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Ärger um Apple Care: Verbraucherschützer mahnen Apple ab

28.12.2012 | 00:00 Uhr |

Ärger um Apple Care: Verbraucherschützer mahnen Apple ab

Garantie, Gewährleistung, Garantieverlängerung: Wo liegt da der Unterscheid, welche Rechte haben Verbraucher? Manchen Verbraucherschützern zufolge lässt Apple seine Kunden im Unklaren, um ihnen überteuerte und unnötige Apple-Care-Policen zu verkaufen. Selbst die EU wird hellhörig.

Apple ist mit seiner zusätzlichen Garantieverlängerung "Apple Care Protection Plan" ins Visier der Verbraucherschützer geraten. Zusammen mit zehn europäischen Verbraucherorganisationen hat die Verbraucherzentrale Bundesverband eine Abmahnung gegen Apple erlassen. Der Vorwurf: Um seinen Kunden den "Apple Care Protection Plan" schmackhaft zu machen und sie zu einem Kauf der Garantieverlängerung zu bewegen, verzichte Apple absichtlich auf einen Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung. Durch diese irreführende Werbung könnten viele Kunden glauben, das Apple-Angebot sei die einzige Möglichkeit, ihr Gerät gegen mögliche Schäden zu versichern.

Die gesetzliche Gewährleistung gilt in der EU jedoch auch unabhängig von der Herstellergarantie für mindestens zwei Jahre. Laut den Verbraucherschützern müssten Hersteller, die eine eigene Garantie anbieten, ihre Kunden auch auf die gesetzlichen Richtlinien hinweisen. Durch die Unterlassung eines entsprechenden Hinweises verstoße Apple den Angaben zufolge gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Auch in Italien hatte Apple bereits Probleme mit seinem "Protection Plan". Ebenfalls wegen unzureichender Aufklärung der Kunden, wurde dem Konzern dort im vergangenen Jahr eine Geldstrafe in Höhe von 900.000 Euro auferlegt. Apple hat im Falle der aktuellen Abmahnung noch bis zum 30. März 2012 Zeit, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen.

Zwar erläutert Apple auf seiner Website ausführlich den Unterschied zwischen zweijähriger gesetzlicher Gewährleistung (Schaden muss bei Auslieferung bestanden haben, kann aber auch erst später erkannt werden), halbjähriger Garantie (Schaden tritt erst später auf) und Garantieverlängerung (diverse Schädenm zwei bis drei Jahre versichert), der Link dorthin ist aber ein wenig unscheinbar, finden Verbraucherschützer und nicht zuletzt die EU-Kommission, die im September die Wettbewerbsbehörden der Mitgliedsstaaten zu einer Überprüfung Apples auffordert.

Sicherheitslücke gibt iOS-Entwicklern Zugriff auf Nutzer-Fotos

Apple gerät im März in die Kritik als bekannt wird, dass iOS-Entwickler die kompletten Adressbuch-Daten auf Apples mobilen Endgeräten ohne das Wissen der Nutzer abgreifen können. Auch auf die Foto-Datenbank der Nutzer ebenfalls zugegriffen werden.

Der Effekt tritt in Kraft, wenn Nutzer den entsprechenden Apps auf ihrem Smartphone- oder Tablet-PC Zugriff auf ihren Standort gewähren. Laut Entwicklern kann dann über eine Code-Lücke die komplette Foto-Sammlung ohne Wissen des iOS-Nutzers kopiert werden.

Auf den Adressbuch-Skandal reagiert Apple umgehend und verbannt die entsprechenden Anwendungen aus seinem App Store. In den Richtlinien weist Apple darauf hin, dass das Kopieren von Adressdaten verboten ist - in Bezug auf Fotos finden sich dort jedoch keine Bemerkungen. Entwickler könnten sich also aus der Affäre ziehen und darauf verweisen, dass entsprechende Aktionen im App Store nicht verboten sind. Neben der Entfernung von fragwürdigen Applikationen wird Apple also auch seine Nutzungsbedingungen für Entwickler um einen passenden Absatz kümmern müssen.

Mit iOS 6 erhöht Apple die Datensicherheit: Apps müssen nun explizit um Erlaubnis für diverse Vorgänge fragen.

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