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Airpods Max: Warum sie 600 US-Dollar wert sind

23.01.2021 | 09:34 Uhr | Halyna Kubiv

iFixit ist von den Airpods Max beeindruckt, die eine Fertigungsqualität wie die mechanischer Uhren bieten.

Update vom 23. Januar 2021:

Die Spezialisten von iFixit haben nach einem ersten Teardown die Airpods Max noch weiter zerlegt. Ende Dezember (siehe unten) kamen dabei die wesentlichen Bestandteile wie Hauptplatine und Batterien zum Vorschein, nun hat sich iFixit die Bügel und deren Halterungen in den Ohrmuscheln näher angeschaut. Zwei Konkurrenzprodukte von Bose und Sony haben iFixit ebenfalls zerlegt.

Erstaunlicherweise können die Verfechter des Rechts auf freie Reparatur nach all der Arbeit den Preis für die neuen Airpods nachvollziehen, insbesondere wenn man sich die Bügel anschaut. Der Mechanismus dafür erinnere eher an eine gute mechanische Uhr als an ein elektronisches Produkt. Die Kopfhörer von Sony und Bose sind im Vergleich dazu recht simpel aufgebaut. iFixit-Ingenieure loben zudem die Batterien-Halterungen in beiden Ohrmuscheln, diese sind nur mit Schrauben befestigt und können relativ leicht entfernt und womöglich ausgetauscht werden, wenn man bis dahin gelangt.

Nicht nur einen haptischen, sondern auch einen akustischen Eindruck haben unsere Kollegen der Macworld bei ihrem Test gewonnen. Der Klang sei zwar besser als der der unmittelbaren Konkurrenz, der Preis aber immer noch zu hoch, auch wegen einer unzulänglichen Ladehülle und dem fehlenden Klinken-Lightning-Kabels. Unsere Ohren müssen noch auf die Klangeindrücke warten.

Ursprüngliche Meldung vom 18. Dezember 2020:

Der Reparatur-Anbieter iFixit ist für seine detaillierten Einblicke ins Innere  neuer Geräte bekannt. Eigentlich geht es hier um Reparierbarkeit, doch auch andere buchstäblich ausgegrabene Tatsachen sind interessant. So hat sich iFixit ein Paar der neuen Airpods Max bestellt, diese zunächst mit Röntgen-Strahlen durchleuchtet und danach auseinander genommen .

Interessant ist auf jeden Fall, dass pro Kopfhörer Apple eine Batterie eingebaut hat, diese befinden sich jedoch in einem Kopfhörer, verteilt um beide Außenränder. Um das innere Oval mit dem Lautsprecher sind zahlreiche Magnete und Mikrofone angebracht, alles wohl mit Schrauben statt Klebstoff befestigt. Die beiden Hauptplatinen – ja, jeder Kopfhörer in den Airpods Max hat seine eigene Hauptplatine bekommen – enthalten die versprochenen H1-Chips von Apple, sowie diverse Kontroller, Sensoren wie Beschleunigungssensor, Batterie-Manager und weiteres mehr.

Die beiden Hauptplatinen sind unterschiedlich gebaut, die in der linken Ohrmuschel, in der die Batterien stecken, ist gebogen und schmiegt sich so in der unteren Rundung ein – gegenüber dem Bügelhalter. Die rechte Hauptplatine erinnert in etwa an die vom iPhone, nur einfacher und kleiner. An den beiden Platinen ist jeweils ein Speicher für 256 MB von Winbond eingebaut. Dieser wird sicherlich für Audio-Bearbeitung gebraucht, die die Airpods Max stemmen müssen. Die Idee liegt jedoch nahe – wenn schon Apple einen Speicher von 512 MB in die Airpods Max einbauen kann, warum dann nicht gleich 2 bis 4 GB für eine mehr oder weniger gut gefüllte Mediathek mit High-Res-Audio ? Sicherlich, der eingebaute Speicher von Winbond ist nach Eingaben des Herstellers extrem stromsparend und schnell (1μA im Standby und bis zu 133 MHz Frequenz), Winbond bereitet in der gleichen Serie der Speicher (25Q) einen etwas größeren Flash-Speicher mit 2 GB vor. Dieser ist zwar noch nicht in die Massenproduktion gegangen, ist  jedoch schon in das Sampling-Stadium eingetreten, erste Prototypen  werden also produziert.

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