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Angriff auf EU-Arzneimittelbehörde: Hacker hatten Zugriff auf COVID-19-Impfstoff-Daten

08.03.2021 | 15:17 Uhr | René Resch

Der Cyberangriff auf die europäische Arzneimittelbehörde wurde wohl durch chinesische Spione sowie den russischen Geheimdienst verübt. Dabei wurde auch auf COVID-19-Impfstoff-Daten zugegriffen.

Hinter dem Cyberangriff auf die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im vergangenen Jahr, waren anscheinend der russische Geheimdienst sowie chinesische Spione involviert. Das berichtete Reuters und bezog sich dabei auf Quellen, die der niederländischen Zeitung "De Volkskrant" vorliegen.

Die Arzneimittelbehörde, die in Amsterdam ansässig ist, meldete im Dezember 2020 einen Cyberangriff, bei dem Dokumente zu COVID-19-Impfstoffen  und Medikamenten gestohlen wurde. Diese wurden im Anschluss im Internet veröffentlicht.

Russische Hacker hatte mehr als einen Monat Zugriff auf EMA-Daten

Die EMA leitete Untersuchungen mit den niederländischen und europäischen Strafverfolgungsbehörden ein, hatte aber bisher keine Details darüber geliefert, wer hinter den Angriffen stecken könnte. Laut der Zeitung "De Vokskrant "solle in der ersten Jahreshälfte 2020 ein erster Angriff von chinesischen Spionen stattgefunden haben, gefolgt von russischen Geheimdienstagenten später im Jahr. Die Zeitung beruft sich dabei auf Quellen, die den Ermittlungen zum Cyberangriff nahestehen.

So sollen sich die chinesischen Spione Zugang verschafft haben, indem sie die Systeme einer deutschen Universität hackten. Der russische Geheimdienst solle Schwachstellen im zweistufigen Verifizierungs-Login der EMA sowie andere Arten ausgenutzt haben.

"Eine strafrechtliche Untersuchung durch die Strafverfolgungsbehörden und andere Stellen ist im Gange und die EMA kooperiert natürlich voll und ganz", sagte EMA-Sprecherin Monika Benstetter in einer Antwort an Reuters, lehnte weitere Kommentare zum Fall allerdings ab.

Die russischen Hacker hatten wohl mehr als einen Monat lang Zugang zu den Systemen der EMA, wie die Quellen gegenüber "De Volkskrant" angaben. Hauptsächlich waren die Hacker wohl daran interessiert zu erfahren, welche Länder den von Pfizer und Biontech entwickelten COVID-19-Impfstoff verwenden würden und wie viel sie kaufen würden. Pfizer sowie Biontech gaben kurz nach der ersten Offenlegung durch die EMA bekannt, dass bei dem Vorfall auf Dokumente zu ihrem Impfstoff zugegriffen wurde.

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