegenüber dem von Jef Raskin durchgesetzt hatte, der den Mac als 500-Dollar-Computer für jedermann haben wollte.

Gewiss, Macs haben in Sachen Leistung ihre Grenzen, Profi-Gamer halten davon schon lange Abstand. Wobei man in dem speziellen Fall nicht weiß, ob es an mangelndem Angebot liegt oder – zumindest außerhalb des Apple-High-Ends – an eher durchschnittlicher Grafik und ob das eine das andere bedingt oder umgekehrt.

Im Server-Schrank findet man auch heute nur relativ wenige Macs, einige Hosting-Anbieter verweisen zwar stolz darauf, Mac Minis einzusetzen, Amazon bringt jetzt Mac-Instanzen in seine Cloud: macOS als Amazon Webservice , eine der guten Nachrichten zum Jahresende. Aber Apple selbst setzt in seinen eigenen Rechenzentren Fremdfabrikate ein: Server mit Intel-Chips mit Linux-Betriebssystem, die Apple teilweise auch selbst zusammenbaut und die es nicht im freien Markt gibt. Dass aber eine Universität wie die von Virginia stolz 11.000 Xserve anschafft, das kommt nicht mehr vor. Nicht nur, weil der Xserve Geschichte ist.

Dabei hat Apple ja seit Ende 2019 wieder eine Höllenmaschine im Angebot, die man auch ins Rack stecken könnte, in großer Anzahl. Oder man konfiguriert die Maschine mit maximalem Speicher und RAM, mit Top-Grafik und Beschleunigern, mit einer Server-CPU mit 32 Kernen, dazu ein oder zwei Monitore mit XDR-Dispaly und einem sauteuren Ständer – und die Rollen für den Mac Pro nicht vergessen: Der Preis geht dann in Richtung Siebener-BMW.

Nun darf man den Mac Pro aber nicht an seiner Maximalausstattung messen und schon gar nicht als Privatperson. Im Beruf macht es aber einen Unterschied, ob das Rendering in einer Stunde fertig ist oder erst über Nacht oder ob man den Mix bei 64 Spuren einstellen muss, obwohl man erst ein Viertel des Instrumentariums aufgenommen hat. Ein niedriger fünfstelliger Betrag ist da eine Investition, die sich über den Zeitraum der Abschreibung von der Steuer mehr als kompensieren kann. Der Rest von uns träumt weiter von einer Höllenmaschine auf oder unter dem Schreibtisch – und bekommt mit Mac Mini oder iMac immerhin eine starke Alternative, ein kleines Teufelchen in Sachen Performance. Es ist fast wie im Motorsport: Von den dafür entwickelten Techniken und Sicherheitskonzepten profitiert letztendlich auch das Serienmodell.

Was der hypothetische 60.000-Euro-Mac-Pro aber sagen will: Wir können’s noch, und wie! Den Irrtum von 2013, jenen zylinderförmigen Mac Pro, der zwar sauleise und hochperformant war, aber in Sachen Grafik überhaupt nicht mehr mithalten konnte, hat Apple im Jahr 2017 zu korrigieren begonnen. Kurz nach dem 1. April lud Apple einige hochrangige und kompetente Pressevertreter nach Cupertino ein, um zu erklären, dass man sich mit dem Mac Pro 2013 vergaloppiert hatte und schon bald einen Modularen Profi-Rechner zurück ins Angebot bringen werde, die Wartezeit sollte ein iMac Pro vertreiben.

Zur WWDC 2019 war es dann soweit – und das Ergebnis ließ staunen. Und natürlich war man da auch gleich mit Witzen parat: Sieht denn die Front nicht wie eine Käsereibe aus?

Wir haben das nicht versucht – und auch nicht, Käse zu schmelzen. Obwohl jetzt viel Platz im Inneren ist und damit Raum über Jahre hinweg besteht für heiß laufende Grafikkarten und andere Dinge – seine Lüfter benötigt der Mac Pro bisher eher selten, ganz cool nimmt er Aufgaben entgegen.

Was Ende 2019 Apple-Fans das Herz höher schlagen ließ, wirft heute aber Fragen auf. Denn wenn Apple „modular“ sagt, dann meinen sie das auch. Alles kann man im Inneren austauschen. Sogar den Prozessor. Nur war man 2019 davon ausgegangen, dass man als Käufer eines Mac Pro zwei bis drei Jahre später eben einen aus zwei bis drei Core-Generationen später nimmt und damit wieder auf dem aktuellen Stand ist. Vielleicht dürfen es auch ein paar Kerne mehr sein? Und kaum ein Jahr später scheint alles anders zu sein.

Denn das ist die Frage, die den Mac in die jähre 2021ff begleitet: Wie hältst du es mit der Grafik und weiteren Komponenten Dritter? So stark die M1-Macs sich in den ersten Tests auch zeigen, sie kommen nun mal mit einer integrierten Grafik aus. Acht Kerne sind zwar schön, der M2 oder M1Z oder wie auch immer könnte noch mehr haben, aber eben keine Dutzende. Kaum vorzustellen, dass Apple Silicon sich mit zwei Radeon Vega II Duo wird messen können – aber sie werden gewiss zusammenarbeiten.

Es wird aber noch dauern, bis Apple den Mac Pro Apple Silicon fertig entwickelt hat, vermutlich steht er am Ende des Umstiegs auf dem Plan, also in gut zwei Jahren. Und vielleicht ist der Mac Pro am Ende sogar so modular, dass man aus den bestehenden Modellen einfach den Xeon-Chip entfernt und eine CPU auf ARM-Basis einbaut.

Eine Wirtschaftsnachricht des Jahres 2020 hat in diesem Zusammenhang aufhören lassen: Nvidia übernimmt ARM Holdings. Nun konzipiert Apple seine von TSMC gebauten Chips in Eigenregie unter ARM-Lizenzen, Nvidia als Mehrheitseigner der Holding hat da nicht unbedingt Einfluss. Aber wer weiß, womöglich wird ein Mac Pro der Zukunft auch die Wahl lassen zwischen High-End-Grafik von AMD und einer solchen von Nvidia. Gamer würde das vielleicht freuen.

Die heutige Frage bezieht sich auf ein 2019-er-Produkt, das so um die 60-mal in den hypothetischen High-End-Mac-Pro in absoluter Vollausstattung passen würde: Das iPhone 11. Abseits von SE-Varianten, die noch kommen könnten, war das das letzte iPhone mit herkömmlicher LCD-Technologie, bevor Apple auf OLED setzt. Wobei: „Herkömmlich“ stimmt nicht, um beim iPhone 11 und zuvor schon dem iPhone XR mit dem Display so richtig in die gerundeten Ecken zu kommen, musste Apple besondere Verfahren anwenden, das Display bekam daher auch einen eigenen Marketingnamen. Wie heißt es?

  1. Super Retina

  2. NOLED Retina

  3. Liquid Retina

Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese mitsamt Ihrer Adresse bitte in das Gewinnspielformular ein. Mitarbeiter der IDG Communications AG und ihre Angehörigen dürfen nicht teilnehmen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass Sie gewinnen können.

Heute gibt es zu gewinnen:

Drei Jahreslizenzen DJ Pro von Algoriddim

Auch Kreative aus dem Musikgeschäft schätzen Apple und seine Produkte. Was der "Tower of Power" Mac Pro aber nicht bietet, ist umfassende Mobilität. Dafür hat Apple aber andere Geräte im Angebot …

DJs schätzen es sehr, dass sie zum Auflegen nun keine Plattenstapel mehr schleppen müssen, sondern ihre Musiksammlung auf dem iPad mitnehmen können. Schon bevor das iPad eine Desktop-Computern vergleichbare Rechenleistung bot, war Algoriddim mit DJ Pro schon auf dem Mac vertreten. Doch profitiert die Software enorm von den Fähigkeiten der neuronalen Engine von Apples A-Prozessoren – die nun auch auf den Mac kommen. Denn das Programm ist in der Lage, jeden Musiktrack nicht nur im Tempo und Tonart anzupassen, damit die Übergänge zwischen den virtuellen Plattentellern nahtlos klingen, sondern auch Beat von Stimme  und restlicher Instrumentierung mit Stimme zu trennen – in Echtzeit und das sogar im Stream, wenn die Internetleitung mitspielt. Je leistungsfähiger der Prozessor, umso leichter fällt die Trennung und umso besser hört sich das Ergebnis an.

Das merkt man auch beim Scratchen, auf den Schlag genau kann man Musik vorwärts und rückwärts laufen lassen oder eben Beats isolieren. DJ Pro ist sieben Tage lang gratis, dann werden Abogebühren fällig. Algoriddim hat unserem Adventskalender drei Jahreslizenzen im Wert von je 50 Euro spendiert.

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