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Analyst: Warum Apple Netflix hätte kaufen sollen

24.02.2021 | 14:05 Uhr | Peter Müller

Netflix nicht übernommen zu haben, als das noch ging, sei Apples größter Fehler der letzten Dekade gewesen, meint Wedbush-Analyst Daniel Ives. Er hat aber auch schon einen Korrekturvorschlag.

Alle drei bis vier Wochen kauft Apple eine Firma, in den letzten sechs Jahren sind dabei 100 Unternehmen zusammengekommen, berichtet die BBC . Dabei handelt es sich eher um kleinere Häuser, oft auch Start-Ups, an deren Technologien und vor allem dem dafür erforderlichen Wissen Apple interessiert ist, um es in seine eigenen Produkte einzubauen. Selten besteht ja nach der Übernahme durch Apple eine Marke unter neuem Dach weiter, bei Beats Electronics war das so. Für seine bisher größte Akquise bezahlte Apple im Jahr 2014 drei Milliarden US-Dollar. Dabei ist der Streamingdienst Beats Music verschwunden und in Apple Music aufgegangen, während die Kopfhörer der Marke weiter im Apple Store zu haben sind – trotz aller Airpods.

Verpasste Chance: Netflix

Angesichts der über Jahrzehnte verfolgten Strategie Apples verwundert daher die in einem Interview mit Yahoo Finance geäußerte Kritik des Wedbush-Analysten Daniel Ives, Apples größter Fehler der vergangenen zehn bis zwölf Jahre sei es gewesen, Netflix nicht zu übernehmen. Explizit nennt Ives auch Steve Jobs als mitverantwortlich, der ist aber bekanntlich vor fast zehn Jahren verstorben und hatte als sein letztes Projekt offenbar einen Fernsehapparat im Kopf und keineswegs einen Streamingdienst à la Apple TV+.

Forderungen nach einer Übernahme von Netflix durch Apple geistern schon seit Jahren durch die Finanzszene , was andere (mögliche) Produkte Apples betrifft, kommt auch immer wieder mal Tesla als Kandidat ins Gespräch. Selbst wenn Apple sich das aufgrund seiner enormen Barreserven und seines unübertroffenen Börsenwerts leisten könnte, wird Cupertino aber kaum dutzende oder hunderte Milliarden Dollar ausgeben. Sondern eher kleinere Firmen übernehmen, um mit den vermeintlichen Übernahmekandidaten zu konkurrieren.

Apples Lücke beim Streaming-Angebot

Anlass der Analysten-Kritik ist die vergleichsweise mäßige Stellung von Apple TV+ im Streaming-Markt, gegenüber Netflix (sic!), Disney+ und Amazon Prime steht die Plattform noch im Hintertreffen – was aber auch daran liegt, dass Apple anders als die Konkurrenz ausschließlich auf Originale setzt und erst seit November 2019 online ist.

Daniel Ives weiß aber Rat, den man in Cupertino gewiss zur Kenntnis nehmen wird: Da jetzt eine Übernahme von Netflix eher unwahrscheinlich ist und an eine solche von Disney oder Amazon schon gleich gar nicht zu denken, solle Apple doch ein Filmstudio übernehmen. Eine der Firmen, die unter Umständen auch schon für Apple TV+ produzierten, aber nach wie vor auch andere Auftraggeber bedienen. Ives spricht konkret von MGM, Lionsgate und A24, die Apple unter seine Fittiche nehmen sollte, um exklusive Inhalte vor der Konkurrenz zu bekommen. Denn um die Inhalte ginge es letztlich.

Es ist ja nicht so, dass Apple keine Kompetenz sich für Apple TV+ ins Haus geholt haben, die beiden Sony-Veteranen Jamie Ehrlicht und Zack Van Amburg stehen in der Verantwortung für die Inhalte. Doch beauftragt Apple TV+ eine Reihe von Studios mit Produktionen, von Zeit zu Zeit kauft Apple auch fertige Produktionen ein, wie letztes Jahr den Tom-Hanks-Film "Greyhound" .

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