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Akzent/Apostroph

27.02.2007 | 13:47 Uhr |

Akzent/Apostroph

Erfindungsreich: Vor allem Wochenblätter sind eine Quelle fehlerhafter Akzente und Apostrophen. Quelle: Wochenblatt, Hamburg
Vergrößern Erfindungsreich: Vor allem Wochenblätter sind eine Quelle fehlerhafter Akzente und Apostrophen. Quelle: Wochenblatt, Hamburg

Die Verwendung eines Akzents anstelle eines Apostrophen ist eine weit verbreitete Unsitte. Das sollte man auf jeden Fall unterlassen. Der Apostroph – oder das Auslassungszeichen – stellt das Wegfallen eines Vokals, einer Silbe oder hinter Eigennamen, die mit einem s, ß oder x enden, den Genitiv dar. Das in Deutschland einzig verwendbare Zeichen hierfür ist die am Wort oben sitzende ‚9‘, so dass die im Beispiel abgebildete Dachzeile richtig lautet: „O’zapft is’ in Wandsbek.“

Bindestrich/Gedankenstrich

Schlechte Beispiele: Weder die englischen Zeichen des HT16-Mitgliedermagazins noch die Kreationen der anderen Zeitschriften sind korrekt.
Vergrößern Schlechte Beispiele: Weder die englischen Zeichen des HT16-Mitgliedermagazins noch die Kreationen der anderen Zeitschriften sind korrekt.

Die falsche Verwendung des Bindestrichs und des Gedankenstrichs ist in der Praxis auch häufig zu finden. Ärgerlich ist es, wenn auch Grafik-Designer und Mediengestalter nicht auf richtige Zeichensetzung achten. Da taucht schnell die Frage auf, wo diese Fachleute ihr Handwerk gelernt haben. Allen Dozenten an Fachhochschulen oder Berufsschullehrern, denen dieses Thema nicht einige Unterrichtsstunden wert ist, gehört kräftig auf die Finger geklopft.

Der Gedankenstrich hat seine Herkunft in den Bleikegeln Gutenbergs. Der Kegel mit dem breitesten Maß stellt ein großes „M“ dar, der dem typografischen Maß „Geviert“ den Namen gibt. Der Gedankenstrich ist ein Halbgeviertstrich – und dient zur Darstellung einer Gedankenpause. Darüber hinaus eignet er sich auch zum Trennen von Rede und Gegenrede, als Minusstrich, Nullersatzstrich, Bisstrich, Streckenstrich, Spiegelstrich und Ersatz für Klammerzeichen. Ob bei –2° C Temperatur, einem Preis von 20,– e in den Jahren 2005–2006, bei der Bahnfahrt Hannover – Hamburg, der Begegnung Hamburger SV – Bayern München oder der Aufzählung:

– fahren wir oder

– fahren wir nicht?

handelt es sich immer um den Gedankenstrich. Findet er im Fließtext am Ende einer Zeile als Gedankenstrich Verwendung, bricht er nicht in die neue Zeile um –denn er könnte in diesem Zusammenhang auch durch ein Komma ersetzt werden.

Der Bindestrich, auch Trennstrich oder Divis, bezeichnet lediglich eine Silbentrennung oder ein verbundenes Wort. Vielleicht sollte man ihn besser so schreiben: Binde-Strich – es wäre einprägsamer. Dass Computertastaturen bis heute noch nicht „reformiert“ sind und neben dem gewöhnlichen Binde-/Trennstrich den Gedankenstrich enthalten: Ein Rätsel! Der Geviertstrich findet im Deutschen keine Verwendung, ist jedoch im Englischen als Gedankenstrich von Bedeutung. Er wird dort ohne Zwischenräume zwischen die Wörter gesetzt: … he means—but he does not …

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