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Apple-Heads 12.12.: Jean Louis Gassée – der Bluffer

12.12.2012 | 00:01 Uhr |

Jean Louis Gassée hatte ähnlich Steve Jobs eine On-Off-Beziehung mit Apple. Mehr noch - er ist gleich zweimal direkt gegen Jobs angetreten. Beim ersten Mal gewann Gassée, beim zweiten Mal das berühmte Realitätsverkrümmungsfeld des Apple-Gründers.

Gassée wurde 1944 in Paris geboren. Sein Werdegang bei Apple begann in Frankreich, nachdem er von Hewlett Packard wechselte. In der Zeit vor Jobs' Entlassung 1985 leitete Gassée die französische Tochterfirma von Apple – Apple France. Zu einem ersten Treffen mit Apples Gründer kam es 1984 in Paris: Jobs war nach dem Start des Macintosh auf Tour durch die europäischen Niederlassungen gegangen, Gassée begleitete ihm bei Treffen mit Francois Mitterand, Nicholas Negroponte.

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Die zweite Begegnung ereignete sich ein Jahr später unter deutlich dramatischeren Voraussetzungen. Der Macintosh startete spektakulär, doch kaufen wollten die Nutzer den neuen Rechner von Apple nicht – zu hoch war der Preis angesetzt. Dazu hatte das Vorgängerprodukt Lisa deutlich bei den Verkaufszahlen nachgelassen. Mit einem Nachfolger wie dem Macintosh galt der Rechner von 1983 bereits als veraltet. Dementsprechend war die Atmosphäre bei Apple ziemlich angespannt: Viele Ingenieure aus der Macintosh-Abteilung wie Andy Hertzfeld gingen, sobald das Projekt abgeschlossen wurde; Steve Woznjak rettete sich vor politischen Intrigen in der Führungsetage in eine gewöhnlichen Ingenieurs-Anstellung innerhalb der Firma, deren Mitarbeiter er offiziell noch heute ist.

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Apple hatte seine Aktie zuletzt im März 2005 im Verhältnis 2:1 gesplittet.

Das Verhältnis zwischen John Sculley und Steve Jobs war weit vom Ideal entfernt, die beiden verstanden sich zunehmend weniger. Als Ventilator der negativen Emotionen bei Apple und als ein Sandkasten für Jobs war das Projekt AppleLabs angedacht: Steve Jobs sollte darin alle seine Gefolgsleute sammeln und neue Produkte entwickeln, dafür durfte er sich nicht mehr direkt in das Tagesgeschäft einmischen. Als Ersatz für ihn als Leiter der Macintosh-Abteilung hat Sculley Jean-Louis Gassée aus Paris vorgesehen. Die Geschehnisse im Frühling 1985 nahmen langsam seinen Lauf: Kurzfristig war Gassée zurück nach Paris geflogen, weil sich Steve Jobs doch noch anders mit AppleLabs überlegt hat. Im Mai 1985 kehre er wieder in die USA zurück.

Mittlerweile versuchte Steve Jobs einen Putsch gegen John Sculley. Der aktuelle Apple-CEO sollte für ein paar Tage nach China, um dort einen Import-Vertrag mit der Regierung zu unterschreiben. Jobs hoffte, dass während Sculleys Abwesenheit er endgültig die Macht bei Apple übernehme. Stilgerecht trafen sich Jobs und seine Jünger zu einem „Letzten Abendmahl“ vor den großen Ereignissen, dazu war auch Gassée eingeladen. Zu seiner Entlastung muss man hinzufügen, dass der Franzose gegenüber Sculley nicht sofort die Pläne von Steve Jobs eröffnet hatte, dies tat er nur nach Rat von Al Eisenstat, Apples leitendem Anwalt. Kurz danach musste Jobs Apple verlassen, Jean-Louis Gassée übernahm die Macintosh-Abteilung und leitete sie bis 1990.

Unter Gassées Führung ist der Macintosh von den klaren Design-Prinzipien von Frog Design immer weiter abgekommen. Die Rechner wurden den konkurrierenden Marken der Windows-PCs immer ähnlicher. Dazu verfolgte Jean-Louis Gassée bei der Konzeption der neuen Macs die Philosophie der Nicht-Einmischung – solange die Gewinnmargen stimmten, konnten die Macintosh-Ingenieure die neuen Produkte so gestalten, wie sie es für richtig hielten. Die obsessive Besessenheit mit jedem Produktdetail war mit Steve Jobs verschwunden. 1990 hatte Apple zwei Produktlinien der Rechner: die veralteten Apple IIc+, Apple IIgs und Apple IIe für den Verbrauchermarkt und Macintosh Plus, SE, SE/30, IIx, IIcx und IIci. Nur einen Macitosh Plus konnte sich ein Nicht-Profi-Nutzer leisten, die restlichen Modelle waren für den Unternehmenseinsatz konzipiert. Solche rigide Preispolitik und veraltete Produkte führten zu immer schlechteren Bilanzen. Gassée musste gehen, Sculley sollte aber bald darauf folgen.

Nach dem Abgang von Apple hatte sich Jean Louis Gassée auf die Software konzentriert. Er gründete die Firma Be Incorporated. Zusammen mit anderen Ingenieuren, die mit ihm von Apple ausgeschieden sind, setzte sich Gassée ein neues Betriebssystem als Ziel. Nach rund sechs Jahren war das Projekt fast fertig, zumindest eine Beta-Version für Entwickler stand zur Verfügung.

Mittlerweile hatte man auch bei Apple verstanden, dass man mit dem Betriebssystem von vor zehn Jahren, wie es Mac OS war, nicht mehr mit den neueren Versionen von Windows konkurrieren kann. Der damalige CEO Gil Amelio hatte sich nach alternativen Lösungen auf dem Markt umgesehen. Gassée mit seinem fast fertigen Be OS kam als erster in Frage. Doch der Franzose hat seine Chancen deutlich überschätzt: Gassée meinte, Apple habe außer Be OS keine andere Alternative und konnte von Amelio jede Summe für die Übernahme verlangen. Gassée wollte eine komplette Übernahme des Be-Inc-Teams in eine Apple-Abteilung und für sich 15 Prozent der Firmenanteile. Selbst in jenen Krisenzeiten waren die immerhin 500 Millionen US-Dollar wert. Apples Experten hatten dagegen die kleine Entwickler-Firma nur auf 50 Mio. US-Dollar Wert eingeschätzt. Nach langen Verhandlungen verlangte Jean-Louis Gassée für seine Firma immer noch 275 Mio. US-Dollar. Selbst diese Summe war Apple zu hoch.

Zwischenzeitlich führte die Firma Gespräche mit Sun zu seinem Unix-basierten System Solaris, selbst Bill Gates mit seinem Windows NT mischte sich in das Wettbewerb um Apples Gunst ein. Doch wenige Monate später, noch vor Weihnachten 1996 gab Apple die Übernahme von Next bekannt . Steve Jobs kehrte zurück in seine alte Firma, mit ihm kam das neue System, das später zu Mac-OS X wurde.

Die heutige Frage

Und nun zur heutigen Frage: Zwei Jahre vor der tatsächlichen Übernahme von Next durch Apple erschien in unserer Schwesterpublikation Macworld eine gefälschte Pressemitteilung über eine Firmenübernahme von Apple. Demnach überredete der damalige CEO Mike Markkula Steve Jobs Apple CEO zu werden. Dazu gäbe selbst Bill Gates seine Meinung ab, dass Apple ab dem Zeitpunkt so viele Innovationen bringen würde, dass Microsoft nicht mehr zeitlich schaffe, sie alle zu kopieren, hieß es in der Mitteilung. Wie war der Name des Verfassers dieser Pressemeldung?

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