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Allianz zwischen Xerox und Sharp zeigt Wirkung

24.11.2000 | 00:00 Uhr |

Mit neuen Tintenstrahldrucker für den Mac wollen Xerox und Sharp ihre Position im SOHO-Markt erheblich steigern, mehr als zehn Prozent Marktanteil stehen als Ziel.

Den Platzhirschen auf dem Druckermarkt wollen Xerox, Sharp und Fuji Xerox im Consumer-Segment das Leben schwer machen. Ziel dieser Firmen ist es, ihren Marktanteil im Small Office/Home Office (SOHO)-Markt weltweit auf eine zweistellige Prozentzahl zu bringen. Im Sommer diesen Jahres hatten die drei angekündigt, in den nächsten fünf Jahren über zwei Milliarden Dollar für Forschung, Entwicklung, Produktion, Werbung und in Marketing auszugeben.

Der SOHO-Markt ist umkämpft. Laut IDC stieg der weltweite Absatz von Druckern 1999 gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent. Schätzungen von Xerox prognostizieren für den Markt der Tintenstrahldrucker und deren Verbrauchsmaterialien ein weltweites Umsatzvolumen von rund fünf Milliarden Dollar und einer weiterhin jährlichen Zuwachsrate im zweistelligem Prozentbereich. Die SOHO Printing Allianz ist Phase zwei in Xerox Vorhaben, seine Marktanteile im Druckermarkt zu vergrößern. In Phase eins hatte das Unternehmen für 925 Millionen US-Dollar Tektronix übernommen. Dieser Geschäftsbereich erwirtschaftet einen Umsatz von jährlich sechs Milliarden US-Dollar. Der Gesamtumsatz von Xerox betrug 1999 rund 19.2 Milliarden US-Dollar.

Ein Ergebnis der Allianz sind Tintenstrahldrucker von Xerox und Sharp, die auch am Mac laufen. Noch in diesem Dezember will Xerox für die Drucker Docu Print M750 und Docu Print M760 Mac-Treiber anbieten. Auf der Systems 2000 in München hat Sharp Anfang November das erste Mal die Mac-fähigen Tintenstrahler AJ-1800 und AJ-2000 vorgestellt. Weitere Anbieter von Consumer-Tintenstrahldruckern für den Mac sind neben dem Neuzugang Lexmark die Hersteller Canon, Epson und Hewlett-Packard.

Dem Vernehmen nach wird Sharp im Januar zudem ein tintenstrahlbasiertes Multifunktionsgerät für den Mac auf den Markt bringen. Auch Xerox könnte, wie Macwelt in Gesprächen auf der Systems 2000 in Erfahrung gebracht hat, bald mit einem Mac-fähigen Gerät aufwarten. Ähnliche Geräte bieten derzeit nur Epson und Hewlett-Packard an. Insider gehen davon aus, dass Sharp dazu im Januar einen Fotodrucker mit sechs Druckfarben vorstellen wird. Das währe kein großer Aufwand, denn man müsste wie bei den Canon-Druckern lediglich den farbigen Druckkopf wechseln.

Wichtigster Teil der Allianz ist die Tintenstrahl-Druckerfamilie, die laut Xerox günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt, bei gleicher Quallität jedoch schneller als die Konkurrenz sein soll. Die höhere Geschwindigkeit soll ein Druckermodus namens "eXpress Mode" erreichen. Xerox und Sharp verwenden dabei ein bidirektionales Druckwerk, das bei einem Druckdurchgang 100 Prozent der Farbe aufs Papier bringt, während die meisten anderen Drucker bei einem Durchgang die Hälfte des Tintenvolumens ausstoßen und somit zwei Druckdurchgänge für eine Fläche benötigen.

Im gleichen Konzept wie Canon hat Xerox das Farbtintensystem "InkLogic" entwickelt, das auch bei den Sharp-Druckern zum Einsatz kommt. Die farbigen Tintenpatronen lassen sich bei Xerox und Sharp einzeln tauschen, auffallend ist die große schwarze Tintenpatrone. Der Druckkopf muss nach etwa 10 000 Seiten ausgetauscht werden. Wie bei Canon bestimmt ein optischer Sensor den Tintenstand, indem die Lichtbrechung von einem Prisma im Tank gemessen wird. Geht die Tinte zur Neige, ist das Prisma nicht mehr von ihr umschlossen. Dadurch ändert sich die Lichtbrechung, das Gerät meldet sich. Dies Verfahren ist viel präziser als bei vielen anderen Geräten, die den Tintenstand nur schätzen.

Markus Schelhorn

Info: Xerox , Sharp

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