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Analysten erwarten bei Nokia erneut hohe Gewinne

19.04.2001 | 00:00 Uhr |

Beim finnischen Telekonzern Nokia zeichnet sich
im Gegensatz zu den schärfsten Handy-Konkurrenten Ericsson und
Motorola nach dem ersten Quartal ein besseres Ergebnis ab. Nach einer
vom Wirtschaftsdienst SME Direkt am Mittwoch zusammengestellten
Prognose von 18 Analysten ist ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro zu
erwarten, nur 1,6 Prozent weniger als im vergleichbaren
Vorjahresquartal, hieß es. Nokia will die Vierteljahresbilanz ebenso
wie der schwedische Konkurrent Ericsson am Freitag veröffentlichen.

Bei Ericsson gilt wegen chronisch hoher Verluste aus dem Handy-
Verkauf die Ankündigung von Stellenstreichungen als sicher, von der
mindestes 10 000 und möglicherweise bis zu 30 000 Beschäftigte
betroffen sein könnten. Über Nokia sagten Analysten in Helsinki, man
erwarte trotz der auch hier gedämpften Wachstumserwartungen keinerlei
Reduzierung im Mitarbeiterstab.

Nokia habe seinen weltweiten Marktanteil bei Handys von 32 auf
knapp 40 Prozent erweitern und die eigene Position als Anbieter von
Netzsystemen stabilisieren können. Das Unternehmen selbst hatte seine
Wachstumserwartungen für den Jahresauftakt vorab von 25 bis 30 auf 20
Prozent mehr Umsatz gesenkt. Der für die erste Jahreshälfte bisher
angepeilten Zuwachs von 25 bis 30 Prozent werde wohl ebenfalls
reduziert werden müssen, hieß es in der finnischen Hauptstadt.

Als offen und spannend wurde in Helsinki vor allem die Frage
eingeschätzt, welche Prognose Nokia für den Gesamtabsatz von Handys
abgibt. Bisher war für 2001 der Verkauf von 450 bis 500 Millionen
Mobiltelefonen anvisiert. Nach Meinung von Analysten werde Nokia
angesichts schrumpfender Märkte jetzt versuchen, die eigenen hohen
Markanteile auch durch Preissenkungen zu verteidigen.
dpa

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