2538646

Ärzte dürfen Apps verschreiben – neues Gesetz macht es möglich

06.10.2020 | 14:54 Uhr |

Apps statt Medikamente, das macht ein neues Gesetz möglich. Ärzte sind ab sofort berechtigt, ihren Patienten kostenpflichtige Smartphone-Apps zu verschreiben – zumindest unter gewissen Voraussetzungen.

Bei Ihrem nächsten Arztbesuch kann es durchaus sein, dass Ihr Hausarzt Ihnen statt ein paar Pillen eine medizinische App verschreibt. Das berichtet "Inside Digital". Denn Apps können, teils in Kombination mit anderen Geräten, bei verschiedenen Krankheitsbildern durchaus helfen. Nehmen wir mal folgendes Szenario an: Ein Patient leidet unter hohem Blutdruck. Um diesen zu überwachen, verschreibt der Arzt ein entsprechendes Messgerät mit Bluetooth-Schnittstelle und eine App, in der die Daten gesammelt und analysiert werden. Bei Ihrem nächsten Arztbesuch kann der Mediziner der App die gesammelten Daten von mehreren Wochen entnehmen und damit Rückschlüsse auf Ihren Gesundheitszustand ziehen. Klingt vernünftig, oder? Bisher hatte das Szenario die Einschränkung, dass Sie die App, sollte Sie kostenpflichtig sein, selbst hätten zahlen müssen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Ärzte dürfen durch ein neues Gesetz auch Apps verschreiben, die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse. Damit eine App verschrieben werden kann, muss sie aber erst ein Zulassungsverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte durchlaufen . Bisher haben Entwickler 15 Apps zur Zulassung angemeldet . Die Apps können in allen möglichen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen. Die ersten zwei Apps , welche das Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben, sind Kalmeda und Velibra . Kalmeda ist eine App zur Verhaltenstherapie für Menschen mit Tinnitus, Velibra ein digitaler Psychotherapeut für Patienten, die unter Angst- und Panikstörungen leiden.

Bei einer Studie kam die Idee der "App auf Rezept" ziemlich gut an. Rund sechs von zehn Befragten konnten sich die Nutzung einer solchen App gut vorstellen. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen war jeder Zweite offen für diese Idee.

Macwelt Marktplatz

2538646