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Alles, was Sie über Airtag-Sicherheit wissen müssen

26.04.2021 | 13:27 Uhr | Halyna Kubiv

Gleichzeitig mit dem Verkaufsstart hat Apple etwas mehr Details über die Funktionsweise von "Wo ist?" und Airtags veröffentlicht.

Apples Vizepräsidentin für das  iPhone-Marketing Kaiann Drance und Ron Huang, Senior Director von Sensorik und Konnektivität bei Apple, haben mehreren US-Medien ein Doppel-Interview gegeben, worin sie die Mechanismen hinter Apples Netzwerk erklären. Vor allem interessant: Apple hat sein "Wo ist?"-Protokoll auf Basis des Bluetooth-Standards aufgebaut, es ist theoretisch möglich, dass auch bestehende Geräte in das Netzwerk aufgenommen werden können. Apple setzt dafür jedoch noch einige Hardware-Anforderungen: Zum einen sollte ein "Wo ist?"-fähiges Gerät einen ähnlichen Lautsprecher haben wie die Airtags, zum anderen müssen "Wo ist?"-fähige Geräte einen Beschleunigungssensor aufweisen.

Apples Airtags funktionieren mithilfe von ausgesendeten Bluetooth-Kennnummern: Diese lassen nicht auf den Nutzer zurückführen, indem sie mehrmals am Tag ausgetauscht werden und sich nie wiederholen. Eine ähnliche Funktionsweise hat Apple bei seiner Kontaktnachverfolgung-Schnittstelle beschrieben, auf der beispielsweise die Corona-Warn-App basiert. Wenn ein Nutzer seine verlorene Tasche in der App "Wo ist?" verfolgt, sieht er die Standorte basierend auf den Daten von fremden iPhones, Macs und iPads, die draußen herumschwirren, aber weder die Nutzer der Geräte, die die Daten des verlorenen Airtags übermittelt, noch kann Apple diese Daten abgreifen, sie sind durchgehend verschlüsselt. 

Wenn der Airtag zweimal piepst

Kann der aktivierte Airtag feststellen, dass er höchstwahrscheinlich verloren wurde, also wenn nach drei Tagen keine Verbindung mehr mit dem "Host"-iPhone oder -iPad festgestellt wird, kann der Tracker seine Umgebung auf sich aufmerksam machen: Über den  Lautsprecher kann er laute Töne aussenden. Falls ein Unbekannter einen piepsenden Airtag findet, hat er zwei Möglichkeiten: Mit einem NFC-fähigen Handy, ja, auch Androids werden unterstützt, tippt er auf den Airtag, es öffnet sich eine Apple-Webseite mit der Seriennummer des Airtags und einer Benachrichtigung des Nutzers mit Telefonnummer. Diese Benachrichtigung muss der Inhaber selbstverständlich davor konfigurieren. Die Airtags sind übrigens mit einer Art iCloud-Sperre gesichert: Die Seriennummer wird bei der Einrichtung an die eigene Apple-ID geknüpft, sie kann man nicht ohne Weiteres aufheben. Mit einer Apple-ID kann der Anwender gleichzeitig 16 Airtags verknüpfen.

Eben diese Seriennummer dient zur Absicherung gegen das unerwünschte Nachverfolgen von unwissenden Nutzern: Mit iOS 14.5 hat Apple eine Warnung implementiert, die den Nutzer darauf aufmerksam macht, dass ein unbekannter Airtag sich in der Nähe befindet. Apple hat jedoch mehrere Bedingungen definiert, so dass die Warnung nicht unnötig die Anwender erschreckt: Der unbekannte Airtag ist mit einem anderen iPhone verknüpft, doch sein Inhaber ist seit einiger Zeit nicht in der Nähe. Die Seriennummer an dem Airtag dient dazu, dass man den Stalker schnell identifiziert, ob Apple aber die Angaben direkt an den Nutzer oder an die entsprechenden Behörden herausgibt, ist nicht bekannt.

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