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Android sammelt laut Studie 20-mal mehr Daten als iOS

03.04.2021 | 09:00 Uhr | Stephan Wiesend

Laut einer Studie soll ein Android-Handy etwa 20-mal so viele Daten wie ein Apple-Smartphone sammeln ÔÇô aber auch iOS kommt schlecht weg.

Schon kurz nach dem Einschalten beginnen Smartphones Daten an Google bzw. Apple zu senden und setzten dies auch im Ruhemodus fort, das ist nicht neu. Wie eine Studie zeigt, gibt es aber offenbar gro├če Unterschiede bei der Datenmenge. In den ersten zehn Minuten ├╝bertr├Ągt demnach ein Pixel-Smartphone mit Android 10 etwa ein MB an Daten an Googles Server, ein iPhone dagegen nur knapp 42 KB an Daten. Laut Douglas Leith vom Trinity College ist die Art der gesammelten Daten recht ├Ąhnlich, vor allem in der Datenmenge bestehe ein gro├čer Unterschied. Vor allem die Google Play Services, Google Play und Youtube sind anscheinend f├╝r gro├če Datenmengen verantwortlich.

Insgesamt versandte das f├╝r den Test verwendete Pixel-Smartphone etwa die zwanzigfache Datenmenge des Test-iPhones. Auch Apple kommt in der Studie nicht gut weg: Die Art der Daten ist bei den beiden getesteten Systemen Android 10 und iOS 13 sehr ├Ąhnlich und besteht aus Netzwerkinformationen, Hardware-Daten wie Seriennummer, SIM, Ger├Ąte-ID und Telemetriedaten. Bei Letzteren handelt es sich um Protokolldaten, etwa f├╝r den Test neuer Systemfunktionen wichtige Daten ├╝ber Abst├╝rze. iOS fiel au├čerdem durch eine Besonderheit negativ auf: MAC-Adressen von anderen Ger├Ąten im Netzwerk ÔÇô etwa einem Router ÔÇô┬áwerden inklusive GPS-Adresse an Apple ├╝bermittelt, was R├╝ckschl├╝sse ├╝ber den Nutzer erm├Âglicht. Bedenklich finden die Forscher die hohe Frequenz der Daten├╝bertragung, die im Schnitt alle 4,5 Minuten stattfand und auch im Ruhezustand messbar war. Schon durch diese hohe Folge w├Ąre eine Ortung des Nutzers m├Âglich. F├╝r die ├ťberwachung der Daten├╝bertragungen wurden die Test-iPhones, ein iPhone 8 und iPhone 6s per Jailbreak entsperrt.

iPhone telefoniert nach Hause - trotz Privatsph├Ąreeinstellungen

Deaktivieren k├Ânne man die ├ťbertragung dieser Daten bei beiden Systemen nicht.┬á Telemetriedaten w├╝rden n├Ąmlich auch dann weiter ├╝bermittelt, wenn der Nutzer diese ├ťbertragung ├╝ber die Privatsph├Ąreeinstellungen deaktiviert. Eigentlich kann bei beiden Systemen die ├ťbermittlung von Diagnosedaten untersagen, dies beendet aber nicht die ├ťbermittlung bestimmter Systemdaten. Allgemein habe ein Nutzer laut Studie wenig Eingriffsm├Âglichkeiten. Es sei zwar m├Âglich, Dienste wie Youtube oder Google Play zu deaktivieren, dies f├╝hre aber zu Kompatibilit├Ątsproblemen.

Sowohl Google als auch Apple haben auf die Studie bereits reagiert und sie deutlich kritisiert. Laut Google w├╝rde die Studie die Datenmenge falsch messen und ber├╝cksichtige nicht, wie Smartphones funktionieren. So w├Ąre die ├ťbertragung der Daten notwendig, um sicherzustellen, dass die Ger├Ąte aktuell sind und sicher funktionieren. Gegen├╝ber der Seite Arstechnica ging ein Google-Mitarbeiter auch auf das Thema Telemetriedaten ein: Hier g├Ąbe es ein Missverst├Ąndnis: Deaktiviere man die ├ťbertragung von Nutzungs- und Diagnosedaten, w├╝rden zwar grundlegende Daten weiter ├╝bertragen, das w├Ąre aber allein f├╝r das Aktualisieren des Systems notwendig. ├ähnlich sah dies auch ein Mitarbeiter von Apple: Ortsdaten w├╝rden keinesfalls gesammelt und Nutzer immer ├╝ber den Umfang der gesammelten Daten informiert.

Unsere Meinung:

Der Einwand von Apple und Google, die ├ťbertragung von Systemdaten sei notwendig, ist nicht ganz falsch. Das Ausma├č der ├╝bertragenen Daten ist aber doch ├╝berraschend und das schlechte Abschneiden von iOS bedenklich. Apple hat zwar immer wieder versprochen, alle gesammelten Nutzerdaten zu anonymisieren, ist aber bei den Details eher schweigsam. Gegen datensammelnden Apps von Drittherstellern bieten beide Hersteller gute Schutzm├Âglichkeiten, bei den vom System gesammelten Daten besteht aber wohl Verbesserungsbedarf.

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