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Amazon startet in Deutschland eigenen Paket-Zustellservice

21.10.2015 | 16:30 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Amazon liefert seit dem 19. Oktober erstmals Pakete in Eigenregie aus. Ohne DHL und Hermes.

Seit einigen Monaten kursiert das Ger├╝cht, dass Amazon den Versand seiner Pakete selbst in die Hand nehmen k├Ânnte. Und damit auf die Dienste von DHL und anderen bekannten Lieferdiensten verzichten k├Ânnte. In Gro├čbritannien ging Amazon diesen Schritt bereits vor einiger Zeit. Nun macht der Online-Versand-Gigant auch hierzulande einen ersten Schritt in diese Richtung.
 
Wie das Fachportal Verkehrsrundschau berichtet stellt Amazon seit dem 19. Oktober 2015 Pakete im Gro├čraum M├╝nchen zu, ohne sich dabei der Dienste der bekannten Lieferdienste zu bedienen. Das sagte Bernd Schwenger, Gesch├Ąftsf├╝hrer von Amazon Deutschland Transport, gegen├╝ber der Fachpublikation. Amazon habe zu diesem Zweck im Gewerbegebiet Geiselbullach (Olching, einer Stadt nordwestlich von M├╝nchen) eine 6000 Quadratmeter gro├če Halle angemietet. Nahe den Autobahnen A8 und A99 ist dieses Verteilerzentrum verkehrstechnisch g├╝nstig gelegen.
 
Nach Geiselbullach will Amazon jeden Tag Waren von seinem Amazon-Logistikzentrum in Graben bei Augsburg bringen lassen. Die Zustellung von Geiselbullach zu den Amazon-Kunden im Gro├čraum M├╝nchen ├╝bernehmen dann rund 200 Fahrer. Die Fahrer sind aber keine Amazon-Besch├Ąftigten, Amazon baue laut Schwenger keinen eigenen Fuhrpark auf. Stattdessen arbeitet Amazon mit
ÔÇ×sechs lokalen und regionalen Lieferdiensten wie Interkep, Liefery, Rico Logistics, Systemlogistik, Krae Transport und AZ Logistik zusammenÔÇť.

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F├╝r den Amazon-Kunden ├Ąndere sich dadurch nichts, die Lieferzeiten bleiben unver├Ąndert. Next-Day- und Same-Day-Delivery-Service w├╝rden ├╝ber diese neuen Lieferanten genauso umgesetzt wie bisher mit DHL und Hermes. F├╝r Amazon geht es also wohl in erster Linie um Kostenvorteile und die gr├Â├čere Flexibilit├Ąt, die durch den Lieferantenwechsel entstehen, und nicht um neue Services. Denn der in den USA bereits erprobte Zustellservice ÔÇ×Amazon FreshÔÇť (Lieferservice f├╝r Lebensmittel) sei von Geiselbullach/Olching aus vorerst nicht geplant. Ebenso wenig wie das in der US-Stadt Seattle erprobte Prime Now, ein Lieferdienst f├╝r Restaurants: Das bestellte Essen wird im gew├╝nschten Restaurant zubereitet und von Amazon zum Kunden geliefert. Zumindest nicht im ersten Schritt.
 
Doch bei dem Verteilzentrum in Geiselbullach soll es nicht bleiben, Amazon plane angeblich ein weiteres Verteilzentrum mit 7000 Quadratmeter in M├╝nchen-Ost an der Autobahn A94. Ab Sommer 2016 soll von dort aus die Zustellung ├╝bernommen werden. Zudem denke Amazon ├╝ber ├Ąhnliche Verteilzentren zum Beispiel in Hamburg und Berlin nach. Bevor diese Pl├Ąne aber konkret werden, will Amazon erst einmal die Erfahrungen mit dem Gro├čraum M├╝nchen abwarten.

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Laut Verkehrsrundschau stellen die Paketdienste in Deutschland pro Jahr 500 bis 700 Millionen Pakete von Amazon zu. Bei einem Gesamtvolumen von zirka drei Milliarden Paketen im deutschen Paketmarkt.
 
Amazons ohnehin schon gro├čer Anteil am Paketmarkt k├Ânne durch neue Angebote wie ÔÇ×Amazon FreshÔÇť, ÔÇ×Prime NowÔÇť und ÔÇ×Amazon FlexÔÇť (Zustellung durch Privatpersonen) noch wachsen. Mehr Flexibilit├Ąt bei der Zustellung braucht Amazon f├╝r diese in Deutschland bisher nicht angebotenen Lieferdienste dringend. Deshalb vermuten Logistikexperten, dass Amazon mit Prime Now, Amazon Fresh und vielleicht auch Amazon Flex im Jahr 2016 auch in Deutschland starten k├Ânnte.
 
In den USA erprobt Amazon mit Amazon Flex die Zustellung seiner Pakete durch Privatpersonen, eine Art Uber f├╝r Amazon-Pakete.



 
 

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