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Amazon hat einen neuen Chef und Jeff Bezos fliegt ins All

07.07.2021 | 12:57 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Andy Jassy hat Jeff Bezos als Chef von Amazon abgelöst. Diese Herausforderungen warten auf Jassy. Bezos wiederum fliegt ins All.

Andy Jassy – merken Sie sich diesen Namen! Denn das ist der neue CEO von Amazon. Wie Ende Mai 2021 auf dem jährlichen Aktionärstreffen angekündigt, hat Amazon-Gründer und bisheriger „Übervater“ Jeff Bezos am 5. Juli 2021 die Leitung seines Unternehmens an den bisherigen Leiter von Amazon Web Services (AWS) übergeben. Jassy arbeitet seit 1997 für Amazon, seit 2016 ist er CEO von AWS. Gegenüber den Amazon-Anteilseignern betonte Bezos im Mai das große Vertrauen, das er seinem Nachfolger entgegenbringe: „Jassy hat die Energie, die nötig ist, um das am Leben zu halten, was uns so speziell macht“.

Viele Herausforderungen für Jassy

Amazon steht wirtschaftlich glänzend da, nicht zuletzt wegen der Coronakrise und dem damit verbundenen Online-Shopping-Boom. Doch auf Andy Jassy wartet trotzdem eine Herkulesaufgabe, denn mit Politik, Aufsichts- beziehungsweise Regulierungsbehörden und Arbeitnehmer-Interessen-Vertretern gibt es seit einiger Zeit Stress.

Andy Jassy
Vergrößern Andy Jassy
© Amazon

Immer wieder machen Meldungen die Runde, nach denen Amazon seine Mitarbeiter streng überwache, ihnen harte Arbeitsbedingungen aufzwinge und ihre gewerkschaftliche Organisation verhindere. In Deutschland kommt noch der Streit um den richtigen Tarifvertrag hinzu: Hier liefert sich die Gewerkschaft Ver.di eine seit Jahren anhaltende Auseinandersetzung mit Amazon.

Vielen Politikern wiederum ist Amazon zu mächtig. In manchem Politikerkopf schwirrt der Gedanke herum, dass man den riesigen Konzern in mehrere eigenständige Unternehmen zerschlagen und damit entmachten könnte. Diese Auseinandersetzung stammt noch aus der Zeit, als Donald Trump US-Präsident war; dabei wurde mit harten Bandagen gekämpft. Trump und Bezos pflegten offen ihre Feindschaft. Doch auch nach dem Ausscheiden von Trump möchte so mancher Politiker von Republikanern oder Demokraten Amazon schwächen.

Die US-Wettbewerbsaufsicht FTC wiederum untersucht die jüngste Übernahme des Unterhaltungsunternehmen Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) durch Amazon, wie das Handelsblatt berichtet.

So geht es mit Jeff Bezos weiter

Bezos wechselt in den Verwaltungsrat von Amazon und wird Executive Chairman des Amazon Board; er leitet dann also den Verwaltungsrat von Amazon. In dieser Rolle wird Bezos weiterhin in die wichtigsten Entscheidungen bei dem Internetgiganten involviert sein. In seiner neuen Rolle will sich Bezos auf die Entwicklung neuer Produkte und früher Initiativen konzentrieren.

Zudem will sich Bezos dann auch mehr seinen Initiativen und Projekten fernab von Amazon widmen, wie zum Beispiel den „Day 1 Fund“ und den „Bezos Earth Fund“. Der Amazon-Gründer hatte 2020 mit 10 Milliarden US-Dollar den „Bezos Earth Fund“ gegründet. Diese Stiftung soll den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. Außerdem will sich Bezos mehr für sein Raumfahrtprojekt „Blue Origin“ sowie für seine Zeitung, die „Washington Post“, engagieren. Das hatte Bezos schon vor einiger Zeit mitgeteilt.

Jeff Bezos will übrigens in wenigen Tagen, am 20.7.2021, in Weltall abheben – mit einer „New Shepard“-Rakete seines eigenen Raumfahrtunternehmens Blue Origin. Mehr über Bezos‘ Zukunftspläne lesen Sie in dieser Meldung: Jeff Bezos tritt als Amazon-CEO zurück - das sind seine Pläne.

Warum der 5. Juli?

Warum wählte Bezos ausgerechnet den 5. Juli für den Rücktritt als CEO? Seine Begründung: Das sei der Gründungstag von Amazon. Denn am 5.7.1994 hatte Bezos sein Unternehmen aus der Taufe gehoben.

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