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Am Morgenhimmel: Drei Planeten in einer Reihe

14.04.2020 | 09:56 Uhr | Peter Müller

Frühaufsteher, aufgepasst: Morgens gegen halb sechs ist die Welt schwer in Ordnung – und eine seltene Konstellation am Himmel zu sehen.

Der Himmel hat dieser Tage ein Spektakel zu bieten, schon am heutigen "Look Up at the Sky Day", sowie auch morgen und übermorgen noch. Vor den Sternbildern des Schützen und des Steinbocks stehen die Planeten Mars, Jupiter und Saturn dabei scheinbar in einer Reihe in der Nähe des abnehmenden Ostermondes, der der Erde gerade recht nah steht und daher ein wenig größer wirkt als sonst. Am besten zu beobachten ist die Konstellation etwa eine Stunde bis halbe Stunde vor Sonnenaufgang.

14. April und eine besondere Himmelskonstellation? Da war doch was? Richtig, auf dem Nürnberger Flugblatt soll den Morgenhimmel des 14. April 1561 über der Kaiserstadt zeigen. Dort sei es in der Morgenstunde von sechs bis sieben Uhr zu einem Schauspiel gekommen, das die Bürger der Stadt als einen Kampf von guten gegen böse Mächte interpretieren. In der Nähe der Sonne hätten kugel-, kreuz- und zylinderförmige Objekte miteinander gerungen, Strahlen seien durch die Wolken geschossen.

Nun ist es wenig wahrscheinlich, dass vor 459 Jahren über Franken Außerirdische eine Stunde lang aus ihren Raumschiffen aufeinander feuerten, was war es aber dann? Vermutlich nicht nur eine Erscheinung, meinen Historiker, der Verfasser des Flugblattes Hans Wolff Glaser hatte wohl mehrere Himmelserscheinungen miteinander kombiniert, die womöglich kurz hintereinander am Himmel über Nürnberg zu sehen waren. Vor allem könnten das Halos mit den scheinbaren Nebensonnen gewesen sein, Eiskristalle in der Atmosphäre brechen dabei das Sonnenlicht so, dass am Himmel jeweils im Abstand von gut 23 Grad weitere helle Lichtpunkte zu sehen sind – also Spiegelbilder des Zentralgestirns.

Wer in den Himmel schaut und dort Phänomene sieht, die sich nicht sofort von selbst erklären, sollte in keinem Fall in die Panik geraten, die den Nürnbergern für den 14. April 1561 unterstellt worden ist. Für alles gibt es eine naturwissenschaftliche Erklärung, man muss nur lange genug nachforschen, bis man die Erklärung gefunden hat. Und die weißen Streifen, die man dort am Himmel sieht, wenn sich die Wolken verzogen haben, sind auch keineswegs Chemtrails. Und warum derzeit nicht einmal mehr Kondensstreifen zu sehen sind, liegt nicht daran, dass alle Flugzeuge auf den Boden bleiben, sondern an derzeitigen Trockenheit in Reiseflughöhe.

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